Artikel-Schlagworte: „Performance“

Marcel Lí Antunez Roca- ein Studiobesuch

Donnerstag, 2. August 2012

Marcel Lí, sicherlich einer der spannendsten und berühmtesten Künstler Spaniens im Bereich des Theaters, lud mich in sein Studio ein. Als Gründer der experimentellen Theater-Gruppe “La Fura dels Baus” hat er seit den 1980ern Theater im multimedialen Kontext neu definiert. Ich habe die Freude, einen kleinen Ausschnitt unseres Gespräches mit euch zu teilen. Viel Spass!

Marcel Lí Antunez- ein Studiobesuch

PTSdT(4) >> “Étiquette”, “Ok Ok”, “This is my father” und “Rabbit” (Vol.3)

Donnerstag, 10. Mai 2012

Dienstag, den 24. April 2012:
Heute die vierte Ausgabe der Performance-Theater-Stücke-des-Tages. Langsam gehen mir Ideen aus euch mit langen Texte bei Laune zu halten ;-) – aus diesem Grund werde ich ab heute etwas kürzer und prägnanter zu schreiben. Und versuche dennoch das Informative beizubehalten…

“Étiquette” (Rotozaza, Ant Hampton & Silvia Mercuriali, England)

Es ist Dienstag Nachmittag im beschaulichen Oldenburg und entscheide mich vor den Abendveranstaltungen weitere kleine Performances am Nachmittag zu machen. Die Wahl fällt heute auf “Etiquette” und “Ok Ok”. Ich begegne am Infocontainer meiner ersten Mitspielerin für Etiquette, einer Frau aus Oldenburg. Wir werden kurz in die “Vorstellung” eingewiesen, sitzen vor einen Tisch auf dem verschiedene Sachen liegen und bekommen Kopfhörer aufgesetzt. Dann die Stimme aus dem Kopfhörer. Sie kommt mir seltsam bekannt vor. Ich solle immer tun, was er mir sagt. Ich tue es auch immer brav. Mal soll ich etwas bewegen wie etwa die Figur, mal etwas mit der Knete kneten (welch Wortspiel!) oder etwas mit Kreide die schwarze Platte auf dem Tisch zeichnen. Genauso meine Mitspielerin. Und so entstehen Geschichten, genau genommen drei kleine, die zu einer großen Ganzen werden. Man bedient sich Hendrik Ibsens “Nora” und stellt die Endszene in der sie Thorvald verlässt, nach. Dieser Text wurde von anderen Darstellern eingesprochen und ist zu hören. Andere Dialoge spricht man mit dem Partner gegenüber – und bekommt sie durch die Kopfhörer vorgesagt. Manchmal etwas befremdlich fremde Worte in den Mund zu nehmen, aber allen in allem eine wunderbare Erfahrung. Mit das schönste ist das Entstehen der Bilder im “Stück”. Man spielt mit Wassertropfen, kleinen Botschaften, etwas Theaterblut, Knetgummi oder Spielfiguren aus Kinderzeiten.

Knete, Haufen, Kugel, Hügel, Grab, Wiese, Lichtung, Zukunft, Hoffnung, ...

Knete, Haufen, Kugel, Hügel, Grab, Wiese, Lichtung, Zukunft, Hoffnung, ...

Ant Hamptons Konzept geht voll und ganz auf. Die 30 Minuten am Tisch sind eine wunderbare Mischung verschiedener kleiner Geschichten die mit einprägsamen und einfach-funktionierenden Bildern zum Leben erweckt werden. Danke für diese Nora-Fortsetzung! Im Filmbereich gäbe es für diese Pilotfolge 10 von 10 Punkten.

The End. Fade to black.

The End. Fade to black.


