Artikel-Schlagworte: „jugendFREI“

Kritikerrunde trifft auf Profi Kritiker – Die Kritikerrunde macht sich startklar, Teil 2

Montag, 14. Mai 2012

„Der erste Satz ist der bedeutendste, er soll den Leser packen und zum Weiterlesen animieren.“ Das ist wohl eine der schwierigsten Sachen beim Schreiben einer Kritik. Aber nicht nur das haben wir am 3. Mai von Gert Korentschnig, Leiter des Resorts Kultur und Stellvertretender Chefredakteur des Kurier gelernt. Mit einer Kritik muss eine breite Leserschaft erreicht werden, es soll ein Überblick gegeben werden, sowohl für die, die nicht vor Ort waren.

Gert Korentschnig mit wertvollen Tipps zum Thema "Kritiken"Beim Schreiben einer Kritik fließen die eigenen Gedanken in das Geschriebene, deshalb braucht man eine Meinung zum Thema, man muss es beurteilen und durchschauen.

Gut zu bedenken ist auch der Titel, der fast noch wichtiger ist, als der erste, einleitende Satz. Viele Leser schenken nur ihm Beachtung und wenn sie sich davon nicht genug angesprochen fühlen, blättern sie einfach weiter. Titel sollen humorvoll, abwegig, ironisch und raffiniert sein, am besten ist ein schräger Zugang zum Thema. Einen solchen Titel dann tatsächlich zu finden, ist immer schwer.

Notieren, notieren...Laut Korentschnig werden die Leser nicht nur wegen dem Inhalt von einem Thema fasziniert, sondern auch wegen der Länge und des Sprachstils. Es gilt „kurz fassen“! Bei langen Kritiken droht man den Leser zu verlieren. Zu vermeiden ist das Verwenden von Worten, wie „gut“ und „schlecht“, diese haben keinerlei Aussage über etwas und begründen nicht, warum nun etwas als „gut“ oder „schlecht“ empfunden wird. Es gibt so viele Eigenschaftswörter mit denen man Dinge beschreiben kann, auch abgesehen von „interessant“ und „super“.

Ein weiterer zu beachtender Punkt beim Schreiben von Kritiken ist, dass sie kein Wissen voraussetzen sollen. Kritiken werden vor allem von Menschen gelesen, die nicht vor Ort waren. Vorher gilt es aber zu überlegen, wie viel man davon verraten will oder darf. Bei Filmen ist es beispielsweise ein Tabu das Ende zu verraten.

Eine Kritik soll also immer einen anziehenden Titel, einen spannenden ersten Satz und einen aufschlussreichen Mittelteil beinhalten und mit einem gut formulierten Fazit enden. Der Mittelteil, der nicht nur aus eigener Meinung besteht, sondern ebenfalls den Inhalt, Hintergrundgeschichten, Schauspieler, Regisseur und die Inszenierung erklärt bzw. erzählt, ist der Hauptteil einer Kritik.

Ein guter Rat, den uns Gert Korentschnig mit auf den Weg gegeben hat, ist, „Demut vor den Künstlern und dem Regisseur“ zu haben. In jedem Stück steckt viel Arbeit und diese sollte man sich bewusst machen. Ist man auch von der Aufführung enttäuscht oder hat Teile davon nicht verstanden, jedes Werk hat Respekt verdient und ist mit riesigem Aufwand verbunden, dazu zählen auch Dinge, die meist links liegen gelassen oder vergessen werden, wie die richtige Lichtstimmung, das Bühnenbild oder die Übersetzung, die ebenfalls in einer Kritik zu erwähnen sind.

Gert Korentschnig arbeitet seit über 15 Jahren als Kritiker. Er schreibt hauptsächlich Kritiken über klassische Musik, aber auch andere Kulturereignisse und Politikkommentare. Meinem Eindruck nach liebt er seine Arbeit, auch wenn sie mit sehr viel Recherche, Vorbereitung und Wissen verbunden ist und einiges an Erfahrung dazu gehört. Ich bin mir sicher, wir alle haben viel von ihm gelernt und hoffe, dieses Wissen auch anwenden zu können.

