Blog „Fit fürs Abi in 5 Tagen 2013“

Fit Fürs Abi In 5 Tagen

Freitag, 22. Februar 2013

Ein paar kleine Interviews mit Kritik von den Zuschauern heute Abend:

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Florian (17), Freddy (19):

„Uns haben alle Theaterinszenierungen gut gefallen und auch fürs Abi geholfen, aber an manchen Tagen wie heute waren die Aufführungen näher am Buch und die Vorträge hilfreicher fürs Abi.“

Sarah (18), Jana (18):

„Wir finden gut, dass durch die Stücke alles wieder in Erinnerung gerufen wird, aber wird finden es etwas schade, dass wichtige Szenen in den Aufführungen ausgelassen wurden.“

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Luca (18), Saskia (17), Jessi (18):

„Die Aufführungen helfen, die ganzen Abithemen wieder aufzufrischen und sind nicht nur zur Unterhaltung da. Es wäre noch besser gewesen, wenn man die Charaktere stärker herausgebildet hätte.“

Robin (18):

„Mir gefallen die Stücke sehr gut. Die Vorträge könnten noch mehr auf die Stücke selbst bezogen werden, aber mir hat sehr gefallen, dass durch so wenig Aufwand so viel Effekt erreicht wurde.“

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Alisa (19), Anne (17):

„Wir empfinden das Festival als sehr hilfreich, da die Vorträge, die sogar noch länger sein könnten, einem gut geholfen haben und die Stücke die Charaktere verdeutlicht haben.“

Asal (19):

„Ich fände es gut, wenn man den Schülern vorher die Möglichkeit geben würde zu sagen, was sie erwarten oder was ihnen nützen könnte. Aber mir hat das Festival auf jeden Fall fürs Abi geholfen.

Ronja

Fit Fürs Abi In 5 Tagen

Freitag, 22. Februar 2013

Der Besuch der alten Dame

Der letzte Festivaltag begann heute mit dem Vortrag von Magdalena Hack über den „Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt. Sie erklärte genauer den Begriff der „Gerechtigkeit“, der öfter in dem Buch erwähnt wird, und beschrieb die verschiedenen Interpretationsansätze, die bei diesem Buch möglich waren.

Dem Vortrag folgte die eigentliche Aufführung von dem „Besuch der alten dame“. Das von Maria-Elena Hackbarth inszenierte Stück zeigte, wie schnell moralische Werte vergessen werden können, wenn das eigene Glück in Form von Geld lockt. Ein kreatives Bühnenbild, in dem sogar ein Auto von der Decke gelassen wurde, unterstrich die Auffürhung nochmals. Der Applaus zeigte, dass auch dem Publikum die Aufführung gefallen hat: Es war ein schöner Abend und vor allem ein toller Abschluss für das „Fit fürs Abi in 5 Tagen“ – Festival.

In der nächsten halben Stunde folgen außerdem noch in paar Interviews, die mit euch, also den Zuschauern, gemacht wurden. Es lohnt sich reinzuschauen!

Ronja

Fit Fürs Abi In 5 Tagen

Freitag, 22. Februar 2013

Die Teilnehmer vom POETRY-SLAM

blog(Der Gewinner: Freddy)

blog2(Alice)

blog3(David)

blog4(mit Gesangseinlage: Jannik)

blog5(Simon)

blog6(Lotta)

blog7(Der Mann mit dem unaussprechlichen Namen stand ganz ohne Text und Mikrofon auf der Bühne und improvisierte seinen Slam)

blog8(Sami)

blog9(Aaliyah)

blog10(Anne)

Marlen


Fit Fürs Abi in Fünf Tagen

Freitag, 22. Februar 2013

Ist Poesie bewertbar?

