“Stimmen” zur Eröffnung

“Festwochen goes International und setzt auf Brüderlichkeit” fiel Bianca auf…
Zum 60. Geburtstag der Wiener Festwochen, da musste schon etwas ganz besonderes her.
Vorgestern, am 13. Mai 2011, ist es so weit: Am Wiener Rathausplatz, vor zirka 50. 000 Zuschauern, werden die 60. Wiener Festwochen offiziell von Kulturstadtrat Mailath-Pokorny eröffnet.

Kulturstadtrat Mailath-Pokorny eröffnet die Wiener Festwochen 2011                             Foto: Corinna Harre
Durch den Abend führt der Wahlwiener, Kabarettist und Moderator Dirk Stermann, mit viel Witz und einem charmanten deutschen Akzent. Den Rahmen für den Eröffnungsabend bildet das Projekt “Österreich singt”: Die menschliche Stimme, der Gesang stehen im Mittelpunkt der Eröffnung. Gesangschöre aus ganz Österreich, aber auch bekannte Solisten wie Michael Schade oder Genia Kühmeier sind mit von der Partie.

Genia Kühmeier und Michael Schade                                                   Foto: Corinna Harrer
Gleichzeitig werden auf riesigen Bildschirmen live verschiedene Chöre aus Kärnten, Niederösterreich und, zum Beispiel, Tirol übertragen (der technische Aufwand ist übrigens lobenswert und beeindruckend!).

Auffallend ist dabei, dass an dem Abend vorallem auf “International” gesetzt wird: der Kärntner Chor singt eine Strophe auf Slovenisch (wobei man hier an eine Wiedergutmachung wegen der jahrelangen Ortstafelndebatte denkt), die “Bulgarian Voices Angelite” bringen ein wenig bulgarische Tradition mit und die großartige Lynne Kieran und ihr Gospelchor ein Stück Soul auf die Bühne. Von Kierans Worten “Lay your hand in his” bis hin zu Mailath-Pokornys Rede über Gesang, der zusammen bringt, dreht sich an dem Abend alles um das Zusammentreffen von Menschen, die aufeinander zugehen um gemeinsam Freude am Leben, und eben am Gesang, zu finden. Genau unter diesem Motto findet dann auch das große Finale der Eröffnung statt: Als Höhepunkt des Abends schließen sich alle Chöre, die Solisten des Abends, sowie das Publikum zusammen und bilden den größten Chor Österreichs, um gemeinsam die Ode an die Freude, Beethovens Vertonung von Schillers Gedicht, zu singen. Ein Zeichen, dass wir alle, egal welcher Abstammung oder Nationalität, zusammengehören.

“Alle Menschen werden Brüder”, sang der Rathausplatz, und für einen Moment, den Moment, wo alle Stimmen zusammenschmelzen, die bulgarischen, die slovenischen, die kärntner und die wiener Stimmen, und auch sonst alle, die sich an dem Finale beteiligen, da möchte man fast daran glauben.

… während Katharina auf das große Ganze und Details achtet…
Auch wenn der Moderator Dirk Stermann vor der Ode an die Freude meint: „Vielleicht gibt es ein Zeichen von Oben“, bei der Wiener Festwochen Eröffnung wird Nichts einer göttlichen Macht überlassen, alles ist von Menschenhand geplant, umgesetzt und praktiziert.

Gleich zu Beginn reißt Dirk Stermann das Publikum mit und entführt es in eine Mischung aus Kultur, Faszination und Humor. Beginnend mit dem Lied „Chili con carne“ sollte rasch bemerkt werden: Dieser Abend wird würzig werden! Unter klarem Himmel und Mondschein treten Michael Schade, Lynne Kieran und viele weitere herausragende Künstler auf. Großartige Lichttechnik und stilvolle Nutzung des Infoscreens machen die Festwochen zu dem was sie sind: Das Tor zur wundervollen Welt der Wiener Kultur.

Lynne Kieran                                                                                     Foto: Corinna Harrer
Trotzdem der Rathausplatz mit Menschen gefüllt ist, fühlt man sich hier vollkommen sicher, die vertrauensvolle Security überwacht den Platz. Etwa 50 000 Menschen waren anwesend, als Erwin Ortner nach dem Ausruf von Dirk Stermann „Möge sich nun der Auserwählte aus unserer Mitte zum Himmel erheben“ tatsächlich aus der Menschenmenge heraus erhoben wird.

