Blog „Wiener Festwochen – jugendFREI 2011“

Was ich von der Kritikerrunde mitgenommen habe?

Montag, 4. Juli 2011

Stella bei der Arbeit!Die Kritikerrunde hat mir gezeigt, das Theater von einer anderen Perspektive zu betrachten. Natürlich ist es Arbeit gewesen, aber es hat besonders viel Spaß gemacht. Die einzelnen Aufführungen sind eine Sensation gewesen und ich persönlich habe nur wenige als uninteressant empfunden. Wir haben Menschen aus dem Publikum, wichtige Persönlichkeiten und Künstler interviewt. Wir haben hervorragende Unterstützung von dem Wiener Festwochen Büro, unserer Betreuerin und anderen Mitunterstützern erhalten.

Als Teil der Kritikerrunde habe ich mich stark gefühlt. Wir haben unsere Erfahrungen in Bereichen Kunst, Kultur, Theater und Musik ausgetauscht und uns ideal ergänzt. Somit ist es mir möglich gewesen mein Wissen in dieser Hinsicht zu erweitern.

Bianca, Kathi, Corinna, Pia und Katharina sind mir wirklich ans Herz gewachsen und ich kann mir nicht vorstellen ohne sie zu einer Produktion oder Installation zu gehen. Aber leider sind die Festwochen zu Ende. Die Kritikerrunde ist eine Erfahrung, die ich nie und nimmer hergeben werde. Sowohl meine Familie als auch meine Freunde und Bekannten sind stolz auf mich. Nicht nur über die Tatsache, dass ich mitgemacht habe sondern auch über die Tatsache, dass ich es überhaupt versucht habe trotz eigener Zweifel. So haben mir die Wiener Festwochen gezeigt, was in mir steckt, wenn ich mich für Etwas wirklich engagiere.

Auf jeden Fall möchte ich besonderen Dank an unsere bereits schon erwähnte Betreuerin richten, da sie mich persönlich immer unterstützt hat, immer gute und produktive Ideen vorgeschlagen hat und uns trotzdem die Möglichkeit gegeben hat unsere Ideen einzubringen. Sie verwaltete auch unseren Blog und dafür möchte ich ihr nochmals danken!

Ich kann jedem Jugendlichen empfehlen es nächstes Jahr zu versuchen und ebenfalls atemberaubende Festwochen zu erleben – als Teil der Kritikerrunde. Denn so etwas ist wirklich einzigartig! Es macht Spaß, man lernt Leute kennen und kann sein kulturelles Wissen erweitern.

Stella Whitney Fuhs

Was in Erinnerung bleiben wird…

Dienstag, 21. Juni 2011

Pia bei der Kritikerarbeit!Ich habe neun Veranstaltungen (+ einige Treffen mit der Kritikerrunde und unser Interview für den „Kurier“) der Wiener Festwochen miterlebt und ich habe tolle Leute kennen gelernt. Am Anfang fand ich das Kritiken schreiben anstrengend, doch es hat sich wirklich ausgezahlt, hier dabei gewesen zu sein. Die imposante Eröffnung der Wiener Festwochen begann mit den wunderbaren Melodien der vielen verschiedenen Chöre am 13.Mai und der Publikumsgesang bei „Ode an die Freude“ wird mir sicher noch länger in Erinnerung bleiben. Ich habe in der Kritikerrunde viel über die verschiedenen Theaterstücke gelernt und es hat echt Spaß gemacht!

The Desdemona Project: …exotischer Gesang mit genialen Zitaten und toller Lichtunterstützung.

Oresteia: verwirrende Openairproduktion, eigentlich ein griechisches Theater!

Melting Pot: Mulitkulti trifft Klassik: das Rockkonzert im Donauzentrum, viele junge Leute und eine tolle Stimmung!

Diebe: Ein großes Rad nahm die ganze Bühne, eine tiefgründige und doch leichte Geschichte mit schwarzem Humor.

The Far Side oft the Moon: Robert Le Page muss man einfach einmal gesehen haben, er kombiniert Film und Musik und nun weiß ich wie viel man mit einem Bügelbrett darstellen kann.

Opening Night: Eine geniale Produktion mit grandiosem Bühnenbild, das Stück handelte allerdings von einer ziemlich deprimierenden Schauspielerin in der Midlifecrisis.

