Odyssey 360°

odysee

Unsere Geschichte beginnt im Podewil an einem heißen Sommertag des dritten Zeitalters des insgesamt vier Tage dauernden Klubszene Festivals.

Es ist fast 19:40 Uhr und der CLUB 2 des Theaters an der Parkaue beginnt mit der Aufführung seines Stücks.

Eine Odyssee aus anderen Perspektiven.

Bei kurzer Betrachtung des Teasertextes und des Titels, welches den Namen „Nightmeer“ trägt, ist wohl klar, dass die Odyssee hier das Leitmotiv bildet. Zuschauer, welche beim Wort Odyssee Schlimmes befürchten, können beruhigt sein, denn auf eine lange Irrfahrt begibt man sich hier nicht.

Das Stück enthält einige der bekanntesten Szenen der Odyssee, modern interpretiert mit ein paar popkulturellen Referenzen. Darunter tauchen Hollywood-Filme wie „Herr der Ringe“ und „Bodyguard“ auf.

Wiederum aber auch ein aktuelles Thema, wie die derzeitige Flüchtlingssituation in der EU, welches einem die Odyssee nochmals aus einem anderen Blickwinkel betrachten lässt. Interessant welche Parallelen die Odyssee und die Situation der heutigen Kriegsflüchtlinge aufweist. Beide Geschichten involvieren Menschen die ein Kriegsgebiet verlassen mit der Hoffnung endlich wieder auf sicherem, nicht vom Krieg zerstörten Boden, leben zu können.

Die Schauspieler nutzen ein kleines Floß als ihre Bühne, welches kaum größer als 6 Quadratmeter sein dürfte. Wer davon nicht schon überrascht ist, wird bei der Tatsache, dass die jungen Schauspieler ihr Stück in einem 360 Grad Stil präsentieren, auf jeden Fall überrascht sein. Sie spielen in alle Richtungen und das kontinuierlich auf ihrer schon verkleinerten Bühne. Kein Abgang zwischen verschiedenen Szenen, kein großer Raum für intensive Bewegungen, kein unauffälliger Kostümwechsel. Obwohl diese Technik sehr schwierig zu praktizieren ist, haben sie aus meiner Sicht, den Raum gut genutzt.

Diese, von der Größe her, leicht spartanisch ausfallende Spielfläche ist aber auch eine Herausforderung, um manche dramatischen Szenen umzusetzen, wie zum Beispiel, das Ertrinken eines Passagiers oder der Kampf zwischen zwei Passagieren. Trotzdem spielt die Gruppe die unterschiedlichen Rollen mit Überzeugung und Energie.

Zusammengefasst ist es ein Klassiker aus einer komplett neuen Perspektive erlebt, sowohl vom Zuschauer als auch von den Darstellern.

Bravo !

Michael Pajuelo

Fotos: Klubszene2015

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