Carina Habel

Die Kritikerrunde macht sich startklar – Teil I: „Interviews“

Freitag, 11. Mai 2012

Zum Start in die Kritikerrunde beschäftigten wir uns bereits Ende April in einem Workshop mit Mona Moore – landesweit bekannt für ihre Interviews und ihre raue Stimme –  eingehend mit… „Interviews“.

Auf geht´s! Nach den Einzelinterviews mit der ganzen Runde.

Zuerst wurden wir einzeln in den Seminarraum gebeten, ohne jegliche Vorbereitung oder Ahnung, was darin passieren würde. Mona Moore saß alleine an einem Tisch, bat mich mich zu setzen, schaltete ihr Aufnahmegerät ein und fing an Fragen zu stellen. Diese Übung vermittelte sofort das Gefühl eines Interviewten. Für Manche vielleicht positiv aber für mich ein definitiv negatives Erlebnis. Zuerst war ich nervös, weil ich nicht wusste, was passieren würde und dann, als sie anfing Fragen zu stellen, wurde ich panisch, dass ich hoffentlich eine Antwort auf alle Fragen hätte. Schließlich wird alles, was man sagt, aufgenommen und wenn ich nervös werde, fange ich an zu plappern, also hatte ich Angst, dass ich etwas falsches sagen würde.

Danach fing es richtig an. Mona Moore erzählte von ihrem Leben, ihren Erlebnissen und Erfahrungen mit Interviews. Sie erklärte uns zum Beispiel, dass „Off The Record“ inoffizielle aufgenommene Details sind, die aber aus privaten Respektgründen unter keinen Umständen veröffentlicht werden dürfen. Mona machte uns auch darauf aufmerksam, dass man schauen sollte, dass die Antworten immer länger als die Fragen sind und dass man keine zu langen und komplizierten Fragen stellt, da der Künstler im Vordergrund steht und nicht der Interviewer. Interessant fand ich auch, als sie uns erklärte, was eine „Gretchenfrage“ ist, nämlich eine Frage, die dem Gefragten meist unangenehm ist, da sie direkt ist und von dem Gefragten eine bisher versteckte Absicht entlarvt.

Hier sind die wichtigsten Punkte, die ich aus dem Workshop zusammenfassen konnte:

  • Hintergrundinfos und gezieltes Vorbereiten sind die Grundvoraussetzung eines gelungenen Interviews – Nichts ist peinlicher, als wenn ein befragter Autor darauf kommt, dass der Interviewer sein Buch nicht genau kennt.
  • Sicher sein, dass die Technik passt – Ein ganzes Interview umsonst, weil die Batterie des Aufnahmegeräts leer war, kann vermieden werden.
  • Gute Fragen stellen und keine Standardfragen – Der Fragende, Gefragte und das Publikum sollten daran interessiert sein und man sollte originelle Fragen stellen und definitiv Keine, deren Antworten nach einer Suche im Internet sofort herausgefunden werden können.
  • Spontan auf Antworten reagieren – Damit ein Fluss entsteht, sollte man keine „Ja oder Nein“ Fragen stellen und auf alle Antworten spontan reagieren. Man sollte auch die Antworten mit den nächsten Fragen inhaltlich verbinden, so bekommt man das Meiste aus dem Gespräch raus.
  • Körpersprache beachten – Wenn zu dem Gefragten kein Augenkontakt besteht, gibt es keinen Anhaltspunkt und somit fühlt sich der Gefragte distanziert und nicht respektiert.

Die Notizblätter füllen sich!

Obwohl der Einstieg in den Workshop mich abgeschreckt und verunsichert hat, gab er mir einen guten Einblick in das Gefühl des Interviewten. Mona Moore vermittelte uns außerdem ein Fingerspitzengefühl für Interviews in ihrem sehr informativen Workshop.

Mary Sarsam und Anastasia Lopez

Was ich von der Kritikerrunde mitgenommen habe?

Montag, 4. Juli 2011

Stella bei der Arbeit!Die Kritikerrunde hat mir gezeigt, das Theater von einer anderen Perspektive zu betrachten. Natürlich ist es Arbeit gewesen, aber es hat besonders viel Spaß gemacht. Die einzelnen Aufführungen sind eine Sensation gewesen und ich persönlich habe nur wenige als uninteressant empfunden. Wir haben Menschen aus dem Publikum, wichtige Persönlichkeiten und Künstler interviewt. Wir haben hervorragende Unterstützung von dem Wiener Festwochen Büro, unserer Betreuerin und anderen Mitunterstützern erhalten.