Rheingold: Das war eine sehr moderne Richard Wagner Oper, hier schwankte meine Meinung über das Stück jede Minute zwischen „geniales Theater“ und „Apokalypse“.

Wiener Festwochen Lounge: Im Looshaus habe ich interessante Hintergrundgespräche mitangehört und außerdem war das eine sehr gute Englischübung für mich!

Pia-Maria Fünck

Dieses Leben ist ein Traum, bitte weckt mich nicht auf

Dienstag, 21. Juni 2011

Ich kann nicht leugnen, dass ich anfangs ein wenig unsicher bezüglich der Teilnahme an der Wiener Festwochen Kritikerrunde war. Meine Freude, die Chance teilzunehmen bekommen zu haben, war natürlich riesig, aber auch Gedanken wie „Matura und Kritikerrunde, kann das gehen?“ kamen mir in den Sinn. Letztendlich hätte ich mir keine Gedanken zu machen brauchen, die Theaterbesuche waren für mich nicht nur sehr interessant, sondern auch eine großartige Abwechslung zum „normalen“ Schülerdasein.

Katharina bei der ArbeitGenauso verschieden wie wir 5 Kritikerinnen waren auch die Theaterstücke und Events, denen wir beiwohnten. Dennoch hat jede von uns mindestens eine Sache gefunden, die ihr für immer in Erinnerung bleiben wird. Die Eröffnungsfeier, „Opening Night“, das „Blind Date“ bei Compartment City, für mich sind es unzählige Dinge gewesen, die ich nicht mehr vergessen werde. Auch sind wir in Kontakt mit SchauspielerInnen und MitarbeiterInnen gekommen und haben dadurch noch weitere Erfahrungen gesammelt.

Die Wiener Festwochen waren für mich das Eintauchen in die phantastische Welt des Theaters und der Illusionen. Jeden Tag Neues zu erleben, von einem Stück ins Nächste zu tauchen und dazwischen mit großartigen Menschen in Kontakt zu kommen, all das gehörte zu meinen Festwochen. Schade, dass sie so schnell vorbei gingen, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir, die Kritikerrunde, uns weiterhin öfter im Theater sehen werden – sei es geplant oder zufällig. Denn ins Theater zieht es uns schließlich alle.

Katharina Köberl

Besuch in der Wiener „Festwochen-Zentrale“

Freitag, 17. Juni 2011

Presse

Ein ganz normaler Tag fängt in der Presseabteilung mit Zeitung lesen an. Klingt gemütlich, doch die Schwierigkeit besteht darin jeden Artikel über die Wiener Festwochen zu finden. Alle Artikel müssen dann kopiert und in Mappen sortiert werden. Sortiert wird nach wichtigen Personen und Programmen. Außerdem muss zwischen inländischer und ausländischer Zeitung unterschieden werden. Die sortierten Pressemitteilungen werden im Pressespiegel gesammelt und danach häufig von verschiedensten Personen angefordert, zum Beispiel um herauszufinden wie ein Theaterstück beim Publikum angekommen ist.

Volle Ordnung, voller Überblick und anhand der Dicke der jeweiligen Mappe lässt sich die Medien-Präsenz der jeweiligen Inszenierung ablesen, nicht aber ob diese positiv oder negativ ausfiel                 Foto: Katharina Kolar

Jeder Text, der das Haus verlässt, muss vorher von der Presseabteilung Korrektur gelesen werden. Die persönliche Betreuung der verschiedenen Künstler bei Interviewterminen ist ebenso wichtig wie der Kontakt zu zahlreichen Reportern. Interviews vermitteln steht an der Tagesordnung und flexibel muss man in diesem Job immer sein.

Die Führung der Homepage ist nicht zu vergessen, hier kann man Neuigkeiten am Schnellesten verbreiten. Last but not least die Pressekonferenzen, – die erste große Mitte Dezember, die zweite kurz vor Berginn des Kartenvorverkaufs und Beginn der Festwochen – sie müssen bestens geplant und vorbereitet sein.

Dramaturgie

In der Dramaturgie ist man zuständig für die Programmgestaltung, außerdem werden alle Texte zu den Produktionen für das Programmbuch hier erstellt.