“Ok Ok” (Ant Hampton, England und Gert-Jan Stam, Niederlande/Deutschland)

Diesmal hieß der Treffpunkt Hotel Rosenbohm. Wir standen zu viert draußen und unterhielten uns über das was war und vielleicht kommt. Wir gingen in den Performanceraum und bekamen zuerst wieder eine Einweisung. Dann ging es “auf die Bühne”. Vier gemütliche Sessel im Viereck, jeweils einem anderen gegenüber, einen rechts und einen links, nahmen wir uns vom Tisch am Eingang jeweils ein Skript der Marke “Eine Frau” oder “Ein Mann” – jedes lag doppelt da; und das Lesen ging los. Die Skripts waren inhaltlich alle gleich. Nur an verschiedenen Stellen markiert. Und das was markiert war musste gelesen werden – wie?..das war einem selbst überlassen.

Innen warten die Textbücher...

Innen warten die Textbücher...

Das Skript war natürlich so ausgelegt, das es “Komplikationen” geben musste: Da wurden farbig-markierte Schrägstriche in Texten von anderen gesetzt, rhetorische Fragen gestellt und Theater- und Leseformen und -arten in Frage gestellt: Großartig. Das Textbuch war in viele Details durchdacht und besaß die ein-oder-andere tolle Wendung, so das es bis zur letzten Seite – Pardon, vorletzten Seite – nie langweilig wurde.

Vier Personen: Lesen. Lesen. Lesen. Lesen.

Vier Personen: Lesen. Lesen. Lesen. Lesen.

Wir vier hatten sehr viel Spaß und ich hätte wie bei “Blind Lunch” oder “Étiquette” durchaus Lust das Ganze noch einmal zu machen. Großartig!..und jedem zu empfehlen. Wenn ich es noch einmal mache, verrate ich auch noch einige Leckerbissen – *ähh… Leckertextstellen. Applaus für Autoren und (Mit-)Leser.


“This is my father” (Ilay den Boer, Israel/Niederlande)

Erlebt man einen Performer am Morgen beim Frühstück im Hotel fällt es schwer diesen Moment am Abend im Zuschauerraum zu vergessen bzw. auszublenden. Vor allem wenn er genauso witzig mit seinem Vater umgeht wie auf der Bühne. Ich muss dazu sagen: An diesem Tag feierte sein Vater Geburtstag – genauer gesagt seinen 53. – und schon am Morgen machte er seinen Spaß wie eben erwähnt, Abends. Früh stellte Ilay seinem Vater eine Serviette auf das Frühstück und gab ihm irgendetwas in den Kaffee/Tee – schon eine besondere Art jemanden zu zeigen, wie sehr man ihn liebt. Aber zurück zum eigentlichen Thema.

"This is my Father" (unkommentiert, 5)

"This is my Father" (unkommentiert, 5)

Die Vorstellung ging so los wie das Frühstück im Hotel. Locker, flockig, familiär. Es sollte darum gehen zu vergleichen wie sehr sich Vater und Sohn unterscheiden. Christlich und Jüdisch, ohne und mit Mutter aufgewachsen, in den 60/70ern oder 90ern groß geworden. Es ging um Sport und Hobbys, Reisen und Familie, Erfahrungen und einschneidende Momente im Leben. Man bekam am Anfang der Performance einen Lebenslauf des Vaters ausgeteilt und durfte Fragen stellen was bestimmte Momente im Leben des Vater bedeuten und daran versuchten dann die beiden – bzw. eher Ilay – Unterschiede der beiden herauszufinden. Das das während die beiden auf der Bühne Fußballspielend und mit dem Publikum agierend immer mehr abgleitet in den Ernst des Lebens, bekommt man als Zuschauer erst mit, wenn es bereits zu spät ist.

"This is my Father" (unkommentiert, 4)

"This is my Father" (unkommentiert, 4)

Über das Fußballspielen und eine Geschichte in Illay Lebens wird die Situation immer ernster.

"This is my Father" (unkommentiert, 3)

"This is my Father" (unkommentiert, 3)

Kurz gefasst wurde Ilay als Kind mehrmals geschlagen, gehänselt und vorgeführt auf Grund seines jüdischen Glaubens. Und das von seinen Fußballfreunden aus der eigenen Mannschaft. Dies findet in einer performativ-inszenierten halben Stunde statt, die einen exakt von Anfang bis Ende nicht mehr loslässt. Am Ende sitz man sprach- und bewegungslos im Zuschauerraum und braucht Zeit das gesehene zu Verarbeiten. Ich habe diese “Verarbeitung” in Bilder gefasst. Lasst einfach eure Phantasie und Erfahrung sprechen.