Einen wunderbaren, poetischen Abend hatten wir! Lars Ruppel moderierte den 4. Schüler-Poetry-Slam und stellte gleich zu Anfang fest, dass der Slam kein Wettbewerb sein soll, sondern als Spiel begriffen werden muss. Er glaubt an die Macht der Poesie. Und die hat uns alle ergriffen. Es konnte viel gelacht werden, die Texte waren aus dem Leben gegriffen und fanden Zustimmung beim Publikum. Die Trophäe- ein orangener Goethekopf- ging an Freddy, mit seinem Text über die Liebe zum Bier. Es war ein wirklich toller Abend, der noch versüßt wurde, als nach dem Slam die drei Jungs von HerTZsprung einige Songs zum besten gaben. Bilder von allen Teilnehmern gibt es natürlich morgen.

Schöne Träume!

Marlen

Fit Fürs Abi In Fünf Tagen

Donnerstag, 21. Februar 2013

Homo Faber

Heute wurde das Stück „Homo Faber“ von Max Frisch, inzeniert von Gernot Plass, auf der Theaterbühne gespielt. Dabei wurde die lange Reise des 50jährigen walther faber dargestellt, die nicht nur durch viele verschiedene Länder durch unterschiedlichste Landschaften und Regionen führte, sondern auch durch unterschiedliche Zeitepochen. Trotz des eher traurigen endes war das Publikum hellauf begeistert – der lange Schlussapplaus und die vielen Pfiffe und Rufe zeigten das nur allzu deutlich. Verständlich, schließlich zeigten sich die Schauspieler von ihrer besten Seite! Ich persönlich muss sagen, dass mir das Stück wirklich sehr gut gefallen hat. Und obwohl es  in einer anderen Zeit spielt, kann man doch viele Themen und Fragen noch auf heute beziehen: Was macht die Jugend (von heute) aus? und wie sollte man die Welt eigentlich sehen? Rational (wie Walther faber) oder doch eher gefühlvoll (wie Elisabeth/Sabeth)? Und was bestimmt eigentlich unser Leben – Zufall oder Schicksal?
Auf jeden Fall ist Homo Faber nur zu empfehlen.

Ronja

Fit Fürs Abi in 5 Tagen

Donnerstag, 21. Februar 2013

Bericht erstatten- Ich preise das Leben

Einen Vortrag zu „Homo Faber“ gab es heute Nachmittag, gehalten von Annika Christof (Literaturinstitut Marbach). Sie thematisierte Fabers Ablehnung gegenüber Fügung und Schicksal, die symbolische Bedeutung der verschiedenen Schauplätze und die Verschachtelung der Zeitebenen im Roman. Sie machte deutlich, dass Literatur kein Ferigprodukt ist, denn „Homo Faber“ besitzt eine lange Entstehungsgeschichte. Frisch schrieb Briefe an seinen Freund und Verleger Peter Suhrkamp, die diese Entstehungsgeschichte dokumentiert. Annika Christof schloss mit einem schönen Zitat von Frisch:

Es ist, glaube ich, ein hundstrauriges Buch, hervorgegangen aus einem Sommer, wo ich sehr intensiv lebte.

PS: „Homo Faber“ trug den Arbeitstitel „Ich preise das Leben“.

Gleich gehts weiter mit dem 4. Schüler-Poetry-Slam, moderiert von Lars Ruppel. Ich freu mich drauf und bin gespannt!

Marlen

Fit Fürs Abi in 5 Tagen

Donnerstag, 21. Februar 2013

Du schlichtes Mädchen im Alltagskleid *

Heute durfte ich mir den Liebeslyrik-Workshop ansehen. Annika Christof vom Literaturinstitut Marbach leitete den Workshop und gab der Klasse einige wichtige Werkzeuge zur Gedichtinterpretation in die Hand. Dadaismus, Sturm und Drang, oder Romantik? Wie kann man Liebesgedichte in die richtige Epoche einordnen?

Nachdem sich vier Gruppen gebildet haben und jede Gruppe mit einem Gedicht ausgestattet worden ist, fingen hitzige Diskussionen an. Jambus, Daktylus oder Anapäst? Ellipse- was war das nochmal? Schließlich wählte jede Gruppe ein Pärchen aus, um die Ergebnisse vorzustellen. Und dabei sind richtig spannende Interpretationsansätze entstanden. Wieder mal eine Bestätigung dafür, dass es eben nicht nur die EINE richtige Interpretation gibt.