Stress steht an der Tagesordnung doch es ist in vieler Hinsicht ein Traumjob: Ideen für neue Produktionen suchen die Mitarbeiter ständig. Reisen und verschiedene Kulturen kennenlernen kommt hier sicher nicht zu kurz. Bei Festivals in anderen Ländern schaut man sich manchmal bis zu 5 Theaterstücke pro Tag an. Man ist ständig auf der Suche neuen nationalen und internationalen Kulturneuheiten und arbeitet am Puls der Zeit. Deswegen ist es umso notwendiger ein gorßes Team von Dramaturgen zu besitzen, welche qualifiziert genug sind um eine große Brandbreite zur Verfügung zu stellen. Da die Schauspieldirektorin Stefanie Carp und Intendant Luc Bondy bereits viele interessante Produktionen aus dem asiatischen Raum besuchen durften, ist dieses Jahr der Schwerpunkt auf Japan gefallen. Japan besitzt eine besondere Kultur und Mentalität, die wir in unserem westeuropäischen Raum nur zu gerne erkunden und kennenlernen wollen. Viele interessante Stücke aus Japan stehen dieses Jahr auf der Programmliste der Wiener Festwochen, bei welchen uns ein Einblick in die andere Art des Theaters beziehungsweise der Kunst gezeigt wird. Man ist sehr gespannt!

Eines haben die Schreibtische der Festwochenmitarbeiter gemeinsam, sie waren kurz vor Beginn der Festwochen alle voll - mit Arbeit.                  Foto: Katharina KolarEine weitere wichtige Aufgabe der Dramaturgie ist das Verfassen des „Abendprogramms“ (Programmheft), welches mehr Hintergrundinformationen zur jeweiligen Produktion beinhaltet. Die Abendprogramme sind bei den Vorstellungen kostenfrei erhältlich.

Weiters ist die Kommunikation ein wichtiger Part der Dramaturgie, die teilweise von der jeweiligen Herkunftskultur abhängig ist und die man kennen muss um sich jedem Künstler adäquat verhalten und entgegentreten zu können.


Marketing

Drei fleißige Mitarbeiter hat das Marketingteam bei den Wiener Festwochen während der Festivalzeit. Kreative Köpfe und neue Ideen sind hier gefragt. Der Magnet von Sponsor A1 mit der Aufschrift, „Publikumsmagnet“ ist zum Beispiel eine davon und wird an allen Spielstätten verteilt. Heuer werden für alle Künstler der Wiener Festwochen Räder zur Verfügung gestellt – der Verleih auch von dem kleinen Büro mit Balkon aus organisiert. Ansonsten ist das Marketing damit beschäftigt, die Wiener Festwochen im Stadtbild sichtbar zu machen, was ihnen gut gelingt, wenn man z.B. an die riesigen „Ws“ in der Stadt denkt. Ein großer Teil der Arbeit im Marketing betrifft den Bereich Sponsoring – auch in diesem Bereich sind kreative Ideen gefragt – mit 08/15 Lösungen kann man keine Sponsoren für sich gewinnen. Wenn man sich die Liste der Firmen und Institutionen ansieht, die die Festwochen unterstützen, dürfte das Marketing hier recht findig sein….

Wir haben leider niemanden von der Vertragsabteilung kennen gelernt. Doch es ist auch verständlich, dass hier kurz vor den Festwochen reger Betrieb herrscht. Die Künstler und das Haus der Wiener Festwochen wollen die optimalen Verträge bzw. Bedingungen schaffen. Es gibt noch einige Abteilungen mehr – in der Buchhaltung beispielsweise muss absolut jede noch so kleine Rechnung festgehalten werden. Denn eine genaue Bilanz ist in jeder Firma notwendig!

Pia-Maria Fünck und Stella Whitney Fuhs

(Den Blick in die „Festwochen-Zentrale“ und in die Abteilungen haben drei von uns schon eine Woche vor der Eröffnung geworfen – der Text ging aber bisher nicht online, da die Aufführungen im Mittelpunkt standen!)

„The Select“ – zieht sich wie ein Kaugummi, aber zurück bleibt ein guter Geschmack!

