Blog „Der LiteraturClub am Landestheater Schwaben“

Clip zu “Doch ich lebe immer noch”

Dienstag, 25. Mai 2010


Doch ich lebe inmmer noch 2 - MyVideo

Der LiteraturClub auf TV Allgäu

Dienstag, 11. Mai 2010

Warum Kinder Stofftiere aufhängen

Freitag, 7. Mai 2010

Die Memminger Zeitung schreibt am 06.05.2010 über den LiteraturClub und das Stück “Doch ich lebe immer noch”:

Warum Kinder Stofftiere aufhängen

maxi-und-kimMaxi und Kimberly im Gespräch mit der Journalistin.

Probenimpressionen

Donnerstag, 6. Mai 2010

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Lockerungen

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Die Texte werden aus dem Bauch gezogen.

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Zum Warmwerden bauen wir den Kleiderberg auf.

8223-003arwBesprechung mit dem Regisseur

Fotos: Karl Forster

Dienstag, 4. Mai 2010

Hallo mein Name ist Franziska ich bin 16 Jahre alt und Mitglied im Jugendliteraturclub und jetzt möchte ich euch ein bisschen darüber berichten was wir schon alles erlebt haben und wie es uns ergeht mit den Proben zu unserem eigenen Stück.

Am Anfang als der Literaturclub gegründet wurde waren wir etwas über 20 Mitglieder aber mittlerweile sind wir nur noch 18 Leute.

Im ersten Jahr haben wir das Theater erstmal kennen gelernt und z.B. die Werkstätten, die Schneiderei, die Maske und alles, was mit Theater zu tun hat, eben alles hinter den Kulissen.

Gleich am Anfang haben wir gefragt, ob wir mal selber etwas spielen würden, aber wir bekamen als Antwort: „Ihr spielt erst nächste Spielzeit.“

Jetzt mach ich mal einen kleinen Zeitsprung und gehe ein Jahr vor und zwar sind wir mitten in den Proben zu unseren eigenen Stück „Doch ich lebe immer noch“. Unser Regisseur Alexander May ist echt super und es macht richtig Spaß mit ihm.

Mittlerweile sind wir im unserem letzten Probenblock und in einer Woche ist unsere Premiere. Eigentlich hätten unsere Endproben schon am 19.4.2010 anfangen sollen, haben sie auch – ohne Alexander, der steckte wegen der Aschewolke des Vulkans in Spanien fest. Stattdessen hat unsere nette engagierte Theaterpädagogin Miriam Hanf die Leitung für die zwei Tage übernommen. Aber da Alexander sich dann einfach mit dem Auto auf den Weg gemacht hat, finden die Proben jetzt wie geplant täglich statt und am Samstag, 08. Mai ist unsere Premiere.

dsc00192Foto: Landestheater Schwaben

Nur noch drei Wochen bis zur Premiere und der Regisseur ist nicht da. Der steckt wegen der Vulkanaschewolke in Spanien.

So hat es ausgeschaut als unser letzter Probenblock anfing. Das bedeutet eigentlich: Es ist endlich der Tag gekommen, an dem der Text, die Regieanweisungen, die Verteilung der „Rollen“ usw. feststehen und es kann damit begonnen werden unser Stück einzustudieren. Die Proben zuvor haben wir dazu genutzt das Theaterstück zu entwickeln nach der Vorlage des Buches „Kinder über den Holocaust“.

Aber jetzt ein Zeitsprung zu den Anfängen unseres Jugendliteraturclubs. 2008 haben sich 20 Jugendliche zwischen neun und zwanzig Jahren zusammengefunden. Die Anzahl der Mitglieder schwankte immer wieder im Laufe der letzten zwei Jahre.

Die Treffen leitet die Theaterpädagogin Miriam Hanf. Mit ihr zusammen haben wir alle Stücke am Landestheater Schwaben nicht nur angeschaut, sondern auch vor- und nachbearbeitet. Wir haben die Textbücher gelesen und zusammengefasst, z.B. indem wir Personenkonstellationen aus den „Nibelungen“ in Schaubildern dargestellt oder einen Comic von Faust erstellt haben. Aber wir konnten auch einen Einblick in die Entwicklung eines Theaterstückes gewinnen, indem wir die ersten Entwürfe der Kostüme und der Bühnenbildmodelle anschauen oder auch bei den Proben zuschauen konnten.

Das Kennenlernen der vielen verschiedenen Berufe hat uns geholfen, besser zu verstehen, was am Theater eigentlich hinter der Bühne passiert. So ist es jetzt viel leichter für uns, selbst auf die Bühne zu gehen, weil wir über die Abläufe schon bescheid wissen.

(Text: Kristina)

Ode an den LiteraturClub

Dienstag, 4. Mai 2010

Oh LiteraturClub – wir lieben dich!

