Fit fürs Abi: Kohlhaas-Tag-Nachtrag1

Ich  bin im übrigen ein klein wenig in Verzug, was das Geschehen von gestern betrifft, also hier einmal meine Eindrücke von dem Rest des Tages:

Michael Miensopusts Kohlhaas-Inszenierung war die erste hauseigene Produktion, die im Rahmen des Festivals gespielt wurde und ist ursprünglich einmal für unsere kleinere Bühne im “TIK” (=Theater im Kulissenhaus) entwickelt worden. Das gesamte Bühnenbild besteht aus einer geschickten Anordnung  von Stühlen und hier merkt man die einmal vorhandene Nähe dann doch manchmal, wenn in bedeutungsvollen Momenten ein Stuhl umgeworfen wird - der Effekt verpufft etwas, wenn man statt in zwei Metern Abstand im zweiten Rang sitzt. Ansonsten aber  schadet die Übertragung auf die große Bühne kaum, die Präsenz der beiden Schauspieler, Henning Bormann als Kohlhaas und Edgar M. Marcus in sämtlichen anderen Rollen, ist da sehr beeindruckend. Die Inszenierung ist sicherlich auch sehr abigerecht: Es ist sehr viel originaler Kleisttext enthalten, und die Kürzungen konzentrieren die Handlung auf das, was wohl auch in der Schule vorrangig behandelt werden dürfte: Der Kampf um Recht und das Sichverlieren im Unrecht.  

Nach der Vorführung sah ich auch einmal Menschen in der “Festivallounge”! Da befindet sich eine Ausstellung von der “Lesebühne” und unsere Ausstattungsassistentin Raliza Ivanova hat den Raum auch recht gemütlich eingerichtet. Den meisten hat die Kohlhaas-Aufführung gefallen, was zwar nicht zwingend bedeute, dass sie jetzt öfter ins Theater gehen (schade eigentlich) aber sie glaubten, das Werk jetzt mehr verstanden zu haben als zuvor (Na also). Die Schüler von VOR der Aufführung, die mit so hohen Erwartungen hinein gegangen waren, konnte ich aber leider nicht mehr finden.

(BT)

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