Mittwoch, 15. Juni 2011

Mark Barton

An manchen Stellen wird „The Select“ für den Zuschauer zu einer Herausforderung, dreieinhalb Stunden konzentriert zu bleiben ist gar nicht so leicht. Doch immer wieder werden zur Auflockerung beeindruckende Choreographien eingebaut, die Musik hält einen wach und die Leistung der SchauspielerInnen ist einfach nur top!

Man merkt, dass dieses Stück wahrscheinlich nicht als Ausklang für einen anstrengenden Arbeitstag geeignet ist, doch es wird mit solch einer Sensibilität und Freundlichkeit erzählt, dass man überzeugt sein kann, diese fast 4 Stunden sind definitiv keine verlorene Zeit! Einfühlsam und humorvoll zugleich wird das Leben zweier Menschen protraitiert, die zwar füreinander bestimmt sind, aber partout nicht zueinander finden. Am Ende bricht tosender Applaus los, erst viel später beginnt man nachdenklich zu werden. „Nutze jede Chance, die du bekommst“, ist wohl die Aussage des Stückes und in diesem Sinne empfiehlt sich auch für jeden: Nutze die Chance „The Select“ zu sehen, es ist definitiv einen Abend wert!

Katharina Köberl


The Select – Schauspielerische Glanzleistung

Mein erster Gedanke: „Dreieinhalb Stunden können eine lange Zeit sein.“ Der zweite Gedanke: „Die Schauspieler sollen gut sein.“ Und so kam es, dass sich meine Gedanken daraufhin knapp am Bühnenrand zu ordnen begannen.

Was sofort auffiel, war die grandiose schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers. Mit Leichtigkeit wechselt er als „Jacob“ zwischen der erzählenden Funktion und seiner Figur hin und her und begeistert das Publikum mit seiner Textsicherheit und tollen Glaubwürdigkeit. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Text er problemlos in diesen dreieinhalb Stunden auf die Bühne bringt, hat er doch mit Sicherheit 80% des gesamten Textumfangs.

Das Stück war allerdings etwas langsam und hat sich an gewissen Stellen zu sehr in Kleinigkeiten vertieft, aber alles in allem fiel das nicht weiter ins Gewicht.

Eine weitere Faszination lag in der Sound-Mechanik. Scheinbar etwas an das Illustrationstheater angelehnt, wurden die Töne gewisser Handlungen, wie zum Beispiel das Einschenken der Gläser, perfekt synchronisiert – eine Sound-Technik, die man nicht sehr oft live zu sehen bekommt.

Am Ende des Stückes galt mein ganzer Respekt den Schauspielern, die wirklich eine grandiose Leistung abgeliefert, trotz der langen Spieldauer die Spannung nicht verloren haben und immer wieder mit Natürlichkeit überzeugten.

Corinna Harrer

(M)Ein Date aus dem “Mc Donalds Aquarium” („Compartment City“ hautnah)

Dienstag, 14. Juni 2011

Blick in das Programmbuch von "Compartment City Tokyo", in dem alle Antworten auf die 30 gestellten Fragen gesammelt wurden und das jeder von uns als Geschenk erhalten hat!

Als man da so in der Dating-Kabine sitzt und perplex überlegt, worüber man denn sprechen könnte, kommt einem als angehende Journalistin und “Festwochen-reporterin” natürlich ganz von alleine die Idee eines Interviews. Christa, mein „Date“ aus dem “Mc Donalds Aquarium” der Dating Tour im Rahmen von “Compartment City”, ist freundlich, lacht viel und auch meine Fragen beantwortet sie gerne.

Kritikerrunde: – Wie kommen Sie zu diesem Projekt? Wurden Sie einfach am Karlsplatz angesprochen?

Christa: – (lacht) Nein! Ich komme durch Bekannte von mir dazu. Ich wurde einfach gefragt und habe ‚ja‘ gesagt!

KR: – Wieso haben Sie zugesagt?

Christa: – Ich habe einfach gefunden, dass es sich interessant, naja, eher skurril, anhört (lacht).

KR: – Kennen Sie auch den Künstler Akira Takayama persönlich? Haben Sie mit ihm eine Art Einführung zu dem Projekt gemacht?

Christa: – Ja, er hat uns allen erklärt, was genau er sich vorstellt.