Als Teil der Kritikerrunde habe ich mich stark gefühlt. Wir haben unsere Erfahrungen in Bereichen Kunst, Kultur, Theater und Musik ausgetauscht und uns ideal ergänzt. Somit ist es mir möglich gewesen mein Wissen in dieser Hinsicht zu erweitern.

Bianca, Kathi, Corinna, Pia und Katharina sind mir wirklich ans Herz gewachsen und ich kann mir nicht vorstellen ohne sie zu einer Produktion oder Installation zu gehen. Aber leider sind die Festwochen zu Ende. Die Kritikerrunde ist eine Erfahrung, die ich nie und nimmer hergeben werde. Sowohl meine Familie als auch meine Freunde und Bekannten sind stolz auf mich. Nicht nur über die Tatsache, dass ich mitgemacht habe sondern auch über die Tatsache, dass ich es überhaupt versucht habe trotz eigener Zweifel. So haben mir die Wiener Festwochen gezeigt, was in mir steckt, wenn ich mich für Etwas wirklich engagiere.

Auf jeden Fall möchte ich besonderen Dank an unsere bereits schon erwähnte Betreuerin richten, da sie mich persönlich immer unterstützt hat, immer gute und produktive Ideen vorgeschlagen hat und uns trotzdem die Möglichkeit gegeben hat unsere Ideen einzubringen. Sie verwaltete auch unseren Blog und dafür möchte ich ihr nochmals danken!

Ich kann jedem Jugendlichen empfehlen es nächstes Jahr zu versuchen und ebenfalls atemberaubende Festwochen zu erleben – als Teil der Kritikerrunde. Denn so etwas ist wirklich einzigartig! Es macht Spaß, man lernt Leute kennen und kann sein kulturelles Wissen erweitern.

Stella Whitney Fuhs

„The Select“ – zieht sich wie ein Kaugummi, aber zurück bleibt ein guter Geschmack!

Mittwoch, 15. Juni 2011

Mark Barton

An manchen Stellen wird „The Select“ für den Zuschauer zu einer Herausforderung, dreieinhalb Stunden konzentriert zu bleiben ist gar nicht so leicht. Doch immer wieder werden zur Auflockerung beeindruckende Choreographien eingebaut, die Musik hält einen wach und die Leistung der SchauspielerInnen ist einfach nur top!

Man merkt, dass dieses Stück wahrscheinlich nicht als Ausklang für einen anstrengenden Arbeitstag geeignet ist, doch es wird mit solch einer Sensibilität und Freundlichkeit erzählt, dass man überzeugt sein kann, diese fast 4 Stunden sind definitiv keine verlorene Zeit! Einfühlsam und humorvoll zugleich wird das Leben zweier Menschen protraitiert, die zwar füreinander bestimmt sind, aber partout nicht zueinander finden. Am Ende bricht tosender Applaus los, erst viel später beginnt man nachdenklich zu werden. „Nutze jede Chance, die du bekommst“, ist wohl die Aussage des Stückes und in diesem Sinne empfiehlt sich auch für jeden: Nutze die Chance „The Select“ zu sehen, es ist definitiv einen Abend wert!

Katharina Köberl


The Select – Schauspielerische Glanzleistung

Mein erster Gedanke: „Dreieinhalb Stunden können eine lange Zeit sein.“ Der zweite Gedanke: „Die Schauspieler sollen gut sein.“ Und so kam es, dass sich meine Gedanken daraufhin knapp am Bühnenrand zu ordnen begannen.

Was sofort auffiel, war die grandiose schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers. Mit Leichtigkeit wechselt er als „Jacob“ zwischen der erzählenden Funktion und seiner Figur hin und her und begeistert das Publikum mit seiner Textsicherheit und tollen Glaubwürdigkeit. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Text er problemlos in diesen dreieinhalb Stunden auf die Bühne bringt, hat er doch mit Sicherheit 80% des gesamten Textumfangs.