"This is my Father" (unkommentiert, 2)

"This is my Father" (unkommentiert, 2)

Grandioses autobiografisches Performancetheater, welches nicht mit dem klassischen Zeigefinger arbeitet, sondern einen persönlich in heutige Formen von Antisemitismus hineinzieht. Bravo!

"This is my Father" (unkommentiert, 1)

"This is my Father" (unkommentiert, 1)


“White Rabbit, Red Rabbit” (Nassim Soleimanpour, Iran)

Alle guten Dinge sind drei. Und dabei ist erstmal Bergfest…

Groupie-Gruppe.

Groupie-Gruppe.

Diesmal trug die bekannte Schauspielerin Anna Thalbach das Stück vor…wie es war erfahrt ihr in einigen Tagen ;-) – und wie gewohnt, Gruppen- und Endbild.

Das Ende_in.

Das Ende_in.

Bis morgen, euer Eric…

In eigener Sache II – Das Internet in Oldenburg

Samstag, 28. April 2012

Liebe Blogleser.

Ich sitze im McDonalds Oldenburg und nehme ein ungesundes Mittagessen zu mir, nur damit ich Bilder hochladen, zügig Texte bearbeiten und anschließend Bilder einfügen kann. Nachdem ich mich nun seit Tagen mit dem Internet hier rumquäle und auch keinen deswegen Schuld in die Schuhe schieben möchte, habe ich mich gerade dazu entschieden lieber das PAZZ-Programm ordentlich durchzuziehen, als immer zu McD. zu rennen. Das heißt also alle kleinen Performances zu besuchen und gute Fotos zu machen, anstatt sich mit dem W-LAN rumzuärgern, wie gestern wieder im Hotel:

Bildschirmfoto vom 28.04.2012 um 01:03 Uhr

Bildschirmfoto vom 28.04.2012 um 01:03 Uhr

Aus diesem Grund wird, wenn sich das W-LAN nicht plötzlich von selbst regeneriert, der Blog bis Montag schlafen. Dafür dann aber ab Montag zu neuer Blüte erwachen, da ich euch dann alle Artikel, Bilder und Filme nachreichen kann – und werde.

Ich hoffe ihr könnt meine Entscheidung verstehen, habt Geduld bis Montag und genießt dennoch ein schönes Wochenende.

Beste und wahrscheinlich letzte Grüße aus Oldenburg, Eric.

PS.: Wie gesagt entsteht dieser Artikel gerade im McDonalds Restaurant Oldenburg. Welch Ironie!

PPS. – ein Nachtrag: Das im Hintergrund des Bildes der Blog-Bearbeitungsbereich und facebook geladen sind, liegt daran, dass es meine Startseiten sind und das WLAN anfangs immer geht, aber irgendwann dann eben nicht mehr – wer weiß wieso…

PTSdT(3) >> “Cue China”, “Ten Journeys” und “Lachen”

Mittwoch, 25. April 2012

Performance-Theater-Stücke des Tages – Teil 3: Montag, den 23. April 2012


Cue China (AT, Ant Hampton, England)

Ich möchte ehrlich sein. Es ist das Erste was ich auf dem PAZZ sehe von dem ich nicht begeistert bin. Punkt. Dennoch für euch zur Info:
1. PAZZ in Progress: ist der Rahmen den das Festival Projekten bietet sich weiterzuentwickeln und in einem Arbeitsstadium erste Ergebnisse zu zeigen. Die Performance wird im Sommer zum Malta-Festival seine Uraufführung “feiern”.
2. Ant Hampton ist ein typischer Engländer, relativ nett – auch wenn er mir Fotos während der Präsentation verboten hat*, obwohl ein Anderer alles filmte *grummel* – also sind die Fotos eher anderer Natur; ach ja, und er hat schöne Schuhe.