KR: – Was halten Sie von diesem Projekt? Und von den Festwochen generell?

Christa: – Ich finde es unglaublich interessant, weil hier so viele Menschen zusammenkommen, die sonst nichts miteinander zu tun hätten. Zu den Festwochen gehe ich an und für sich schon. Zumindest ein paar Veranstaltungen besuche ich jedes Jahr!

KR: – Wie lange dauert dieses Dating-Tour Projekt schon? Sind Sie von Anfang an dabei gewesen?

Christa: – Zwei Wochen, von 16 bis 22 Uhr. Ich bin auch schon von Anfang an dabei – was bedeutet, dass ich jeden Tag ein Mc Donalds Menü zu essen bekomme! Ich habe auch gleich vorgeschlagen, dass wir nach diesen vierzehn Tagen den zweiten Teil zu „Supersize Me“ drehen (lacht).

KR: – Wie haben Sie diese zwei Wochen erlebt? Haben Sie diese anderen Leute, die mit Ihnen im Container sitzen, kennengelernt?

Christa: – Ja, ich habe viel Zeit gehabt, mit Ihnen zu reden. Anfangs kamen ja wirklich sehr wenige Besucher, da hatten wir umso mehr Zeit, uns kennen zu lernen und zu quatschen. Es ist total interessant, weil die Gruppe aus ganz verschiedenen Leuten besteht, die sich an und für sich gar nicht kannten. Mittlerweile kennen wir uns alle ganz gut, wir sind eine total harmonische Runde geworden. Irgendwie harmoniert es einfach! (lacht) Es ist überhaupt nicht so wie bei Big Brother. Der Container ist ja einerseits sehr eng, und außerdem ist die Gruppe sehr klein, wir sind ja nur acht Leute. Es gab bis jetzt gar keine Spannungen! Und irgendwann treffe ich diese Leute bestimmt wieder… vielleicht ja sogar am Karlsplatz. Oder anderswo.


Dann kommt irgendwo aus einem Lautsprecher in einer Ecke eine Ansage. „Kabine 2, Christa, die zehn Minuten sind um!“ und Christa schüttelt zum Abschied herzlich meine Hand.

Bianca Marion


Rollentausch: Die Kritikerrunde im Interview

Montag, 13. Juni 2011

Nach dem gemeinsamen Besuch von Robert Lepages „The Far Side of the Moon“ am 21. Mai im Burgtheater stand für Katharina, Pia-Maria, Stella und Bianca ein „Interview-Termin“ auf dem Programm – allerdings nicht mit einem der Ensemblemitglieder oder dem Publikum, sondern mit einer Redakteurin um über „erste Theaterabende, Kunsterlebnisse und die Erziehungsaufgabe, Kinder für Kultur zu interessieren“ zu sprechen.

Die Kritikerrunde im Interview über "erste Theaterabende, Kunsterlebnisse und die Erziehungsaufgabe, Kinder für Kultur zu interessieren"

Der Artikel „Theater war Mama-Zeit“ ist am 12. Juni in der „Kurier“-Beilage „Mein Sonntag“ erschienen.

Interview mit Valeria Bruni-Tedeschi – „Jetzt oder nie!“

Samstag, 11. Juni 2011

Kaum ist das Stück „Rêve d’Automne“ (in dem die französische Schauspielerin Valeria Bruni-Tedeschi die Hauptrolle spielt) zu Ende, muss das Publikum, nach einer kurzen Pause, schon in den nächsten Saal um das zweite Jon Fosse Stück des Abends zu sehen: „I Am The Wind“ steht auf dem Spielplan. Während wir uns setzen, fällt uns auf: gerade noch auf der Bühne, jetzt im Publikum! Frau Bruni-Tedeschi, immer noch im blauen Wickelkleid, das sie beim Auftritt trug, nimmt diskret Platz unter den Zuschauern. „Jetzt oder nie“ ist unser erster Gedanke, immerhin gibt es so eine Chance bestimmt nicht oft im Leben. Als die Schauspieler, unter tosendem Applaus vom Publikum belohnt, die Bühne verlassen, stehen wir auf, rennen zum Ausgang und warten. Als eine der Letzten verlässt Bruni-Tedeschi den Zuschauerraum… und wird von uns (nervös und mit etwas zittrigen Händen) erwartet. Müde sieht sie aus und leise ist ihre Stimme, doch auf die Frage, ob sie uns ein kurzes Interview gestattet, lächelt sie und nickt, „biensûr“ sagt sie und dass es sie freue, zwei so junge und Theater-begeisterte Menschen bei einem ihrer Stücke zu sehen.