Das Stück war allerdings etwas langsam und hat sich an gewissen Stellen zu sehr in Kleinigkeiten vertieft, aber alles in allem fiel das nicht weiter ins Gewicht.

Eine weitere Faszination lag in der Sound-Mechanik. Scheinbar etwas an das Illustrationstheater angelehnt, wurden die Töne gewisser Handlungen, wie zum Beispiel das Einschenken der Gläser, perfekt synchronisiert – eine Sound-Technik, die man nicht sehr oft live zu sehen bekommt.

Am Ende des Stückes galt mein ganzer Respekt den Schauspielern, die wirklich eine grandiose Leistung abgeliefert, trotz der langen Spieldauer die Spannung nicht verloren haben und immer wieder mit Natürlichkeit überzeugten.

Corinna Harrer

Interview mit Valeria Bruni-Tedeschi – „Jetzt oder nie!“

Samstag, 11. Juni 2011

Kaum ist das Stück „Rêve d’Automne“ (in dem die französische Schauspielerin Valeria Bruni-Tedeschi die Hauptrolle spielt) zu Ende, muss das Publikum, nach einer kurzen Pause, schon in den nächsten Saal um das zweite Jon Fosse Stück des Abends zu sehen: „I Am The Wind“ steht auf dem Spielplan. Während wir uns setzen, fällt uns auf: gerade noch auf der Bühne, jetzt im Publikum! Frau Bruni-Tedeschi, immer noch im blauen Wickelkleid, das sie beim Auftritt trug, nimmt diskret Platz unter den Zuschauern. „Jetzt oder nie“ ist unser erster Gedanke, immerhin gibt es so eine Chance bestimmt nicht oft im Leben. Als die Schauspieler, unter tosendem Applaus vom Publikum belohnt, die Bühne verlassen, stehen wir auf, rennen zum Ausgang und warten. Als eine der Letzten verlässt Bruni-Tedeschi den Zuschauerraum… und wird von uns (nervös und mit etwas zittrigen Händen) erwartet. Müde sieht sie aus und leise ist ihre Stimme, doch auf die Frage, ob sie uns ein kurzes Interview gestattet, lächelt sie und nickt, „biensûr“ sagt sie und dass es sie freue, zwei so junge und Theater-begeisterte Menschen bei einem ihrer Stücke zu sehen.

Valeria Bruni-Tedeschi im Interview (En Français)

Kritikerrunde: – Frau Bruni-Tedeschi, wir gratulieren zum gelungenen Auftritt! Unsere erste Frage wäre… Wieso haben Sie heute abend sofort nach Ihrem Auftritt dieses Stück gesehen?

Valeria Bruni-Tedeschi: – Naja, der Regisseur ist ja der selbe… Und auch der selbe Autor. Ich war eben sehr neugierig, und bestimmt werde ich das Stück noch einmal sehen, wenn es in Paris aufgeführt wird, damit ich die Untertitel lesen kann. Aber ich möchte es auf jeden Fall noch einmal sehen!

KR: Wie hat Ihnen „I Am The Wind“ gefallen?

B-T: Ich habe es wirklich… einfach wunderschön gefunden.

KR: Ist es das erste Jon Fosse Stück, dass Sie aufführen?

B-T: Ja, das erste…

KR: Aus den Filmen kennen wir Sie schon gut… Dass Sie Theater spielen, war mir eher neu! Stehen Sie oft auf der Bühne?

B-T: Nein, nicht wirklich, eigentlich eher selten. Ich habe vor langer Zeit, vor zwanzig Jahren mit Chéreau (Anm.d.R.: Patrice Chéreau, berühmter französischer Film- und Theaterregisseur sowie Schauspieler und Drehbuchautor) gespielt… Und jetzt wieder. Dazwischen habe ich einige Rollen gespielt, aber eigentlich sehr wenig.

KR: Zwischen Film und Bühne, haben Sie eine Präferenz?

B-T: Nein, eigentlich nicht. Aber ich glaube, dass Theater nicht so einfach ist, es ist schwerer (lacht). Ich weiß nicht genau wieso, aber ich finde es einfach schwerer.