Die Schönen Schuhe des Ant Hampton - Nachgespräch.

Die schönen Schuhe des Ant Hampton - Nachgespräch.

3. Ist seine Idee nicht neu: Zwei Menschen sitzen sich gegenüber, schauen sich durch Halb-Spiegel an. Wenn ein Beamerbild das Glas trifft, verschwindet der Mensch dahinter und man sieht die Projektion. Hauptsächlich war ein Chinese zu sehen, der über die Arbeitsverhältnisse in den lokalen Fabriken sprach. So verschwinden Identitäten der Zuschauer und der Projektionspersonen und Text kann unterschiedlichste Ebenen annehmen.
4. Ich freue mich 2014 in Oldenburg das fertige Ergebnis zu sehen – vielleicht kann es mich dann überzeugen. Momentan leider noch nicht.

You see all and nothing. - Vorbereitungen für die Performance #versuchsanordnung

You see all and nothing. - Vorbereitungen für die Performance #versuchsanordnung

*) Dieses Foto entstand in der Vorbereitungsphase…

“Ten Journeys to a place where nothing happens” (Juha Valkeapää und Taito Hoffrén, Finnland)

Das Pfand- *ähh, Pfannkuchen überall anders gemacht werden, anders aussehen und schmecken wissen wir ja alle. Aber das man damit eine besch—eidene Performance richtig gut machen kann, ist mir neu. Eine Reise nach Finnland – und zurück.

Ich habe einen Disney-Pfannkuchen bekommen *yeahr'...

Ich habe einen Disney-Pfannkuchen bekommen *yeahr'...

Man(n) nehme*:
“8 Eier
2 Liter Kefir, Sauermilch oder Naturjoghurt
1 kg Weizenmehl
4 TL Backsoda
4 TL Salz
eine Handvoll Zucker und Öl zum Backen”
…mische das alles gut durch und gebe es in eine heiße Pfanne auf einem mobilen Mini-Cerankochfeld in der Mitte eines Zeltes welches mit ca. Zuschauern gefühlt ist, die alle auf zwei Performer sehen, welche eben jenen Teig braten bzw. die fertigen ausgeben, dabei ein halb-traurig-halb-glückliches finnisches Volkslied singen und dem Raum, also dem Setting, mit ihrer Kleidung den letzten Schliff verleihen. (*Puh!*) Fertig ist der Beginn der Performance.
Und so bleibt es bis zum Ende. Das einzige was sich ändert ist das aus dem Singen eine andere Aktion wird. Mal schaut man ein Video, dann wird ein Baum zerkleinert, dann Tee gekocht, dann mehr Pfannkuchen gebacken, dann ein Bär reingebracht, dann ein Musikgast eingeladen. Und dazwischen: Geschichten aus dem Tagebuch der Performance lesen, da das Vorgelesene ein Finnisch-Englischer-Kauderwelsch ist. Aber das passt auch wieder ins Bild der beiden Performer. Zwei echte Finnen, wie sie le(i)ben. Geschmackssache!

“]”"Wir machen uns einen Bären" oder "Wir nerven jeden Tag das Festivalpublikum mit Kettensägenlärm" [;-)]

"Wir machen uns einen Bären" oder "Wir nerven jeden Tag das Festivalpublikum mit Kettensägenlärm" [;-)

*) zitiert aus: “Zehn Reisen an einen Ort, an dem nichts passiert” (Umschlagseite 4) von Juha Valkeapää und Taito Hoffrén, übersetzt von Katja von der Ropp und verlegt von PAZZ 2012.

“Lachen” (Antonia Baehr, Deutschland)

Es ist Dienstag früh. Ich sitze im Hotel beim Frühstück und am anderen Ende des Raumes nimmt Frau Baehr Platz. Ich habe am Abend davor angefangen diese Kritik zu schreiben und hatte eine Blockade – passiert. Ich habe mich nicht getraut sie anzusprechen.