Valeria Bruni-Tedeschi im Interview (En Français)

Kritikerrunde: – Frau Bruni-Tedeschi, wir gratulieren zum gelungenen Auftritt! Unsere erste Frage wäre… Wieso haben Sie heute abend sofort nach Ihrem Auftritt dieses Stück gesehen?

Valeria Bruni-Tedeschi: – Naja, der Regisseur ist ja der selbe… Und auch der selbe Autor. Ich war eben sehr neugierig, und bestimmt werde ich das Stück noch einmal sehen, wenn es in Paris aufgeführt wird, damit ich die Untertitel lesen kann. Aber ich möchte es auf jeden Fall noch einmal sehen!

KR: Wie hat Ihnen „I Am The Wind“ gefallen?

B-T: Ich habe es wirklich… einfach wunderschön gefunden.

KR: Ist es das erste Jon Fosse Stück, dass Sie aufführen?

B-T: Ja, das erste…

KR: Aus den Filmen kennen wir Sie schon gut… Dass Sie Theater spielen, war mir eher neu! Stehen Sie oft auf der Bühne?

B-T: Nein, nicht wirklich, eigentlich eher selten. Ich habe vor langer Zeit, vor zwanzig Jahren mit Chéreau (Anm.d.R.: Patrice Chéreau, berühmter französischer Film- und Theaterregisseur sowie Schauspieler und Drehbuchautor) gespielt… Und jetzt wieder. Dazwischen habe ich einige Rollen gespielt, aber eigentlich sehr wenig.

KR: Zwischen Film und Bühne, haben Sie eine Präferenz?

B-T: Nein, eigentlich nicht. Aber ich glaube, dass Theater nicht so einfach ist, es ist schwerer (lacht). Ich weiß nicht genau wieso, aber ich finde es einfach schwerer.

KR: Wir müssen sagen, es gelingt Ihnen trotzdem sehr gut! Merci beaucoup für die paar Worte!

B-T: Bonne soirée und vielen Dank ebenfalls!

Bianca Marion (Interview und Übersetzung) und Corinna Harrer (Aufnahme)

Eine Publikumsbefragung der anderen Art…

Freitag, 10. Juni 2011

… und zwar ohne Worte – nur über ein Foto, um das wir die Befragten im Anschluss an die Vorstellung von „Rheingold“ (Regie: David Marton) im Theater Akzent gebeten haben.  Für eine Fotoserie zu verschiedenen Aufführungskriterien hatten sie  (leider) keine Zeit, aber für ein „schnelles Bild“ zum Gesamteindruck. Und wer sein Gesicht nicht zeigen wollte, hatte die Möglichkeit eines von vier Smilies zu Hilfe zu nehmen!

Smiley 1Smiley 2Smiley 3Smiley 4

Los ging´s mit vier SchülerInnen…

Vier SchülerInnen nach dem Vorstellungsbesuch und ihr Gesamteindruck!                          Foto: Corinna Harrer

… und einem netten Zuschauer-Paar

"Ihr Gesamteindruck zu Rheingold?"                                          Foto: Corinna Harrer

Dem nächsten „Daumen hoch“ (nicht ganz gerade nach oben!?) folgte…

Ihr Gesamteindruck des Abends?

… der erste nicht so „freudige“  Gesamteindruck nach Vorstellungsende (Smiley Nr. 3 – auf der Skala von 1 bis 4), der …

Und wer sein Gesicht nicht zeigen wollte, konnte eines von vier vorgefertigten Smilies zu Hilfe nehmen!            Foto: Corinna Harrer

… allerdings der einzige unter den befragten Zuschauern blieb – denn: auch die letzte Befragte griff zielsicher zu Smiley Nr. 1!

Die Wahl dieser Dame fiel klar auf das "fröhlichste" (von insgesamt vier angebotenen) Smiley!                            Foto: Corinna Harrer

Auch wir beschlossen erstmals für unseren Gesamteindruck auf Worte zu verzichten und griffen zu den Smilies:

Enttäuschend fand Corinna...

