Endstation?

Junges DT Ende

 

Es ist der vierte Tag und die Klubszene 2015, sowie die heißen Sommertage, laut Wettervorhersage, nähern sich dem Ende.

Es ist kurz nach 18:15 Uhr und das Junge Ensemble des Deutschen Theaters Berlin, welches dieses Jahr die Rolle des Headliners übernimmt, führt sein Stück “ Das Glück hatte ich mir anders vorgestellt“ auf.

Sorgen machen die Haare

Das Stück richtet sich sehr stark nach dem autobiografischen Roman“ Warum das Kind in der Polenta kocht“ von Aglaja Veteranyi.

Frau Veteranyi erzählt aus ihrer Kindheit bei ihrer rumänischen Artistenfamilie, welche auf der Flucht vor der sozialistischen Republik Rumäniens bei einem Zirkus arbeitet.

Sie hat das Gefühl überall auf der Welt und trotzdem nirgendwo wirklich Zuhause zu sein.

Dieses Gefühl ist vielen tourenden Künstlern bestimmt bekannt.

Die Tatsache, dass ihre Familie auf der Flucht ist und sie ohne Sicherheit arbeiten muss, dürfte die Situation der Autorin kaum gebessert haben.

Im Gegenteil, sie erzählt über die ständige Angst zu wissen, man könnte von heute auf morgen die Arbeit verlieren, oder dass die eigene Mutter bei einer ihrer gefährlichen Auftritte ums Leben kommen könnte.

Das aus 21 Spielern bestehende Ensemble ( 18 beim Auftritt laut eigener Aussage ), bedient sich sehr stark der Erzählung von Texten neben ihrem Darstellenden Spiel.

Ein beeindruckendes Bühnenbild, sowie das Spiel der Darsteller dienen der Untermalung der einzelnen Erzählungen.

Die Untermalungen fallen sehr kreativ aus, wobei man das Hauptaugenmerk auf die Erzählungen richten sollte.

Mir haben sie jedenfalls sehr gefallen.

Die Betonung in der Aussprache und das Spiel der Darsteller wurde dem düsteren, melancholischen und leicht chaotischen Klima gerecht.

Gerade die Sprecher gaben sich Mühe die Situation der Autorin authentisch rüber zu bringen.

Abschließend kann ich nur sagen, dass die Geschichte die ohnehin schwierige Situation von Künstlern noch ins Extreme führt.

Insgesamt ein gelungenes Stück und ein, wenn man nur die Stücke beachtet, gelungener Abschluss, des Klubszene Festivals.

Michael Pajuelo

Foto: Klubszene2015

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