Ich bekomm' sie nicht scharf - nur am lachen die Frau! #nachgespräch

Ich bekomm' sie nicht scharf - nur am lachen die Frau! #nachgespräch

Einige Stunden später setzte sie sich im Foyer der Exerzierhalle neben mich und ich habe sie ohne nachzudenken und aus dem Blauen heraus gefragt: “Was ist für sie Lachen?” – Darauf die Antwort: (Sie lacht. Dann denkt sie kurz nach.) “Eine Geste. (Pause) Bewegung von Körper und Klang. (Pause) Lachen ist Identitätsmerkmal. Lachen bewegt und bewegt sich. Es wandert zwischen den Menschen und ist flexibel. (Pause) Wie unsere Identität flexibel ist – durch das Lachen.”

Rien-Laugh-Lachen - Ein überaus interessantes Buch; und sie wieder am lachen!

Rien-Laugh-Lachen - Ein überaus interessantes Buch; und sie wieder am lachen!

Und genauso kann man die Performance “Lachen” bezeichnen. Ein Meer aus Lachen, ein Rauschen im Publikum und die Erweiterung des Horizonts. Am Anfang erfährt man das es Lachpartituren gibt und viele verschiedene Autoren solcher. Dann geht es schon los. Via Beamer wird der Autor an die hintere Wand projiziert und schon geht das “Konzert” los. Verschiedene Lachsalven von Antonia lösten ganz andere im Publikum aus. 50 Minuten ging die Vorstellung verschiedenster Lacharten: Vom einfachen Kichern, über Horst-Schlämmer-Grunzen, das Jauchzen von glücklichen Lachmomenten oder herzhaftes Bauch-Krampf-auslösendes-Lachen! Später wurde immer mehr Bühne genutzt, Requisiten eingesetzt und mehr mit Licht gearbeitet. Es baute sich auf und endete in einer Audioaufnahme der Künstlerin mit ihrer Mutter.  So wurde am Ende aus dem Solo-Chor*-Stück noch ein Dialog-Chor-Moment (*Chor=Publikum).

Ich bin einige Male fast vom Stuhl gefallen. Vor allem wenn man Lacharten personalisieren konnte und sie mit Freunden und Verwandten im Bekanntenkreis “abgleichen” konnte. Herrlich!

Scharf! Also das Bild...und Einblicke in das Buch!

Scharf! Also das Bild...und Einblicke in das Buch!

So, das war viel Text in den letzten Blogs – deswegen: Bald gibt es wieder Bilder ;-) — genauer gesagt habe stelle ich euch im nächsten Blog die Container-City vor.

Liebe Grüße aus Oldenburg, Eric.

PTSdT(2) >> “Avanti”, “Coffee”, “Blind”, “Dress me up” und “White Rabbit / Red Rabbit” (Vol. 2)

Dienstag, 24. April 2012

Performance-Theater-Stücke des Tages – Teil 2: Sonntag, den 22. April 2012


“Avanti Infantilitanti” (Marc Becker, Deutschland)

Dieses Stück stelle ich euch im nächsten Blog vor. Denn ich habe mit dem Regiehospitanten ein Termin zum Interview. Diese Gelegenheit nutze ich natürlich um euch Stück und Hintergrundwissen im gebündelten Doppelpack zu präsentieren.

"Avanti" bleibt noch verborgen...bis morgen!

"Avanti" bleibt noch verborgen...bis morgen!

“Coffee & Prejudice” (mercimax, Schweiz)

Ich sitze im Festivalcafé und schreibe gerade die Kritik von “Avanti Infantilitanti”. Plötzlich sitzt drei Reihen weiter die Frau die mir gerade bei “coffee & prejudice” erzählt hat, dass sie in Griechenland sieben Jahre im Frauengefängnis gesessen hat weil sie im Flughafen auf ihren Liebhaber geschossen hat – zwei Mal.

Sie sieht unschuldig aus - ist es aber nicht. Angst?

Sie sieht unschuldig aus - ist es aber nicht. Angst?