KR: Wir müssen sagen, es gelingt Ihnen trotzdem sehr gut! Merci beaucoup für die paar Worte!

B-T: Bonne soirée und vielen Dank ebenfalls!

Bianca Marion (Interview und Übersetzung) und Corinna Harrer (Aufnahme)

Eine Publikumsbefragung der anderen Art…

Freitag, 10. Juni 2011

… und zwar ohne Worte – nur über ein Foto, um das wir die Befragten im Anschluss an die Vorstellung von „Rheingold“ (Regie: David Marton) im Theater Akzent gebeten haben.  Für eine Fotoserie zu verschiedenen Aufführungskriterien hatten sie  (leider) keine Zeit, aber für ein „schnelles Bild“ zum Gesamteindruck. Und wer sein Gesicht nicht zeigen wollte, hatte die Möglichkeit eines von vier Smilies zu Hilfe zu nehmen!

Smiley 1Smiley 2Smiley 3Smiley 4

Los ging´s mit vier SchülerInnen…

Vier SchülerInnen nach dem Vorstellungsbesuch und ihr Gesamteindruck!                          Foto: Corinna Harrer

… und einem netten Zuschauer-Paar

"Ihr Gesamteindruck zu Rheingold?"                                          Foto: Corinna Harrer

Dem nächsten „Daumen hoch“ (nicht ganz gerade nach oben!?) folgte…

Ihr Gesamteindruck des Abends?

… der erste nicht so „freudige“  Gesamteindruck nach Vorstellungsende (Smiley Nr. 3 – auf der Skala von 1 bis 4), der …

Und wer sein Gesicht nicht zeigen wollte, konnte eines von vier vorgefertigten Smilies zu Hilfe nehmen!            Foto: Corinna Harrer

… allerdings der einzige unter den befragten Zuschauern blieb – denn: auch die letzte Befragte griff zielsicher zu Smiley Nr. 1!

Die Wahl dieser Dame fiel klar auf das "fröhlichste" (von insgesamt vier angebotenen) Smiley!                            Foto: Corinna Harrer

Auch wir beschlossen erstmals für unseren Gesamteindruck auf Worte zu verzichten und griffen zu den Smilies:

Enttäuschend fand Corinna...

Foto: Corinna Harrer

Aus den Münzen, die in unseren Geldbörsen zu finden waren, schnell eine Skala aufgelegt und los geht´s mit dem stummen Fingerspiel – in vier „Kategorien“:

„Bühne“ (Bühnenbild)

Ein weiteres großartiges Bühnenbild im Theater Akzent!!!

„Schauspiel“ (Darstellung)

Unsere Bewertung des Schauspiels                                       Foto: Corinna Harrer

„Gesang“

Kurze Diskussion und Entscheidung!                                    Foto: Corinna Harrer

und „Handlung“

Handlung

Pia-Maria Fünck und Corinna Harrer

Spezialeffekte, Dreharbeiten und ein „Kinobesuch“ der etwas anderen Art!

Montag, 6. Juni 2011

Shoot me – Signed, sealed and delivered

Die gute Stimmung der Gäste im Foyer des Tanzquartiers hat mir bereits einen positiven Eindruck vermittelt. Das Publikum kommt herein und es geht auch schon los! Die Künstler Luke Baio und Dominik Grünbühel beginnen bereits mit der Vorstellung.

Anfangs ist mir nicht klar gewesen, wann es endlich losgeht, ich habe ernsthaft gedacht, dass noch einige technische Proben durchgeführt werden, aber nach ein paar Minuten war klar: das alles gehört bereits dazu. Es war pures Entertainment und ich muss leider sagen, jeder, der es nicht gesehen hat, hat wirklich Etwas verpasst. Denn die zwei Tänzer arbeiten mit Musik- und Lichttechnikern zusammen. Schwarz und weiß sind die Farben der Show. Die Künstler erstellen aus Musik, Performance, Kostümen und Licht ein wahres Meisterwerk. Der Zuschauer wird auch oftmals in die Arbeit miteinbezogen. Luke Baio und Dominik Grünbühel ziehen sich zahlreiche Male um, sind für das „Bühnenbild“ zuständig und bedienen die Kamera, mit welcher sie einzelne Szene aufnehmen. Es stellt sich heraus, dass am Ende der „Dreharbeiten“ ein Kurzfilm gezeigt wird – mit altmodischem Kinosofa, auf welchem es sich die Tänzer bequem machen und Popcorn für alle. Während der Präsentation gibt es eine Live-Gesangseinlage mit Gitarrenbegleitung der Tänzer von „Black Or White“. Bei Popcorn und guter Musik im Hintergrund entsteht ein einzigartiges Kinoerlebnis des heutigen Zeitalters.