Bitte lass uns nie im Stich!

Soviel hast du uns schon beigebracht

und dabei haben wie eine Menge gelacht.

Einen tollen Regisseur haben wir gefunden,

Alexander May ist sein Name,

mit ihm haben wir uns geschunden.

Uns zu unterstützen ist seine Gabe.

Miriam Hanf mit früherem Namen Bierwagen

hat uns auf unserem Weg oft getragen.

Die Proben waren nicht immer leicht,

manchmal waren sie sogar ziemlich seicht.

Doch bald haben wir unser Stück gemeistert,

die Zuschauer sind hoffentlich sehr begeistert

und finden, wir haben was Gutes zusammengekleistert.

(Text: Der LiteraturClub)


8223-0741 Findet ihr uns?                                                              Foto: Karl Forster

Nichts ist vergleichbar mit dem LiteraturClub

Dienstag, 4. Mai 2010

Nach anderthalb Jahren Zusammenarbeit war es endlich so weit. Unser Thema stand fest. Aber statt Jubelschreie und Freudentränen war es eher genervtes Stöhnen und Augenrollen. Wir bekamen ein ca. 2.000-seitiges Buch, das wir in den Sommerferien lesen sollten. Das handelte dann auch noch über das Lieblingsthema jedes Geschichtslehrers: den Holocaust. Fast niemand hatte das Buch nach der 6-wöchigen Pause gelesen. Und dann kam Alexander, unser Regisseur und alles wurde spannend.

Das langweilige Thema „Holocaust“ wurde von Probe zu Probe interessanter. Viele Sachen, von denen man dachte, dass man sie wüsste, waren dann doch unklar. Und von Wörtern wie „Liquidierung“ hatte noch niemand von uns vorher gehört, bzw. niemand wusste die eigentliche Bedeutung. Durch witzige Spiele, die zuerst scheinbar nichts mit dem Thema zu tun hatten, lernten wir in die Rollen zu schlüpfen und Spaß am Spielen zu haben. Immer wieder wurde uns nahe gelegt, dass die jüdischen Kinder nicht immer traurig in der Ecke standen und getrautert haben. Das umzusetzen war zuerst etwas schwer. Auf der einen Seite musste man das traurige verlassene Judenkind spielen, dass gerade seine Eltern verloren hatte, auf der anderen Seite sollte man wie ein ganz normales 10-jähriges Kind lachen und Spaß haben. Es dauerte seine Zeit bis jeder verinnerlicht hatte, wie man es am besten anstellte diesen Zwiespalt am besten rüber zu bringen.

dsc00130Foto: Landestheater

Als wir endlich verstanden, worum es ging, und wie wir es umsetzen sollten, kam ein kleiner Schock für uns. Es gab kein richtig fest geschriebenes Textbuch. Und als uns die niederschmetternde Nachricht erreichte, dass wir bis zu der Generalprobe nicht genau wissen würden, wie der Abend genau ablaufen sollte, wurden die meisten unruhig. Wir verstanden die Welt nicht mehr! Was war das für ein Theater, ohne das jeder genau wusste, wer wo stand und wann genau wer sprach? Niemand zuvor hatte je so gearbeitet, außer Alexander. Der wusste von Anfang an, wie es laufen würde. Aber nach kurzer (oder etwas längerer) Eingewöhnungszeit hatte niemand mehr ein Problem damit. Wir vertrauten Alexander.

Im Moment stehen wir eine Woche vor der Premiere. Die letzten beiden Wochen waren die anstrengendsten und die lustigsten der ganzen LiteraturClub-Zeit. Jeder ist freudig gespannt, wie unser Abend ablaufen wird. Zu dieser Zeit kann ich sagen, dass es einfach bombastisch wird. Auch wenn noch niemand genau sagen kann in wie fern.                                                                          (Text: Rosa)



PREMIERE am 08. Mai 2010 - Landestheater Schwaben in Memmingen

Montag, 3. Mai 2010

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Doch ich lebe immer noch – Ein Theaterprojekt

Wenn die Älteren miteinander sprachen, dann wollte ich es auch wissen und hörte so zu, dass sie mich nicht sahen. (…) Ich wusste nicht, was das Wort “Aussiedlung” bedeutet. () Später sah ich, wie die Deutschen das Ghetto mit einer roten Mauer einmauerten, und Mama begann ein Gespräch mit Papa, so, dass ich nichts hören konnte. Ich verstand, dass sich etwas Unangenehmes anbahnte, wenn Papa so mit Mama spricht, dass ich nichts hören kann. Seweryn Dobrecki, geb. 1936

Die Jugendlichen des LiteraturClubs konfrontieren sich und ihr Publikum mit den Aufzeichnungen jüdischer Kinder, die den Holocaust überlebt haben. Es sind Botschaften aus völlig fremden, unvorstellbaren Lebensumständen, zu Protokoll gegeben von Kindern und Jugendlichen, denen ein normales Aufwachsen verwehrt blieb.

