Der Weg einer Freundschaft

Von Maja Klimt

Residenztheater | Das Kinderstück „Thomas und Tryggve“ von Tove Appelgren begeistert in der Inszenierung von Anja Sczilinski kleine und große Besucher.
Thomas und Tryggve, beste Freunde seit dem ersten Schultag treffen sich und erinnern sich gemeinsame an Höhen und Tiefen ihrer gemeinsamen Schulzeit. Das Stück, das eigentlich in Klassenzimmern gespielt wird, wurde für die Theatertage auf die Bühne am Haidplatz verlegt. Durch Schulbänke links und rechts am Bühnenrand, ein Holzgerüst in der Mitte des Raumes und Wäscheschnüre mit bunten Klamotten ergibt das Bühnenbild von Bärbel Kober eine ideale Basis, um all die entzückenden Moment ihrer Freundschaft auszuschmücken.
Thomas Lettow und Franz Pätzold funktionieren wunderbar als Duo. Die beiden Männer spielen sehr energievoll, leichtfüßig und mit viel Humor. Thomas Lettow zeigt zum einen Klein-Thomas, der zwar ein super Sportler ist und es sogar schafft, die süße und kluge Frieda (gespielt von Franz Pätzold) zu küssen. Andererseits gibt er den fiesen Mobbing-Marki, der sogar auf Thomas‘ besten Freund und sein Mädchen losgeht.
Dieser beste Freund ist Tryggve, liebevoll und detailreich dargestellt von Franz Pätzold. Tryggve hat im Gegensatz zu Thomas eine sehr fürsorgliche Mama, die ihm Strumpfhosen anzieht und damit zur Lachnummer vor seinen Freunden macht. Diese peinlichen Strumpfhosen sind zunächst ein Streitgrund für die beiden Jungs, doch am Ende werden sie ziemlich hilfreich, als es darum geht, den bösen Marki zu überlisten.

Authentisch und direkt

Die beiden Darsteller spielen ihre Rollen mit sehr viel Aufrichtigkeit. Ihre Probleme und Sorgen, die das junge Publikum selber kennt, werden ernst genommen, und so fiebern die Kinder auch richtig mit. Da werden bei den Rollenwechseln keine Stimmen verzerrt oder Personen überspitzt, sondern da wird sich lediglich mal ein Rock angezogen oder ein Käppchen aufgesetzt. Und das reicht vollkommen, um die quirligen Kinder in den Bann zu ziehen. Da wird gelacht, geschrien, geklatscht und die Kinder werden sogar teilweise in das Geschehen involviert. Ein Mädchen bekommt eine Haarklammer von Tryggve, Thomas fordert die kleinen Schreihälse der ersten Reihe heraus, und ein Junge zeigt dem unsportlichen Tryggve sogar wie eine richtige Liegestütze funktioniert. So vergeht die knappe Stunde wie im Flug.
Das Team von „Thomas und Tryggve“ hat etwas geschafft, das nicht leicht ist: Zugang zu

einem Stoff und zum Publikum zu finden. Je sensibler die Darsteller mit den Themen umgehen, desto aufmerksamer wird man. Was macht eine Freundschaft aus? Wie ist es in der Schule? Welche Rolle spielt Frieda, das süße Mädchen, das Tryggve alias Strumpfli und Thomas wieder zu Freunden macht? Besucher jeder Altersklasse erleben das Gefühlskarussell der beiden Freunde mit. Besonders stark wirkt die Freundschaft der beiden, als sie am Ende zusammen ihr Abschlusslied singen. Mit viel Charme und Feingefühl wurde das Stück zu einem Highlight der Theatertage.

THOMAS UND TRYGGVE (Theater im Klassenzimmer) von Tove Appelgren Premiere am 12. Juni 2015 in der Grundschule an der St.-Anna-Straße Mit Thomas Lettow, Franz Pätzold Regie Anja Sczilinski Bühne Bärbel Kober Kostüme Eva Bienert Musik Kilian Unger Dramaturgie Christina Hommel v.l. Franz Pätzold (Tryggve), Thomas Lettow (Thomas), Grundschüler

THOMAS UND TRYGGVE (Theater im Klassenzimmer)
von Tove Appelgren
Premiere am 12. Juni 2015 in der Grundschule an der St.-Anna-Straße
Mit Thomas Lettow, Franz Pätzold
Regie Anja Sczilinski
Bühne Bärbel Kober
Kostüme Eva Bienert
Musik Kilian Unger
Dramaturgie Christina Hommel
v.l. Franz Pätzold (Tryggve), Thomas Lettow (Thomas), Grundschüler

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