Moskau in den 1930ern, ein Schriftsteller der im Irrenhaus landet, seine Geliebte, die ihre Seele an den Teufel verkauft um ihren Geliebten wiederzusehen, und der Teufel, der erzählt was genau damals auf dem Balkon zwischen Pontius Pilatus und Jeshua Ha-Nozri vorgefallen ist. Der Roman von Michail Bulgakow war nach der Ersterscheinung ausverkauft, die damals zensierten Passagen wurden mit der Hand vervielfältigt. Seit damals zählt er zu den Klassikern und die Handlungsorte des Romans in der Moskauer Innenstadt werden von Bulgakow-Fans besucht. Simon McBurney nahm es auf sich die Kreuzigung Christi und die Straßen Moskaus auf die Bühne zu bringen.
Durch Videoaufnahmen werden einzelne Gesichtsausdrücke, Blutspritzer oder Szenen groß auf die hintere Wand der Bühne projiziert. Wenn es in Moskau einen Schauplatzwechsel gibt, sieht man die Stadt aus der Vogelperspektive. Durch diesen großartigen Effekt bekommt man ein viel besseres Gefühl von der großen kalten Stadt und den Einzelschicksalen – wie das des Ivan Nikolajevich. Oft ist für mich allerdings die Videobegleitung auf der Wand zu viel und ich hätte gerne bei Schlüsselszenen, wie der Kreuzigung, einen Moment Ruhe gehabt um diese besser zu verdauen.
Es ist beeindruckend und effektiv wie mit dem Licht gearbeitet wird. Es werden so ganze Zimmer in Sekundenschnelle geschaffen.
Die schauspielerische Leistung ist grandios. Die zierliche Margarita, gespielt von Sinead Matthews mit ihrer tiefen rauen Stimme geht neben den Männern nicht unter. Die Kostüme sind eher schlicht und unauffällig. Da meist sehr viele Leute auf der Bühne stehen, müssen die Schauspieler mit Stimme überzeugen.
Die Katze Behemoth ist eine Puppe mit roten Augen in Menschengröße, die von Puppenspielern geführt wird. Ich hätte es passender gefunden, wenn die Katze von einem Menschen in einem Kostüm gespielt worden wäre. Die im Roman so lebendige Verkörperung eines kleinen Teufels wurde für mich durch die Puppe nicht zum Leben erweckt.
Die bewegende Geschichte über Mitgefühl von Michail Bulgakow wurde von großartigen Schauspielern präsentiert. Alle Szenen waren atemberaubend – aber mit Musik und Technik manchmal zu viel. Die Reizüberflutung ließ für mich die eine oder andere wichtige Botschaft des Romans über Vergebung, Einsamkeit und die Rolle des Teufels untergehen.
Text und Bild: Denise Ocampo
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