Das Österreich die Europahymne vereint singt, funktioniert problemlos, mit Hilfe von Erwin Ortner lässt sich das Publikum mitreißen und während der Text eingeblendet wird, spürt ein jeder plötzlich: Aus 50 000 fremden Menschen ist eine Einheit geworden.
Mit Stil werden die drei Außenstellen Melk, Innsbruck und Klagenfurt dazu geschalten. Kein Windstoß stört die Singenden, kein Regentropfen wagt es, das Ensemble zu irritieren, zu groß ist die Magie, die von diesem Platz ausgestrahlt wird.

Als der letzte Ton verklingt bricht tosender Applaus los. Erst jetzt bemerke ich, dass ich Gänsehaut habe.

… nimmt Pia Orchester und Dirigenten ins Visier…
Die imposante Eröffnung der Wiener Festwochen war ein voller Erfolg. Rund 50.000 Menschen verfolgten das Chorspektakel und sangen fleißig bei Beethovens Ode an die Freude mit.

Das Radio Symphonieorchester begleitete die Chöre den ganzen Abend unter der Leitung von Cornelius Meister. Cornelius Meister ist 31 Jahre jung und seit September 2010 Chefdirigent und künstlerischer Leiter des RSO Wien. Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien ging 1969 aus dem Großen Orchester des Österreichischen Rundfunks hervor und profilierte sich seitdem als eines der vielseitigsten Orchester in Österreich.

Das RSO Wien unter der Leitung von Cornelius Meister                                        Foto: Corinna Harrer
Cornelius Meister dirigierte sehr schwungvoll und man merkte ihm die Freude an der Musik wirklich an. Bei fast jedem Stück sang er begeistert mit, einen Notenständer brauchte er allerdings nicht dazu. Es war wirklich interessant das Orchester aus der ersten Reihe zu beobachten. Die Freude an der Musik konnte jeder an diesem Abend spüren!

… und Corinna die Party im Rathaus unter die Lupe…
Mit einem überfüllten Rathausplatz und einem tollen Konzert starteten Festwochen fulminant in die heurige Spielsaison. Bei der Aftershow-Party nach der Eröffnung im Rathaus traf man auch auf allerlei österreichische Prominenz, unter anderem waren Harald Serafin, Alexander Wrabetz oder auch Life Ball-Organisator Gery Keszler anwesend.
Das Rathaus war in wunderschönes violettes Licht getaucht und der große Saal wurde durch die toll aufgelegte Musik einer DJane zu einer wunderbaren Partyszene. Egal ob jung oder alt, alles versammelte sich auf der Tanzfläche und bewegte sich zu den Klängen der Musik - bis in die frühen Morgenstunden. Auch wir jungen Kritikerinnen konnten nach getaner Arbeit nicht mehr still halten und schwangen uns auf die Tanzfläche.
Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend mit einer tollen Eröffnung, einer sehr lustigen Aftershow-Party und das alles noch dazu in einem traumhaften Ambiente!

Rund 53 000 Zuschauer waren am Wiener Rathausplatz                                                   Foto: Corinna Harrer
… last but not least wurden Besucherstimmen eingefangen
Wir haben sowohl vor als auch nach dem Eröffnungskonzert Leute interviewt und uns verschiedene Meinungen zum Thema Festwochen eingeholt: Der Großteil unserer Interviewpartner war schon öfter bei der großen Eröffnungsfeier: „Wir sind Wiener. Das ist doch ein Muss, dass man hierher kommt.“
Einige unserer Interviewpartner haben sich schon Karten gesichert, auch oft für mehrere Vorstellungen, während andere noch im Programmheft schmökern und sich daraufhin entscheiden, welche Stücke sie sich ansehen werden - viel Spaß mit dem Eröffnungsfest-Sound!

Der Sounddesigner von “Wastwater” Gareth Fry, wie sich herausstellt…
Eine Wiener Gemeinderätin zum Eröffnungsfest
Zwei Musiktheaterliebhaberinnen

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