“coffee & prejudice”. ‘Kaffee und Vorverurteilung’ – und genau so war es. Ich wurde an einen Tisch in einem normalen Wohnhaus nahe der Container geführt, bekam Kopfhörer auf und durfte Kaffee trinken. Bis plötzlich jemand nach Hause kam. Ein unbehagliches Gefühl, weil man weiß, bzw. nicht weiß, wer zu wem gehört und wo man eigentlich ist. Er, ein junger Mann setzt sich nach dem er Schlüssel und Jacke abgelegt hat an den gedeckten Platz gegenüber und wenige Momente später höre ich seine Stimme aus den Kopfhörern. Ich höre ihn sprechen, obwohl sein Mund geschlossen bleibt. Ich denke es sind seine Gedanken – aber er erzählt seine Geschichte mir, den, den er mit “du” anspricht. Ich kann nicht wirklich reagieren; der Augenkontakt fällt schwer, der Kaffeelöffel vor mir wird zum Spiel- und Ablenkungsobjekt. Seine Geschichte unglaublich. Weiter geht es mit einem weiteren Mann. Die Erzählung wird immer unglaublicher. Am Ende kommt eine Frau ins Zimmer und holt aus dem Schrank Kekse für mich – ihre Geschichte: Am unglaublichsten! (Siehe oben.)
Das Konzept: Jemand erzählt die Wahrheit – oder eine Lüge. Was bin ich bereit zu glauben, und was nicht. Doch am Ende wird aufgelöst und manchmal hofft man falsch gehört zu haben. Ich sitze einer Mörderin gegenüber. In der Performance. Und jetzt beim Schreiben. Das Schlimmste: Im Stück hatte sie ihre Hände unter dem Tisch. Zuvor holte sie aus dem Schrank Kekse. Was holt sie unter dem Tisch hervor. Die Phantasie ist auf diesem Festival mein stärkster Freund und Feind.
Jetzt geht die Frau zur Bar. Sie wirkt älter und gebrechlicher als in dem Moment in dem sie mir gegenüber saß. Dennoch fällt mir in diesem Moment auf, dass sie nichts über mich weiß. Hätte ich kein Namensschild umgehabt, wüsste sie weder meinen Name, noch das ich als “internationale presenter” arbeite. Ich überlege was sie in der Zeit, in der ich ihre Geschichte hörte, über mich gedacht hat. Umso länger ich über das Stück nachdenke, um so mehr Facetten der (zum einen Absurdität, aber vor allem der) Genialität dieser 12-minütigen Performance-/Installationsaktion.
“coffee & prejudice” – Großartig war sich die Mühe macht und danach noch etwas Nachdenkt. Danke an die Frau die sich mir gegenüber gesetzt hat.

Ich musste nicht lange warten...

Ich musste nicht lange warten...

PS.: Der Kaffee war übrigens Galle-bitter – selbst mit zwei Löffeln braunen Zucker!

“Blind Lunch” (Katia Giuliani, Italien)

Am Ende haben wir per USB-Stick Fotos von “Rabbit” ausgetauscht, denn sie war gestern Nummer fünf. Sie ist eine der wenigen Übersetzerinnen in Europa für Performancekunst und Vermittlung von Sprachbarrieren. Wir redeten über Synchronisierungen, Symposien, Synonyme und Sünden. Auch wenn sie 15 Minuten verspätet kam, war sie doch da. Inzwischen trank ich im Hinterzimmer einen trüben Apfelsaft. Angenehme Ambientsounds ließen mich im Stuhl versinken. Es roch bereits nach Essen. Aber noch mehr erwartet ich mein Date.

Hier ein kleiner filmischer Beitrag: >> Warten auf \”Blind Lunch\” (@youtube)

“Blind Lunch” ist wie der Name sagt ein Blind Date bei dem sofort gegessen wird – zumindest nachdem serviert wurde. Dabei “sitzt” man auf einem Holzhöckerchen – Gewöhnungssache – und wird sobald man den Aktionsraum betreten hat zum Objekt der Aufmerksamkeit, also zum Akteur. Wie? Der Container in dem das Ganze stattfindet ist am Ende “offen” – also, verglast.

Der "offene" Container mit der hübschen Tapete...

