Auf die Zigarette danach mit … Abdullah Kenan Karaca

abdulla

Von Michael Geißelbrecht und Caroline Riedl

Woher kam bei dir die Idee, das Stück mit Männern zu besetzen?

Abdullah Das kam eigentlich relativ schnell. Nachdem ich das Stück mehrmals gelesen habe, hatte ich das Gefühl, dass die Frauen sehr männliche Züge in sich haben und auch diese Brutalität – dass man eigentlich Frauen zeigt, die das Gesicht von einem Mann haben und auch die Power, die Kraft. Was sie sagen ist ja zum Teil unter der Gürtellinie, sodass es auch interessant wäre, wenn das von Frauen gespielt wird. Aber ich hatte sehr schnell das Gefühl, dass ich das mit Männern machen muss. Es ist zwar nichts Neues, Frauenrollen mit Männern zu besetzen, aber für mich war es eigentlich logisch.

Hattest du an diesem Punkt schon das Konzept, das Ganze in einen Schweinestall zu verlegen? Was ist die Idee dahinter?

Abdullah Das ist gemeinsam entstanden, als wir mit dem Bühnenbildner überlegt haben, in was für einer Welt das spielen kann. Und es geht ja im Stück auch um den „Lebensschmutz, der aufgewirbelt wird“ und um das Animalische, deshalb war es für mich klar, dass es kein Wohnzimmer werden kann. Es muss ein anderer Ort sein, der Assoziationen zu der Geschichte aufmacht, obwohl wir das nicht eins zu eins benutzen. Wir haben also nicht gesagt, das sind Schweine, sondern uns war wichtig, dass gleich klar ist, wo wir uns befinden – nämlich ganz unten.

Warum muss Mariedl ihren Pullover aufessen?

Abdullah Das ist in den Proben entstanden. Ich mochte diese Nervosität und dann bringt der Schauspieler auch selbst etwas ein. Ich habe nicht gesagt: Du musst deinen Pullover aufessen. Es war eine Weiterentwicklung von dem, was ich ihm gesagt habe, was diese Nervosität oder dieses Nicht-Aushalten-Können ausdrückt.

Ist es immer noch der erste Pullover?

Abdullah Ja. Am Anfang haben wir noch den Witz gemacht, dass es doch total geil wäre, wenn er bis zur 50. Vorstellung einen Pulli hat, der nur noch bis zur Brust geht. Ich habe es heute seit Langem wieder gesehen und es ist schon eine Menge weg.

Wie viele Vorstellungen sind schon gelaufen?

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