Festival d`Avignon, Documenta des Theaters, Tummelplatz für Künstler, Denker, Schriftsteller und die intellektuelle Bourgeoisie.Das von mittelalterlichen Stadtmauern eingerahmte Städtchen in der Provence, dessen Bedeutung mit dem Exil des Papstes von 1309 bis 1423 eigentlich seinen Zenit erreicht hatte, verwandelt sich im Juli für 3 Wochen in ein Mekka der Theaterwelt.Die sonnengewärmten Gassen quillen über vor Plakaten, Touristen und Straßenkünstlern, die um die Gunst der Touristen buhlen, das parallel statt findende Off-Festival verwandelt jedes Hinterzimmer in eine Bühne.

Wird hier eine Utopie von Theater als Katalysator von Ideen, künstlerischer Reflexion und politisch-sozialen Inhalten Realität, oder bedient ein kommerzialisiertes und etabliertes Festival bloß die Erlebniswut der Touristen?
Was sind die Brecht, Müller und Castorfs anderer Länder, wie prägen die ihre Ästhetik?
Welchen Weg schlägt Theater international als Medium ein, was sind seine Perspektiven, seine Bedeutung?
Wie wird man zum Festival eingeladen? Was ist sein „kuratorisches Konzept“, wie entsteht es und welcher Teil der Zuschauer interessiert sich dafür?
In den nächsten Wochen, zwischen Schauen, Interviews, Podiumsdiskussionen und Gesprächen, werde ich diesen fragen nachgehen und freue mich, meine Erlebnisse mit euch zu teilen! Viel Spaß!
Lennart Boyd
Schlagworte: Avignon, Festival, Frankreich, Intendant, modernes Theater