Am Schluss gab es noch was auf die Ohren: A-N-N-A von Freundeskreis. Die haben nämlich bei Kurt von Schwitters geklaut und Max Herre rapt: Anna! Wie war das da bei Dada? Du bist von hinten wie von vorne ANNA.

img_0gruppe1(Die beiden stellten die Ergebnisse ihrer Gruppe vor. Sie beschäftigten sich mit dem Gedicht „Das Rosenband“ von Klopstock)

img_0gruppe2(Hier ging es um „Der Spinnerin Nachtlied“ von Brentano)

img_0155(…und hier um „Ein alter Tibetteppich“ von Else Lasker-Schüler)

img_0gruppe4(Die vierte und letzte Gruppe behandelte „An Anna Blume“ von Kurt Schwitters)

*aus „An Anna Blume“ von Kurt Schwitters

Marlen

Fit Fürs Abi in 5 Tagen

Donnerstag, 21. Februar 2013

Schonmal vorweg – ein Interview mit Gernot Plass zu „Homo Faber“.

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Gernot Plass legte in dieser Spielzeit eine eigene Bühnenfassung von HOMO FABER vor und inszenierte diese am Theater Baden-Baden. Er wurde 1966 in Wien geboren und ist sowohl Schauspieler als auch Autor, Regisseur, Musiker und Komponist. Er absolvierte ein Musik- sowie Schauspielstudium am Konservatorium der Stadt Wien. Es folgten Engagements im In- und Ausland. Gernot Plass ist Gründungsmitglied des TAG in Wien (Theater an der Gumpendorfer Straße). Dort arbeitet er auch als Schauspieler („Iaxnbruad“, „Wisching Well“, „Yann und Beatrix“, „Herr Mautz“ u.a.) und Theatermacher („Hamlet Sein“, „Der Prozess“, „Richard 2“). In der letzten Spielzeit inszenierte er im Rahmen von Fit Fürs Abi DER PROZESS von Franz Kafka.

Wenn man den Roman mit der Bühnenfassung vergleicht, merkt man, dass ein paar Figuren gestrichen worden sind. Wie wandelt man einen Roman in ein Theaterstück um?

Man muss prinzipiell sagen, dass im Roman andere Regeln gültig sind, als im Drama. Das sind zwei ganz unterschiedliche Literaturgattungen. Ein Roman hat natürlich diese ganze Innensicht, diesen Ich-Erzähler. Das ist ein Vorteil. Die Gedanken, die Walter Faber hat, die Beschreibung der Umgebung, das ist auf der Bühne sehr schwer umzusetzen. Ich habe versucht diesen narrativen, epischen Text in einen Dialog zu übersetzen. Dabei reduziert man zwangsläufig die Figuren. Das ist aber nicht nur Reduktion, sondern auch Konzentration. Ich musste den Roman auf die Haupthandlung reduzieren, ihn verdichten und somit auf den Punkt bringen. Es gibt in HOMO FABER viel epische Garnitur aber es gibt auch eine wunderbare dramatische Handlung. Auf die habe ich mich konzentriert.

Sie verwenden in der Bühnenfassung einen ganz besonderen Sprachstil. Durch die Verwendung von Jamben schaffen Sie einen schnellen Rhythmus. Warum haben Sie so geschrieben?

Der Jambus, der Rhythmus der Sprache ist etwas Uraltes und gleichzeitig etwas Neues. Rap Musik ist zum Beispiel nichts anderes als Rhythmische Rede. Rap Musik macht nichts anderes als die Klassiker. Es entsteht ein Sprechrausch aber auch ein Hörrausch.

Ich habe mich mit dem Pentameter und mit dem Jambus auseinander gesetzt. Mittlerweile bin ich ganz gut geübt und kann fast jeden Text – theoretische, soziologische, wissenschaftliche Texte – in Jamben setzen. Dadurch entsteht diese Dichte, die mich so interessiert.

Das Bühnenbild ist insgesamt sehr schlicht. Warum?

