Guten Morgen allerseits! Hier zunächst einmal ein Bericht von unserem U22-Jugendclub-Mitglied Benjamin Buchmüller über die Theatrale Intervention am Montag und Dienstag, bei der der Jugendclub mit einer öffentlichen Performance die Stadt unsicher machte:
Als wir uns am Dienstagnachmittag aufmachten, den urbanen Alltag ins Wanken zu bringen, hatten wir einen solchen Erfolg kaum mehr für möglich gehalten. Anhaltende Kälte und Eisglätte schienen die Fußgängerzone Baden-Badens fast leergefegt zu haben; niemand würde auf der Straße sein, um sich irritieren zu lassen. Beim Performen im öffentlichen Raum geht es darum, die geplante Handlung ungekünstelt, natürlich, so als wäre sie selbstverständlich auszuführen. Es ist nicht die Tat selbst, die die Aufmerksamkeit des Ungewöhnlichen auf sich zieht, sondern der Ort, an dem sie stattfindet (bspw. Zähneputzen am Brunnen). Bereits am Montag haben wir in Kleingruppen Passanten mit Ferngläsern aus nächster Nähe beobachtet, den Herzschlag von Bäumen, Schaukelpferden und Mülltonnen mit Stethoskopen überprüft, für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum gesorgt, indem zuvor vereinsamte Koffer umgehend weitergetragen wurden, um erneut abgestellt zu werden. Nicht selten erntete unser – doch ganz normales! – Verhalten verdutzte Blicke und Kopfschütteln. Doch noch viel öfter setzten sich die verunsicherten Passanten zur Wehr, ergriffen das einzige Mittel, um am geliebten Alltag festzuhalten: Weitergehen und ignorieren. An jenem Dienstag geschieht dann das Unverhoffte: Einige Passanten machen spontan mit. Es scheint doch eine gewisse Wirkung zu haben, wenn 16 hier und da verstreute Jugendliche mit einem Schlag Mitten im Gehen regungslos einfrieren, mit nacktem Finger aufeinander zeigen, plötzlich rückwärts laufen oder umkehren.
Was bleibt von all diesen wunderbaren Erfahrungen, die in so simpler Weise zeigen, wie unser Alltag und seine Grenzen funktionieren? Ganz klar: Wenn es wärmer wird, wollen wir den urbanen Alltag mit neuen Ideen erneut ins Wanken bringen.
Vielen Dank an dieser Stelle an Denis Leitfeld, Tessa Theisen und Atis Gürpinar vom Performance-Kollektiv „Und zwar …“!
(Benjamin Buchmüller)
RunningWilli…
Danke für den Beitrag Fit fürs Abi: Theatrale Intervention ” junge bühne, der mich auf jeden Fall sehr angesprochen hat….