Musik und Spezialeffekte

Schon sehr früh ist mir die extravagante und spezielle Musik aufgefallen. Wobei ich sagen will, dass ich mit diesen Adjektiven die Genialität der Musik betonen möchte. Es sind die einfachen Schluck- oder Atemgeräusche, welche der Performance das gewisse Etwas verliehen haben. Die Musik ist von Mathias Koch und Herbert Michael Kopitar live produziert und gespielt worden. Mit diversem Equipment, das die zwei Musikkünstler zur Hand hatten. Es war einfach „outstanding“ und ich hoffe sehr, dass eine CD aufgenommen wird, denn diese würde ich mir auf jeden Fall zulegen.

Eine DVD für jeden zum Mitnehmen gab es auch. Diese Idee finde ich phänomenal, da sie mich immer wieder daran erinnern wird, wie toll diese Vorstellung gewesen ist.

Durch die schwarz-weißen Kostüme und Kulissen wirkt es im Film oftmals als würden die Künstler schweben. Mit vielen kleinen Tricks zeigen sie, wie ein Film entstehen kann. Außerdem setzten sie mit “Shoot Me” einen wichtigen Beitrag zu Kommunikation und Intergration – schon allein durch die Farben und die Gesangseinlage.

Die Künstler und Mitarbeiter, die bei „Shoot Me“ mitgewirkt haben, würde ich im Auge behalten, denn ich bin mir sicher, dass in Zukunft noch viele ebenso atemberaubende Shows folgen werden. Also Augen und Ohren offen halten!

Stella Whitney Fuhs

„So etwas habe ich noch nie erlebt!“ – Eindrücke zu „Compartment City“

Samstag, 4. Juni 2011

Selbst der Getränkeautomat war eine faszinierende Überraschung: Die Getränkedosen kamen gekühlt, die Maissuppen-Dose (1. v. re.) heiß aus dem Automaten!                       Foto: Katharina Kolar

Zuerst wusste ich nicht ganz genau, was mich bei Compartment City erwarten wird. Ich wusste nur: Kabinen, DVD‘s und Interviews. Das Resultat kann sich wirklich sehen lassen, vor allem die dahintersteckende Idee von Akira Takayama finde ich großartig. Menschen jeder Altersklasse und jeden Standes beantworten die selben Fragen, nur die Antworten machen den Unterschied. Der Fragenkatalog ist geschickt aufgebaut und verschachtelt wichtige, gesellschaftsrelevante Fragen in persönlichen Argumenten. Die Unterschiede sind drastisch und man ist wirklich jedes Mal aufs Neue gespannt, wie geantwortet wird und wie man diese Person eingeschätzt hat. Ich habe bei der großen DVD-Menge versucht möglichst verschiedene Menschen herauszusuchen. Vom Kind angefangen über Jugendliche über in Wien-lebende-Ausländer bis hin zu Pensionisten. So konnte ich die Antworten gut vergleichen. Ich habe mir auch selbst immer gedacht, was ich jetzt antworten würde und ob meine Antwort immer eine gute Antwort gewesen wäre. Auf alle Fälle bringt einen „Compartment City“ reichlich zum Nachdenken und man kann sich einen tollen Einblick beziehungsweise Überblick über das Leben anderer „genehmigen“.                                   