Ich bin ein starker Vertreter des leeren Raums. Ich glaube nicht, oder nicht mehr, an die so genannte Illusionsbühne. Das Theater besitzt einen Vorteil: die Phantasie. Die Phantasie des Betrachters. Da gibt es ein paar Tricks, die gab’s schon bei Shakespeare. Die leere Bühne, die die Phantasie anregt. Es kann alles erzählt werden und das Publikum glaubt das. Natürlich gibt es Hilfsmittel: Technik, Ton und Licht. Manchmal stehen ein paar Sessel herum, die Schauspieler nehmen zwei Sessel, einen Koffer und sagen: „Wir sitzen in einem Jeep“ und das Publikum kümmert sich nicht um die nicht stattfindende Illusion, sie wollen wissen, wie es weitergeht.

Homo Faber ist ein Sternchen Thema in Baden-Württemberg. Was macht die Geschichte für junge Menschen spannend?

Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Eigentlich ist die Hauptfigur, die Figur, mit der man sich identifiziert ein reifer Mann. Er wird in dem Roman 50, ist in der Midlife-Crisis und hat Krebs. Er steht kurz vor dem Tod. Warum der Roman für junge Menschen so beeindruckend oder interessant ist, dass ist mir fast ein Rätsel. Aber irgendwie ist es so. Ich habe den Roman auch als Jugendlicher gelesen und war beeindruckt. Dieser Mensch, Walter Faber, der sehr reduziert ist und eine sehr gefühlskalte Haltung gegenüber seinen Mitmenschen hat, erzählt wie das Leben funktioniert. Vielleicht ist es diese Erklärung des Lebens die junge Leute interessiert.

dsc_001blog(Gernot Plass beim Interpretationsworkshop von „Der Prozess“ am Dienstag)

Marlen

Fit Fürs Abi In 5 Tagen

Mittwoch, 20. Februar 2013

In der Pause zwischen Vorstellung und Vortrag bin ich heute ein wenig umhergelaufen und habe bei euch nachgefragt: Wie findet ihr das Festival bis jetzt?

Sarah (17)

img_01neu„Ich finde es sehr gut hier und ich glaube, es wird mir viel fürs Abi bringen.“

Lee (16)

img_03neu„Ich finde es sehr interessant den Stoff auf der Bühne zu sehen. Manchmal nervt es mich, dass einige im Publikum so offensichtlich uninteressiert sind. Das ist respektlos.“

Anabel (16)

img_02neu1“ Ich freue mich über das Angebot hier! Das Festival eröffnet eine ganz neue Perspektive. Schön, dass wir es mitgestalten durften!“

Anabel, Lee und Sarah sind Darsteller im Liebeslyrik-Projekt  „Am Glücke kleben“.

Maximilian (18)

img_04neu„Ich finde das Programm sehr hilfreich, als Auffrischung, wenn man die Lektüre lange nicht gelesen hat.“

Ferdinand (18)

„Ich gehe grundsätzlich sehr gern ins Theater. Das Festival ist eine gute Ergänzung zum gewohnten Stoff, reicht aber auf jeden Fall nicht als Abi-Vorbereitung.“

Marlen

Fit Fürs Abi in 5 Tagen

Mittwoch, 20. Februar 2013

Wortgewirr ordnen

Heute drehte sich alles um den gescheiterten Rosshändler Michael Kohlhaas. In der Inszenierung von Michael Miensopust erzählten Edgar M. Marcus und Henning Bormann von diesem rechtschaffenen Bürger, der sich mit aller Macht Gerechtigkeit verschaffen will. Was ist das für eine Figur? Anarchist, Terrorist, oder Held?  Diese Frage stellte auch Johannes Kempf vom Literaturinstitut Marbach am Anschluss an die Vorstellung. Er referierte vor allem über die Komplexität der Sprache dieser Novelle. Das ganze Wortgewirr muss erstmal geordnet werden. Interessant zu erfahren war auch, dass Kleist zu Lebzeiten nicht besonders erfolgreich war, was zum Großteil daran lag, dass Goethe und Schiller seine Werke zurückwiesen, sie konnten mit seinen Texten einfach nichts anfangen. „Nachruhm- welch ein seltsames Ding.“

dsc_00078(Johannes Kempf)

Marlen