Blog „Landesschülertheatertreffen Sachen-Anhalt, "Puls90" (2010)“

Der Eröffnungsabend

Sonntag, 13. Juni 2010

Kurz ausgedrückt: Es wurden Schuhe geworfen, Witze erzählt und getanzt. Das war die fulminante und rasante Eröffnungsshow des 18. Schülertheatertreffens. Außerdem richtetetn Jens Antefuhr (Vertreter des Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt) und Jutta Rehpenning (Vorstandsmitglied der LanZe) Grußworte an die Teilnehmer. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch Arizona (Diva), Katharina (Mauerblümchen), Bronko (Macho in Form eines Putzteufels) und der Earl of Grey (Adliger, der den Zeiten Bismarcks hinter hert trauert). Diese Vier werden die Theatergruppen auch noch weiterhin begleiten.

Es folgte die Aufführung von “Die Kleinbürgerhochzeit” der Gruppe “Kleinbürger” der Landesschule Pforta:

Langsam verhallt das große Getuschel. Das erste Stück des diesjährigen Schülertheatertreffens kann beginnen. Bald. Gleich. Jetzt! Das Licht geht an und acht aufgesetzte Personen sitzen starr nebeneinander auf ihren Stühlen. Die verschiedenen Figuren versuchen zwanghaft ein Gespräch zu führen. Doch das, was entsteht, ist alles andere als eine angeregte Konversation. Es wird nicht hingehört und besonders die Anekdoten des Vaters laufen ins Leere. Viel lieber wird über Belanglosigkeiten wie den Verzehr von Kabeljau philosophiert. Und man fragt sich nur: Was soll das denn werden? Was wollen sie sich denn sagen, oder besser, wollen sie sich überhaupt etwas sagen? „So: Jetzt seid doch mal lustig!“ Eine scheinbar unpassende Anweisung, aber man wünscht sich inständig, dass die Charaktere anfangen zu agieren. Und plötzlich: Sie springen auf! Wollen tanzen – Walzer! Aber falsch gedacht: Es wird sich an den Klamotten gezogen, aneinander gezerrt und geschuppst. Eine absurde Art von Theater wird gezeigt. Die Figuren nehmen sich nun wahr, sie beleidigen und blamieren sich – eine verbale Eskalation. All diese Entgleisungen gipfeln in einem, im wahrsten Sinne des Wortes, hammerharten, ersehnten Knall. Einer der so mühevoll vom Ehegatten gebauten Stühle wird zerschmettert – eine Befreiung?! Einfach so? Sind es nur ein Stuhl und ein Tisch, die zertrümmert werden? Oder sind es Platzhalter für Menschen? Emmy wird von ihrem Mann geschlagen. Sie ist verletzt. Wir auch? Können wir mit ihr fühlen, obwohl sie ihrer besten Freundin die Hochzeit versaut? Eine unvergessliche Hochzeitsfeier kann man nur im Kreise geliebter Menschen erleben. Diese acht Kleinbürger sind grundverschieden, mit den anderen und auch mit sich selbst unzufrieden. Und gar das Brautpaar scheint am Ende des Abends an ihrer Liebe zu verzweifeln: „Jetzt ist nichts mehr heilig!“ – „Nein, es ist Hochzeitsnacht!“. Die Gruppe zeigte uns einen Hochzeitsabend, der abstruser nicht hätte sein können und appellierte daran, eigene Konflikte kritisch zu überdenken.

Erwartungen

Samstag, 12. Juni 2010
Die Redaktion der Festivalzeitung

Caro, Philipp (Ltg.), Tabitha, Guido, Lilly, Valerie (Layout)

Den Festival-Blog zum 18. Schülertheatertreffen des Landes Sachsen-Anhalt wird durch die Redaktion der Festivalzeitung betreut. Die Festivalzeitung erscheint jeden Morgen und informiert über die Inszenierungen des Schülertheatergruppen, über die Veranstalter und Mitarbeiter des Festivals sowie weitere Informationen rund um das Thema Theater.

Ich erwarte vom 18. Schülertheatertreffen des Landes Sachsen-Anhalt …

Caro: … ein paar theatralische Tage, an die wir uns noch lange gern zurückerinnern.

Guido: … eine Menge Schreibspaß, kreative Jugendliche und lange Nächte.

Lilly: … eine Menge junger Leute, die Spaß daran haben, neue Ideen auf die Bühne zu bring­en und sich mit anderen Theaterbegeisterten auseinanderzusetzen. Außerdem hoffe ich auf viele Kreative Köpfe und starke Impulse, die nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

Philipp (Leitung): … eine Zeit, die man durch ihre Intensität so schnell nicht vergessen wird; Momente, die den eigenen kulturellen Horizont erweitern und eine Belebung der Schul­the­aterszene Sachsen-Anhalts.

Tabitha: … vier unvergessliche Tage in Magdeburg; junge und motivierte Menschen, die Spaß daran haben Theater zu spielen und Theater zu sehen; spannende Gespräche, viel Lob, kon­struktive Kritik; Spaß an und mit der Kultur; lustige und traurige Momente auf der Bühne und viel Chaos dahinter; wenig Schlaf und keine Ruhe; eine aufregende Zeit, die unseren Horizont erweitert und unsere Liebe zum Theater bestärkt.

Valerie (Layout): … viel Arbeit, viel Theater und viel Kaffee.


Vorankündigung

Samstag, 12. Juni 2010

Das Herz schlägt. Wir spüren den Puls. Dann erleben wir intensive Momente und der Puls steigt. Wir lassen uns mitreißen. Der Puls als Sog, der uns vor-antreibt. Und so bleibt er nicht länger Sinnbild des menschlichen Herzens, sondern beschreibt ebenso einen auflebenden Ort oder eine begeisterte Menschenmasse, eine Generation.

Unter dem Motto „Puls90“ findet vom 13. bis 16. Juni 2010 das 18. Schülertheatertreffen des Landes Sachsen-Anhalt im Schauspielhaus Magdeburg statt. Es gibt neun Schüler­the­ater­grup­pen aus dem ganzen Land die Chance, sich zum Zusammenleben verschiedener Generationen, deren Emotionen und Lebensperspektiven sowie über die Theaterkunst auszutauschen. Auß­er­dem soll die qualitative Band­brei­te der Schülertheaterszene in Sachsen-Anhalt ersichtlich wer­den. Dazu finden Workshops und Diskussionen statt und jede teilnehmende Gruppe darf sich zu dem mit einer eigenen Inszenierung auf der Bühne präsentieren. Am Ende der vier Festivaltage wird dann der LanZe-Pokal durch eine Fachjury und die Teilnehmer des Treffens vergeben. Ausgezeichnet wird diejenige Gruppe, der es am besten gelungen ist, das Publikum mit ihren Themen zu erreichen und zum Staunen zu bringen.

Im Mittelpunkt steht jedoch der kulturelle Austausch unter Schüler, Spielleitern und Fachleuten. Und nur so kann der Puls nach oben schnellen. Wird er hoch? Klopft er hart oder weich? Kommen die Impulse gleichmäßig oder wechselhaft? Ruht er? Wir werden es erleben!