Corinna Harrer


So etwas habe ich noch nie erlebt. Akira Takayama’s „Compartment City“ ist eine eindrucksvolle Installation. Abgesehen von der Atmosphäre in dem Container am Karlsplatz, überzeugen auch die Videokabinen und diverse Videos von Menschen aus Wien und Tokio. Es herrscht eine gemütliche Atmosphäre in den kleinen Videokabinen. Auf einem Polster sitzend, mache ich es mir bequem und schaue insgesamt 11 Videos von Passanten in Tokio und Wien an. Die verschiedenen Antworten auf die gleichen 30 Fragen sind witzig, inspirierend und menschlich. In “Compartment City” werden japanische Speisen und Getränke angeboten. Es ist wahrlich eine kleine Reise nach Tokio gewesen. Aber am aller meisten hat mich das “Dating Café” beeindruckt. Dort angekommen habe ich die Wahl, mit welcher der Personen ich reden möchte. Es war etwas unangenehm eine Wahl zu treffen, jedoch die Hintergrundidee des “Dating-Cafés” und das Gespräch waren sehr interessant. Spannung und Aufregung sind jede einzelne Minute während des Besuchs garantiert. Die Art wie Takayama den „Modernslum“ Tokios den Wienern nahebringt ist meisterhaft. Ich kann nur sagen, dass dieses Auftragswerk eine Sensation ist und ich jedem rate, der am Karlsplatz vorbeikommt, sich in eine Videokabine zu setzen und im Anschluss das „Dating-Café“ zu besuchen! Ich kann kulturelles Entertainment versprechen!

Stella Whitney Fuhs


Manche der Interviews und Personen bleiben länger bei Einem, man vergisst sie nicht mehr und möchte mehr über sie erfahren, während andere dagegen weniger im Gedächnis bleiben. Hier stellt sich für mich natürlich sofort die Frage: Was ist es, das wir als erinnerungswert empfinden? Was „muss“ man machen um in Erinnerung zu bleiben?

Die Fragen, die gestellt wurden, sind nicht einfach zu beantworten, das Aquarium mit Menschen, aus denen man sich ein „Date“ auswählen kann, ist ungewohnt und verunsichert den ein oder anderen. Doch ist das Gespräch ungezwungen und ich zum Beispiel fand es total schade, dass man diesen Menschen, den man gerade eben erst kennen gelernt hat, sofort wieder verliert.

„Compartment City“ verursacht mit den vielen DVDs eine Reizüberflutung, doch nach einer Weile findet man sich zurecht und würde am Liebsten alle DVDs anschauen. Das zentrale Thema „Wer bin ich“ kommt perfekt zur Geltung und man kann sich noch Tage nachher dabei ertappen, wie man über das Beantworten von einigen Interviewfragen nachdenkt. Gerade auf „Wer sind Sie?“ könnte man jeden Tag anders antworten.

Katharina Köberl

Was einen erwartet, wenn man einen Container betritt der umstellt von japanischen Automaten ist, rot/gelb mit Neon am Karlsplatz leuchtet und „Compartment City“ genannt wird? Ja, eben: K E I N E Ahnung, nicht einmal den blassesten Schimmer, außer vielleicht dass es möglicherweise etwas mit Japan zu tun hat. Genau weil ich eben so völlig plan-und ideenlos war habe ich beschlossen, das auch so zu lassen. Da, wo ich normalerweise vorher immer ein Minimum an Information habe, wenn ich ein Stück oder eine Installation besuche, wollte ich diesmal eben meine Ahnungslosigkeit sein lassen und mit ihr in den Container marschieren – mal schauen, was da so alles drinnen auf uns wartet! Wie in einer Videothek ist es da drinnen, nur kleiner und enger, mit Regalen in denen DVDs lagern, von denen Menschen aus aller Welt uns anlächeln, oder auch einfach nur ansehen. Das heißt, Menschen aus aller Welt ist im Grunde genommen nicht korrekt. Es sind Leute aus Wien (oder zumindest solche, die in dem Moment gerade in Wien waren). Und Leute aus Tokyo, Japan, die dort arbeiten, leben; wie auch immer. Mit Körbchen voller DVDs und den Taschen voller japanischer Süßigkeiten geht es dann weiter, in den hinteren Teil des Containers, wo, wie kleine Umkleidekabinen, Abteile stehen… voll ausgestattet mit japanischen Massagestühlen, Fernsehern und Anleitungen aus Japan. Original, eben. Die Fragen, die den Menschen die interviewt werden, gestellt werden, sind nicht immer einfach zu beantworten. Was man zum Frühstück gegessen hat, das geht gerade noch. Wer oder was man selbst ist, das ist dann doch eine viel kompliziertere Frage. „Ein ganz normaler Mensch“, sagen viele. Akira Takayama, Künstler und geniales Hirn hinter der ganzen Aktion, gibt in dem Interview welches wir später mit ihm führen dürfen, eine ganz andere Antwort auf diese Frage. Zumindest heute sei er einmal einfach nur unser Spiegelbild, vielleicht unserer Gesellschaft, vielleicht das der seinen, vielleicht auch einfach nur der Menschen.

