Über mehrere Tage hinweg konnte man bei den Filmlabors von LaborBerlin im Rahmen von “Into the City” mit 8mm-Vintage-Filmkameras eigene Filme aufnehmen und auch beim Entwickeln zusehen. Genau das konnte ich am letzten Tag der Filmlabors erleben: Am Volkertplatz steht ein großer, weißer Bus, eindeutig gekennzeichnet als Teil der Wiener Festwochen, davor Tische mit Schirmen überspannt. Immer wieder tauchen neugierige Kinder auf, während zwei Betreuer uns erklären, wie man einen Film aufwickelt.
Danach wird entwickelt! Dazu werden Filme genommen, die innerhalb der letzten Tage
aufgenommen wurden. Für die Filmentwicklung muss man den Film in verschieden chemischen Bädern schwimmen lassen. Besonders wichtig ist es, die Zeit für die jeweiligen Bäder genau zu stoppen, schon ein paar Sekunden zu viel oder zu wenig, kann die Farben beeinflussen. Die ersten beiden Schritte müssen außerdem völlig im Dunkeln gemacht werden, damit der Film nicht völlig überblendet wird vom Tageslicht. Die Betreuer erklärten uns und ließen uns auch selber ausprobieren, wie es ist einen
Film im Dunkeln aufzurollen. Selbst waren wir noch zu unerfahren, um mit dem tatsächlichen Film zu arbeiten. Die zum Teil giftigen Chemikalien wurden sofort rückgefüllt und dann das Material bei einem Trinkbrunnen am Platz abgewaschen, auch hier zeigten sich Kinder interessiert. Sah doch eine Substanz genau wie Blut aus, wie ein ungefähr 10 jähriger Junge feststellte.
Am Schluss wird der fertig entwickelte Film dann zum Trocknen mit Kluppen auf Leinen aufgehängt. Jetzt lassen sich schon kleine Bilder erkennen. Schließlich konnten wir uns auch die Ergebnisse der Arbeit ansehen, über einen Projektor im Bus. Ein Super 8 Film ist schon
etwas Einzigartiges, was man digital überhaupt nicht nachstellen kann. Interessant fand ich auch, dass heute viele Filmregisseure diese Art von Kamera verwenden um Rückblick-Szenen zu filmen, damit diese authentischer wirken.
Melanie Balaz