„Nipple Jesus“ – die zweite

Frerk Brockmeyer in NIPPLE JESUS | Foto: Theater Regensburg

Frerk Brockmeyer in NIPPLE JESUS | Foto: Theater Regensburg

 

 

Von Julia Deppe

Theater Regensburg | Vor einigen Wochen habe ich mir eine Vorstellung von „Nipple Jesus“ im Theater am Haidplatz angeschaut. Am kommenden Donnerstag um 19.30 Uhr werde ich im Kunst- und Gewerbeverein sitzen und mir – genau – „Nipple Jesus“ anschauen. Jetzt werden sich vielleicht manche fragen: Warum geht man zweimal in die gleiche Aufführung?

Antwort: Weil es sowas wie die „gleiche Aufführung“ nicht gibt! Vielleicht kann ich an dieser Stelle ein bisschen mit meinem theaterwissenschaftlichen Wissen angeben. Kennt ihr den Unterschied zwischen einer Aufführung und einer Inszenierung?

Eine Inszenierung ist das, was in einem langen Probenprozess durch den Regisseur, die Schauspieler, die Kostümbildner, den Dramaturgen, die Bühnenbildner, die Musiker und viele viele andere entwickelt wird. Sie legen fest, wann welche Lichteinstellung kommt, wie das Bühnenbild und die Schauspieler auszusehen haben und welche Requisiten zum Einsatz kommen.

Von einer Aufführung spricht man dann, wenn die Inszenierung einem Publikum vorgespielt wird. Und das ist ein ganz wichtiger Faktor: Das Publikum! Wir! Ihr! Sie! Durch das Publikum kann die Aufführung entstehen und sich auch verändern. Die Vorstellung, ein Schauspieler würde nicht merken was im Publikum passiert, ist falsch. Wenn die Hälfte der Zuschauer eingeschlafen ist (auch Schlafen ist eine Form von Kritik – vor allem im Theater, das wusste schon George Bernard Shaw), dann merken die Darsteller auf der Bühne das. Und wenn die Zuschauer lachen, weinen und einfach mitfiebern, dann merken sie es auch. Das verändert die gesamte Atmosphäre einer Aufführung.

Genau deshalb schaue ich mir gerne das gleiche Stück mehrfach an. Wegen der sich ständig verändernden Atmosphäre, die das ganze Theatererlebnis verändern kann. Und weil mir Frerk Brockmeyer in seiner Rolle als etwas grobschlächtiger Türsteher beim letzten Mal so sehr gefallen hat und ich ihm gerne noch länger zugeschaut hätte, freue ich mich besonders auf Donnerstagabend!

Seid Ihr auch dabei?

 

„Nipple Jesus“

Donnerstag, 19:30 Uhr

Kunst- und Gewerbeverein Regensburg

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