Der zweite Teil der Aktion ist noch ungewohnter, radikaler möchte ich fast sagen. Mit Plan ausgestattet wird man alleine in den Großstadtdschungel geschickt, um nach zehn Minuten (weniger, wenn man sich allzu leicht an den Vienna Opera Toilets orientiert) am Ziel anzukommen. Dann ist alles wie in einem Traum: Treppen in einem scheinbar verlassenen Lokal, schummriges Licht, Pfeile, die den Weg weisen, Vorhänge, auf denen „ENTER“ steht. Ein freundlicher junger Herr, der dem Besucher, der meist etwas baff ist, als er das menschliche Mc Donalds-Aquarium im Dunkeln leuchten sieht, entgegenkommt. Wie beim Fleischer kommt man sich vor, wenn man vor den Glasscheiben steht, durch die man nur von einer, unserer, Seite durchsieht. Man wird freundlich gebeten, sich einen der Menschen, die da ihr Mc Donalds Menü (fr)essen, „auszusuchen“. Völlig perplex steht man da. Ungewohnt und ja, auch unangenehm findet man die Situation vielleicht. Und wird nach langem Zögern und einer letztendlich unwillkürlichen Wahl mit seinem „Stück Fleisch“ in eine Dating Kabine geschickt. Zehn Minuten quatschen, dann ist der Spuk vorbei. Gelernt hat man vielleicht nichts, aber doch zumindest eine nette Unterhaltung geführt. Oder vielleicht hat man doch, vielleicht habe ich doch, etwas gelernt: über meinen eigenen Schatten springen, das ganz bestimmt. Mit einem völlig unbekannten Menschen in einer kleinen, engen Kabine sitzen und reden, reden müssen. Und wenn man da so sitzt und dieselben Fragen, die in den Container-Interviews gestellt wurden, beantworten muss, dann lernt man vielleicht auch einiges über sich selbst. Takayamas Experiment zwingt einen nämlich zumindest dazu: über sich selbst, und auch ein bisschen über die Welt, die uns umgibt, wenigstens die des Wiener Karlsplatzes, nachzudenken.

Bianca Marion

Zum Interview mit Akira Takayama geht es hier!


Interview mit Akira Takayama – Compartment City

Samstag, 4. Juni 2011

Im Anschluss an den Besuch der Videokabinen und des Datingcafés trafen wir Akira Takayama im Container am Karlsplatz zum Gespräch!

What was the idea and background of „Compartment City“?

How did you choose the 30 questions?

Why did you „create“ a Dating café?

Reactions on Compartment City in Tokyo

How the audience „chooses“ persons and differences to „Compartment City“ in Tokyo

Are there similar projects in progress at the moment?

Always the last question of the interview(s): „Who are you“?

And last but not least: We talked about studying and football

Meeting with Light Designer James F. Ingalls

Mittwoch, 1. Juni 2011

It was a lucky coincidence which allowed us to meet James F. Ingalls, the light designer of Desdemona after the final rehearsal. Right at the beginning he greeted us with a warm smile and we all sat down next to him.

It felt a bit like childhood when we looked at him, listening to his “glorious” stories of former plays and new plays, which all came to life due to his magnificent talent to make light change emotions. He told us about the million ways light can revolutionize a play and patiently answered every question we raised.

We instantly noticed that he is not just being politely answering questions, no, he was really interested about what we wanted to know.

All in all we learned a lot and also got a great insight in his daily work. The talk didn’t only show us, that theater really is one big, big family, it also gave us the feeling of belonging there and being welcome.

Katharina Köberl