Der "offene" Container mit der hübschen Tapete...

Da ich mich mit meinem Date aber so gut verstanden habe, haben wir begonnen zu experimentieren Wir haben das Spiel umgedreht und die Zuschauer zu Akteuren gemacht, in dem ihnen zu gesehen haben. So einfach wie genial, hatten wir auf einmal eine Menge zu lachen. Aber das Essen darf nicht kalt werden. So unterhielten wir uns über (siehe oben) und gaben uns erste PAZZ-Tippzz *höhö* — Die Zeit verging wie im Flug und es war eine angenehme Erfahrung.
Das Konzept der Performance geht auf und lädt zum Spielen und Experimentieren ein. Ich würde gern noch ein-zweimal in den Container steigen und neue/andere Menschen kennen lernen – eben auf diese spezielle Art und Weise bei Wein und Wasser.

“Dress me up in your love” (Theatre Replacement, Kanada)

Berührend. Nachdenklich machend. Geschichte(n) erzählend. – Einfach toll.

Nah am Endbild, rechte Bühnenseite.

Nah am Endbild, rechte Bühnenseite.

Theatre Replacement begonnen die Arbeit an diesem Stück beim letzten PAZZ im April 2010. PAZZ IN PROGREZZ, Pardon: PROGRESS, heißt das Programm in dem 2010 mit den Proben begonnen wurde (auf das Projekt “PIP” gehe ich morgen noch einmal genauer ein). Damals wurde ein Arbeitseinblick gezeigt. 2011 dann in Kanada die umjubelte Premiere. 2012 zurück in Oldenburg: Applaus ohne Ende. Ein wunderbarer Theaterabend. Knappe 100 Minuten vergingen auf eine ganz besondere Art. Sehr musikalisch, kreativ und überzeugend das Ensemble.

Näher am Endbild, rechte Bühnenseite.

Näher am Endbild, rechte Bühnenseite.

Aber was habe ich gesehen? Kurz: 200 Kleidungsstücke; und jedes erzählt eine Geschichte. Der “Stoff” aus dem Träume sind; oder auch Alpträume. Die Performer arbeiteten (auto-)biografisch. Die Performer geben unter dem Schutz der Kleidung die sie zu diesem Zeitpunkt getragen haben, ihre persönlichsten Momente wieder. Von verstorbenen Brüdern und Eltern (Krebs.), grauenvollen Entjungferungen (Eine Nacht Hotel bezahlt für eine Minute Akt.), peinlichen Situationen im Sportunterricht (Mädchen sollten keine Boxershorts für Männer tragen.), erste Arbeitserfahrungen (In Kanada für McDonalds am Malaysia-Pavillon der Weltausstellung 1986.) oder auch die glücklichsten Augenblicke ihres Lebens (Das goldene Hochzeitskleid und die Frau die seit dem die “Goldene Braut” genannt wird).
Natürlich stammen diese Momente nicht nur von den Performern selbst. Es werden auch Kleidungsstücke bester Freunde und Familienmitglieder gezeigt und mit ihren Geschichten vorgestellt. Bewegende Momente und Momentaufnahmen entstehen. Speziell wenn durch Langzeitbelichtung kurze Nachrichten mit Taschenlampen aufgenommen werden und dann für das Publikum via Beamer projiziert werden. Diese sind manchmal Teil der wenigen, dafür aber guten und schön umgesetzten, Tanzchoreografien – aber auf jeden Fall musikalisch unterlegt. Die fünf Performer und eine Musikerin geben sprichwörtlich ihr letztes Hemd für einen wunderbaren Theater-vs-Performance-Abend. Klar bleibt es eine Performance, doch hier im Form eines Paradebeispiels für eine exzellente Arbeit und thematische Auseinandersetzung mit dem Stoff – und dem Stoff, ihr wisst was ich meine.
Zum Abschluss ein Satz der Darstellerin Maiko Bae Yamamoto im Nachgespräch, auf die Frage wie sie auf die Auseinandersetzung mit Kleidung kam: “Clothes are like a skin we wear; shows who and how we are.”