Jenseits von schulischem Faktenwissen begeben sich die Jugendlichen aus Memmingen in eine szenische Auseinandersetzung zum Thema Holocaust. Einfühlendes Nachspielen kann nur scheitern. Darum versuchen sie sich erzählend der Lebenswirklichkeit ihrer damaligen Altersgenossen anzunähern, probieren improvisierend, mit Mitteln des Theaters, dazu Bilder zu finden, die ihnen die Überlebensprotokolle begreifbarer machen.

Ein Gedenken der anderen Art.

Projektleitung: Joséphine Weyers

Künstlerische Leitung: Alexander May

Bühnenbild und Kostüme: Sabine Manteuffel

Dramaturgie: Butz Buse

Theaterpädagogik: Miriam Hanf

Mit: Annika Bentele, Franziska Cramer, Román Degenhart, Ann-Kathrin Eberhard, Friedericke Faas, Kim Földing, Maria Gourgis, Merita Kicmari, Rosa Kraus, Maxi Land, Kimberly Patton, Annika Rogg, Hannah Rogg, Olivia Sado, Isabell Sailer, Kristina Schott, Bianca Waldner, Julia Waldner

“Doch ich lebe immer noch” - Ein Theaterprojekt des LiteraturClubs am Landestheater Schwaben

Montag, 3. Mai 2010

Gegründet wurde der LiteraturClub des Landestheaters Schwaben im Goethejahr 2009. Und wie der Name schon sagt, steht die Auseinandersetzung mit Literatur, genauer: mit Theaterliteratur im Vordergrund. Wir sind 18 Schülerinnen und Schüler zwischen 10 und 19 Jahren (aus Grund-, Haupt- und Realschule sowie Gymnasium und FOS/BOS) und beschäftigten uns in wöchentlichen Treffen mit Stücktexten und deren Umsetzung auf der Memminger Bühne. Lesen, diskutieren, hinter die Kulissen blicken, Antworten finden auf Fragen wie „Wie funktioniert Theater?“ und „Lässt sich Faust II überhaupt inszenieren?“ standen auf dem Stundenplan. Nach einer Spielzeit hat sich aus den verschiedenen Teilnehmern eine homogene theaterbegeisterte Gruppe gebildet, in der Herkunft und Schulart keine Rolle mehr spielen. Alle 18 Jugendlichen setzen den LiteraturClub in der zweiten Spielzeit fort.

LiteraturClub schtzngrmmFoto: Karl Forster

Jetzt gehen wir selbst auf die Bühne: gemeinsam mit dem Regisseur Alexander May erarbeiten wir ein Stück über Kinder, die den Holocaust überlebt haben. Basis dafür bilden die Bücher Kinder über den Holocaust – Frühe Zeugnisse 1944-1948 (F. Tych, A. Kenkmann, E. Kohlhaas, A. Eberhardt) und Ein Glückskind (T. Buergenthal). In mehreren intensiven Probenblöcken setzen sich die Teilnehmer des LiteraturClubs mit diesem wichtigen Thema deutscher Geschichte auseinander. Wir sind zu Experten der jüdischen Schicksale geworden und haben uns intensiv in die Zeit und damaligen Verhältnisse eingearbeitet.

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Foto: Landestheater Schwaben

In der Entwicklung des Stückes schlüpfen wir nicht in die Rolle der den Holocaust überlebenden Kinder, wir bleiben immer wir selbst und spielen Passagen skizzenhaft nach. Durch Improvisations- und Rollenspiele entstanden szenische Sequenzen in Anlehnung an die damalige Zeit, die durch Bezüge zur Gegenwart gebrochen werden. Auch die im Probenprozess entstehenden Diskussionen und Schwierigkeiten beim Versuch, sich der Realität jüdischer Kinder zu nähern, werden im Stück thematisiert.

Maxi und MeritaFoto: Landestheater Schwaben

Durch die Arbeit mit Regisseur, Theaterpädagogin und Schauspieler haben wir nicht nur Theaterbasics kennengelernt, die wichtig für unseren Bühnenauftritt sind, sondern probieren und trainieren diese auch für das „echte Leben“: Teamfähigkeit, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Körper- und Raumbewusstsein, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und der aktive und kreative Umgang mit Texten und Sprache sind nur einige der sozialen Kompetenzen, die im Theaterspiel erlernt und geübt werden und die uns natürlich  auch nach der Premiere des Stückes “Doch ich lebe immer noch” erhalten bleiben werden.

8223-107 Foto: Karl Forster