Foto: Corinna Harrer

Aus den Münzen, die in unseren Geldbörsen zu finden waren, schnell eine Skala aufgelegt und los geht´s mit dem stummen Fingerspiel – in vier „Kategorien“:

„Bühne“ (Bühnenbild)

Ein weiteres großartiges Bühnenbild im Theater Akzent!!!

„Schauspiel“ (Darstellung)

Unsere Bewertung des Schauspiels                                       Foto: Corinna Harrer

„Gesang“

Kurze Diskussion und Entscheidung!                                    Foto: Corinna Harrer

und „Handlung“

Handlung

Pia-Maria Fünck und Corinna Harrer

Spezialeffekte, Dreharbeiten und ein „Kinobesuch“ der etwas anderen Art!

Montag, 6. Juni 2011

Shoot me – Signed, sealed and delivered

Die gute Stimmung der Gäste im Foyer des Tanzquartiers hat mir bereits einen positiven Eindruck vermittelt. Das Publikum kommt herein und es geht auch schon los! Die Künstler Luke Baio und Dominik Grünbühel beginnen bereits mit der Vorstellung.

Anfangs ist mir nicht klar gewesen, wann es endlich losgeht, ich habe ernsthaft gedacht, dass noch einige technische Proben durchgeführt werden, aber nach ein paar Minuten war klar: das alles gehört bereits dazu. Es war pures Entertainment und ich muss leider sagen, jeder, der es nicht gesehen hat, hat wirklich Etwas verpasst. Denn die zwei Tänzer arbeiten mit Musik- und Lichttechnikern zusammen. Schwarz und weiß sind die Farben der Show. Die Künstler erstellen aus Musik, Performance, Kostümen und Licht ein wahres Meisterwerk. Der Zuschauer wird auch oftmals in die Arbeit miteinbezogen. Luke Baio und Dominik Grünbühel ziehen sich zahlreiche Male um, sind für das „Bühnenbild“ zuständig und bedienen die Kamera, mit welcher sie einzelne Szene aufnehmen. Es stellt sich heraus, dass am Ende der „Dreharbeiten“ ein Kurzfilm gezeigt wird – mit altmodischem Kinosofa, auf welchem es sich die Tänzer bequem machen und Popcorn für alle. Während der Präsentation gibt es eine Live-Gesangseinlage mit Gitarrenbegleitung der Tänzer von „Black Or White“. Bei Popcorn und guter Musik im Hintergrund entsteht ein einzigartiges Kinoerlebnis des heutigen Zeitalters.

Musik und Spezialeffekte

Schon sehr früh ist mir die extravagante und spezielle Musik aufgefallen. Wobei ich sagen will, dass ich mit diesen Adjektiven die Genialität der Musik betonen möchte. Es sind die einfachen Schluck- oder Atemgeräusche, welche der Performance das gewisse Etwas verliehen haben. Die Musik ist von Mathias Koch und Herbert Michael Kopitar live produziert und gespielt worden. Mit diversem Equipment, das die zwei Musikkünstler zur Hand hatten. Es war einfach „outstanding“ und ich hoffe sehr, dass eine CD aufgenommen wird, denn diese würde ich mir auf jeden Fall zulegen.

Eine DVD für jeden zum Mitnehmen gab es auch. Diese Idee finde ich phänomenal, da sie mich immer wieder daran erinnern wird, wie toll diese Vorstellung gewesen ist.

Durch die schwarz-weißen Kostüme und Kulissen wirkt es im Film oftmals als würden die Künstler schweben. Mit vielen kleinen Tricks zeigen sie, wie ein Film entstehen kann. Außerdem setzten sie mit “Shoot Me” einen wichtigen Beitrag zu Kommunikation und Intergration – schon allein durch die Farben und die Gesangseinlage.

Die Künstler und Mitarbeiter, die bei „Shoot Me“ mitgewirkt haben, würde ich im Auge behalten, denn ich bin mir sicher, dass in Zukunft noch viele ebenso atemberaubende Shows folgen werden. Also Augen und Ohren offen halten!

Stella Whitney Fuhs