Es ist die Geschichte eines Shooting-Stars: Gestern noch bei trocken Brot im Holzverschlag auf Stroh untergebracht, spielt Herr Muffin nun die Hauptrolle in einem Stück, das sogar nach ihm benannt wurde: “Adieu, Herr Muffin”. Mit dem Theater Karo Acht reist das berühmteste Meerschweinchen der Theaterszene aus Hildesheim an. Heute, um 10 Uhr und um 15 Uhr, ist er dann live auf der Bühne des Klecks-Theaters zu sehen. Herr Muffin spielt die Rolle eines alten Meerschweinopas, dessen Tage auf Erden gezählt sind. Unsere Redakteurinnen Katharina Nay und Tracy Stiehl haben Herr Muffin vorab zu diesem sensiblen Thema interviewt.

War das deine erste große Rolle oder bist du schon ein „alter Hase”?
Das war bisher meine erste Rolle im Theater.
Wie, glaubst du, sieht der Meerschwein-Himmel aus?
Knäckebrot ohne Ende und was am Schönsten ist, man trifft dort seine Liebe wieder, in meinem Fall: Meine Frau Viktoria.
Was würdest du in dein Testament schreiben, wenn Du stirbst?
Also, ähm, ich kann ja nicht schreiben, aber meine ‘Besitzer’ Lisa, Valentin und Karl, die singen am Ende, “er hat ein schönes Leben”. Das gefällt mir.
Glaubst du, der Tod ist schmerzhaft?
Ach nö, es zwickt im Bauch, dann legt man sich hin und träumt von schönen Dingen aus seinem Leben.
Was würdest du gerne mit in den Himmel nehmen?
Mein blaues Haus, aber vielleicht gibt es das ja dort auch schon!?
Wie waren die Proben für dich? Ist es schwer so lange still zu liegen?
Ach nö, sterben geht ja schnell, aber die Scheinwerfer sind eher ein Problem, es ist extrem heiß und es piekst in den Augen.
Hattest du Mitspracherecht bei den Proben?
Klar, ich spiel doch die Hauptrolle.
Was isst du am Liebsten?
Gurken, Knäckebrot, Ruccola, Salatherzen und Löwenzahn.
Wie bist du angereist? Zu Fuß?
Ich bin mit dem Theaterbulli gekommen.
Wirst du hier bei “Hart am Wind” Freunde treffen, oder werden sie dich besuchen kommen wenn du spielst?
Mein Regiesseur kommt mich noch mal angucken und auch der Alex (Bühnenbildner) will mich live im Klecks sehen.
Wie sieht es mit der Verpflegung aus, da wir hier weder Knäcke noch Gurken haben, bist du ausreichend versorgt?
Meine Mitspieler und ich haben ne Menge Knäcke dabei.
Trägst du dein Fell lieber lang oder kurz?
Lang, ist doch Winter!
Wie ist dein Verhältnis zu Hamstern und Kanninchen?
Da kann ich nichts zu sagen.
Was hältst du von Tierversuchen?
Bäh!
Wie lautet dein Name?
Vorname: Herr, Nachname: Muffin
Und hast du einen Künstlernamen, als rennomierter Schauspieler?
Muffel oder Murkel, ganz nach Tagesform.
Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?
Liebe Eltern und ErzieherInnen, bitte kommt mit euren Kindern in mein Theaterstück. Habt keine Angst vor dem Thema! 43 Minuten ist es lustig und schön, 2 Minuten ist es traurig und schön.
Was ist deine liebste Jahreszeit?
Winter.
Wie hoch ist deine Gage?
Darüber möchte ich nicht reden. Auf jeden Fall bin ich jetzt berühmt und habe mein erstes Interview gegeben. Vielen Dank! Ich hoffe, wir sehen uns!
Adieu, euer Herr Muffin.
Das erinnert mich ganz an einen Film, den ich letztens gesehen habe bei unserem Filmfestival in Würzburg. Es geht um das möglicherweise erste Roadmovie mit einem Hamster. Der Film heißt “Étienne” und ist nur zu empfehlen! Ein sehr süßer Film, aber nicht zu schnulzig