SDL- erster Kontakt

Durch die derzeit laufenden Vorsprechen an meiner UNI und die eigene Monologarbeit inspiriert, kam mir auf der Fahrt zu ersten Probe für „Spiel des Lebens“ eine kleine unverschämte Frage in den Sinn: In den bisherigen Workshops hatten wir immer davon gesprochen, wir würden uns selber spielen, jedenfalls würden wir unsere eigenen Namen tragen. Aber würden die Figuren im Buch dann auch unsere Namen tragen? Und bedeutet das dann, irgendwer könnte z.B. mal meines Kumpels Andrés Schilderungen seiner Erlebnisse in Los Angeles, die sich nun im Stück befinden, bei einem Vorsprechen als Monolog anbieten? Wird irgendwer mal sagen:

„Hallo ich bin Derundder und ich spiele den ‚Andre‘ aus ‚Spiel des Lebens‘ von ‚Lutzhübner'“?

Ich muss zugeben für mich als Student, der nur hofft nach der Ausbildung eine Vakanz zu finden, ist das eine regelrecht dekadente Vorstellung.

Bei der Probe waren wir ein ganz schön großer Haufen. Eine Tafel mit zwanzig Männern und Frauen saß da zusammen und zu den Leuten, die wir schon kennen gelernt haben,  gesellten sich nun noch unser Bühnenbildner und unsere Kostümbildnerin. Kommen wir nun zum Stück. Zu aller erst: Es ist 42 Seiten lang, wenn man das Titelblatt abzieht. Was ja wohl ein sehr gutes Omen ist.

Das erste gemeinsame Lesen, war ein großer Spaß. Lutz hatte aus den Texten, Dialogen und Situationen unserer Improvisationen tatsächlich ein zusammenhängendes Stück geschrieben. Er sagte, dass der Texte zur Hälfte genau aus unseren Worten und zur Hälfte aus seinen bestünde. Abgesehen von längeren Monologen hat er auch für die Bindeglieder zwischen unseren kleineren Improvisations-Textteile geschrieben. Aus all unseren kleinen Bruchstücken und Ideen, ist wirklich ein fugenfreies, sympathische und spritzige Geschichte geworden.

Es sind nun auch die verschiedenen Spielebenen deutlich klarer, von denen Lutz schon beim ersten Treffen im Juni ’10 erzählt hat. Mann kann es sich wie bei der Muppetshow vorstellen:

Eigentlich geht es um die Schow, um das was auf der Bühne geschieht.

In einer weiteren Ebene wird auch noch gezeigt, was die Puppen hinter der Bühne beschäftigt, was sie für zwischenmenschlichen Beziehungen haben.

Dann wird mit den beiden Opas Waldorf und Sattler auf dem Balkon das Publikum thematisiert…

… und in unserem Stück kommen dann auch noch die Puppenspieler selbst als Thema hinzu.

Zwischen diesen Ebenen nun wandert, springt und hüpft die Handlung behänd hin und her, dass es einem nur so Freude bereitet.

Das ganze Stück, das Libretto wie Lutz es nannte, muss sich nun in den kommenden zwei Monaten nur noch mit der Probe messen.

Nach der Lesung stellen uns der Bühnenbilder Michael Habelitz und die Kostümbildnerin Cathleen Kaschperk ihre Entwürfe vor, worüber ich noch nicht zu viel verraten will (ich sage nur das hier). Vorfreude!

Nun beginnt die eigentliche Probenzeit, sowohl Text als auch Tanz- und Fechtkoreographien müssen gelernt werden. Doch vor allem bedeutet es, nun nochmal ganz frisch das Stück, die Situationen und Momente zu entdecken und zu erforschen.

ps: ich werde versuchen – je nachdem wie es die Proben zu lassen – weiterhin ein wenig über die Proben unter @BrutusD zu twittern

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