… und abends gab es auch noch die Liebeslyrik-Lounge. Bei der Liebeslyrik-Lounge tragen drei Schauspieler mal mehr, mal weniger spontan selbst mitgebrachte oder vom Publikum eingereichte Liebesgedichte vor und beantworteten nebenbei noch ein paar Liebeslyrik-und Liebesleben-Zusammenhangs-Fragen. ”Wir haben das gestern schon einmal versucht, sozusagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit”, bemerkte Moderator Berth Wesselmann gepflegt zynisch. Am Dienstag saß er noch selbst auf dem Sofa, zusammen mit Sarah Sanders und Anne Leßmeister, diesmal war das Verhältnis umgedreht. Es waren zwei Männer, Christoph Lüdke und Michael Miensopust, der “Kohlhaas”-Regisseur, und erneut Sarah Sanders. Auch sonst gab es ein paar Änderungen: Auf der Bühne standen nun Sessel, die Fragen wurden aufpoliert (meine persönlichen Favoriten: “Hast du dir schonmal jemanden schön getrunken” und “Mit wem hast du das erste Mal eng umschlungen getanzt, welches Lied war es - und was macht die Person heute?”) und eben als Moderator der am Dienstag so souveräne Berth Wesselmann eingeführt, der die Fragen auch mal ins Publikum weiterreichte oder mal eben ein Tucholskygedicht aus dem Ärmel schüttelte. In dieser etwas entspannt-gemütlicheren Atmosphäre kamen die Gedichte viel besser zur Geltung und wenn von Anwesenden selbst geschriebene Gedichte vorgetragen wurden, waren das wirklich schöne Momente und weder gefühlsüberladen noch peinlich. Im Übrigen waren auch einfach mehr Zuschauer da.
So gab es am Ende viel Applaus und während ich vor dem Festival das Ganze noch als etwas verkrampften Versuch, wirklich ALLE Abiturthemen zu präsentieren, angesehen habe, find ich es gerade irgendwie schade, dass die Lounge heute Abend nicht noch einmal stattfindet. Und nein, ich besitze keinen einzigen twilight-Band und habe “Titanic” höchstens einmal gesehen.
(BT)