Produktionsblog: Die Technische Einrichtung – Fliegende Schallplatten oder Die pinke Gefahrenzone

Deko-Teile werden in die Zugstangen gehängtEs ist Montagmorgen, das Telefon klingelt. Aus dem Hörer ertönt ein lauter Schrei: „Vorsicht!“. Aha. Meine Einladung zur Technischen Einrichtung. Also auf ins Abenteuer! Ich betrete den Zuschauerraum und werde von einem herzlichen Quiiiietschen eines über die Bühne gezogenen Metallbalkens begrüßt. Begeisterung bei den Bühnentechnikern, sie halten sich die Ohren zu und der Übeltäter lässt das riesige Teil so unauffällig wie möglich verschwinden.

Die Bühne füllt sich. Zehn Bühnentechniker, zwei Schlosser, Zivi Alexander, Bühnenbildner Ronald und Werkstattleiter Jürgen Bley tummeln sich um die heruntergelassenen eisernen Zugstangen und ich sterbe tausend Tode, wenn wieder eine mit hoher Geschwindigkeit vom Himmel fällt – in Wirklichkeit hat sie ein unsichtbarer Techniker am Handzug fest im Griff, trotzdem bange ich um die ungeschützten Köpfe der lässig scherzenden Bühnentechniker. Jeder hat etwas an den Stangen zu tun: Man knüpft Vorhänge ab und macht neue dran, man fährt „Ringobjekte“, Elefantenköpfe, kultige Masken und riesige Blüten hoch und runter (Ronald bangt um seine Babies, als sie dumpf auf dem Boden aufschlagen, schließlich „ist das nur Sperrholz und ein bisschen Farbe“), man stellt pinke Wände mit lila Streifen auf und amüsiert sich über die „fliegende Schallplatte“, ein herzallerliebstes Quadrat mit Glitzerflügeln.

Ronald ist hier der Chef, spielt sich aber nicht dazu auf. Er trägt die ganze Verantwortung: sollte er etwas falsch kalkuliert haben, wird es auch falsch aufgebaut. Es ist nichts falsch kalkuliert. Offenbar ist seine nächtliche Arbeit („Für mich ist der Tag nichts für kreative Arbeit, erst ab 23 Uhr fließen meine Ideen“. Ich frage mich, wann er überhaupt schläft.) tatsächlich so exakt, wie sie auf dem Miniatur-Bühnenbild, das vor der Bühne steht, aussieht.Das Bühnenbild - Original und Modell

Einige Stunden später hat sich die Bühne in ein bonbonfarbenes Sixties-Studio verwandelt. Sehr cool! Eine riesige Schallplatte schwebt an der silbernen Rückwand und versteckt sind natürlich noch die zahlreichen Deko-Elemente, die heruntergelassen werden können… Morgen dürfen sich die Darsteller hier also zum ersten Mal auf dem Original-Bühnenbild austoben. Das wird ein Spaß!

Wie immer fröhliche Grüße

von Hannah

1 Kommentar zu „Produktionsblog: Die Technische Einrichtung – Fliegende Schallplatten oder Die pinke Gefahrenzone“

  1. Hallo und vielen Dank für den informativen Beitrag. Ich fand den Beruf als Bühnentechniker schon immer interessant! Ist echt eine tolle Sache was heutzutage alles möglich ist auf der Bühne . Man sollte nur darauf achten sich an echte Experten für Bühnentechnik zu wenden.
    Liebe Grüße
    Claudia Freud

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