Das Ende kommt zum Schluss

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„Warum muss man sterben?”, Antworten auf  diese und viele andere Fragen, auf die sonst viele Erwachsenen keine Antwort wissen, findet man dafür im Stück „Adieu Herr Muffin”, das am Donnerstag im Kleckstheater vom Theater Karo Acht aus Hildesheim in Kooperation mit dem Theater für Niedersachen inszeniert wurde.

Von Friederike Vogel

Das Stück für Kinder ab vier Jahren handelt von Tod, Leben und wie man damit umgeht. Die elementaren Fragen eben, die so schwer zu beantworten sind. Anlass, sich mit diesem Thema auseinander zu setzten, gibt der traurige Tod von Herrn Muffin, das „herzallerliebste, kuscheligste Meerschweinchen der Welt.”

Das Bühnenbild mutet an, wie ein himmelblauer Karton, ganz so, wie die ehemalige Behausung des Nagetiers. An den Wänden hängen Bilder von Mohrrüben und Blumen. Als das Licht langsam hochfährt, kommt in Reihe und Glied ein musikalischer Trauerzug herein. Mit einer traurig schönen Melodie, gespielt auf Posaune und Trommel und dem toten Haustier im Schlepptau, ziehen die drei Schauspieler (Kian Pourian, Julia Solórzano und Sönke Franz) ein. Mit kurzen, zackigen Bewegungen, luftigen Dialogen und jeder Menge Musik erklären die Drei ihrem jungen Publikum das Geschehene.

Doch trotz des ernsten Themas gelingt es, dass es fröhlich und unbeschwert wirkt. Nicht Trübsal blasen über das Verlorene, sondern die Erinnerung feiern an die schönen Zeiten, die man gemeinsam erlebt hat, lautet die Devise. Und schon sind Szenen aus dem unbeschwerten Leben des Herrn Muffin zu sehen, wie er seine Frau Viktoria kennenlernt, wie er ihren Tod miterlebt.

In kindgerechter Art werden ebenso poetische wie philosophische Fragen aufgeworfen: Was passiert nach dem Tod? Auf der Bühne ist man sich einig: Herr Muffin soll in den Meerschweinchenhimmel. Doch wie kommt er dort hin? Muss er dafür getauft sein, oder reicht es, dass er ein gutes Schweinchen war? Und warum muss man eigentlich sterben? Auch dafür finden die Figuren eine Antwort: Wenn nicht ab und zu gestorben wird, gibt es bald zu wenig Knäckebrot um all die vielen Nager zu ernähren.

Mit Witz und Feingefühl wird den Kindern das Thema Sterben, Tod und Vergänglichkeit nahegebracht. „Nur eines ist im Leben klar, am Ende ist das Ende da”, ist die Erkenntnis am Schluss dieser anrührenden Geschichte. Das, und dass Niemand einfach ausgetauscht werden kann. „Man kann nicht einfach in die nächste Zoohandlung gehen und sich ein neues Meerschwein besorgen. Schließlich würde man sich ja auch keine neue Oma anschaffen, wenn die gestorben ist”. („Das liegt daran, dass es keine Omageschäfte gibt.” „ Aber Altersheime.”…) Allerhand Weisheiten hält dieses Stück parat und hilft, die elementaren Fragen rund um das Leben zu verstehen. Nicht nur für kleine, sondern auch für große Leute eine wunderbare Inszenierung, die das Herz berührt.

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