Am nächsten - ähh, nähesten am Endbild, rechte Bühnenseite.

Am nächsten - ähh, nähesten am Endbild, rechte Bühnenseite.

“White Rabbit / Red Rabbit” (Nassim Soleimanpour, Iran) - zum zweiten.

Diesmal hielt der “Polizeiruf 110″-Schauspieler und Grimme-Preisträger Edgar Selge die Blätter in der Hand. Wie es war? Geduldet euch noch einige Tage. Aber hier das Gruppen- und Endbild der zweiten “Aufführung”.

Die zweite Gruppe...

Die zweite Gruppe...

...und das zweite Ende.

...und das zweite Ende.

Damit verabschiede ich mich mit einer Anmerkung bis zum “Avanti”-Special:
Das Festival läuft toll, nur die Hälfte der Toiletten streikt, das WLAN im Hotel und im PAZZ-Container lässt zu wünschen übrig und so kann ich leider nicht so schnell arbeiten, wie ich gern würde. Aber ich lege für euch heute noch eine Nachtschicht ein, um die Tage wieder aufzuholen. *zwinker* Ihr sollt euch schließlich am Ende fühlen, als wärt ihr dabei gewesen und habt alle Stücke gesehen ;-)
Beste Grüße aus Oldenburg, Eric!

SamSonntag in Bildern…

Montag, 23. April 2012

Wer nicht so viel Lesen möchte, darf hier gern etwas optischer werden. Einige Eindrücke vom PAZZ aus Oldenburg und was mir da noch so vor die Linse kam. Es wären sicherlich mehr Bilder, wenn nicht das Wetter so kalt und regenlastig wäre. Aber eigentlich kann es nur besser werden…eigentlich.

Bis morgen! Eric.

PTSdT(1) >> “Leo” und “White Rabbit / Red Rabbit” (Vol. 1)

Montag, 23. April 2012

PTSdT* Teil 1: Samstag, den 21. April 2012

“Leo” (Circle of Eleven, Schottland/Deutschland)

Leo war lustig.
Leo war neu.
Leo war besonders.
Leo war bunt.
Leo war kreativ.
Leo war suspekt.
Leo war unglaublich.
Leo war einprägend.
Leo war all dies und vieles mehr!

Stellt eine Kamera auf und schließt sie an den Beamer an. Dreht den Beamer um 90° nach (ob links oder rechts hängt von eurer Raumsituation ab), so dass das Bild “senkrecht” steht. Stellt die Kamera so auf, das das Beamerbild nicht zu sehen ist, aber  man Boden und mindestens zwei Wände sehen kann.
Jetzt legt euch auf den Boden, rutscht mit den Füßen an die Wand. Wenn der Beamer jetzt richtig herum gedreht ist, “steht” ihr auf dem Beamerbild an der Wand die durch die Drehung zum Fußboden wird – wenn nicht, einfach den Beamer um 180° drehen ;-)
Jetzt hebe langsam deine Beine an. Und tata! DU SCHWEBST! Richtig gehört. Und das ist die Grundidee von “Leo”.

LEO liebt Oldenburg!

LEO liebt Oldenburg!

Anfangs weiß Leo von nichts. Er kommt auf die Bühne: Diese besteht aus zwei dunkelblauen Wänden (hinten und links), einer roten Wand (rechts) und einem hellblauen Fußboden (unten – kleiner Spaß!) – doch im Video ist die rote Wand der Fußboden (kein Spaß!). Bedeutet: Der Koffer an der Wand auf der Bühne liegt in der Videoprojektion auf dem Fußboden.
Wie gesagt: Am Anfang weiß Leo nichts. Der Witz entsteht durch (natürlich) gesetzten Zufall. Er überschlägt die Beine kurz ohne den Boden zu berühren und “fällt” nicht. Urkomisch! Als nächstes “denkt” er die hellblaue Wand wäre eine Art Kraftfeld. Herrlich! Dann kommt aus seinem Koffer Musik zu der er tanzt und akrobatische Einlagen bietet. Grandios! Und so könnte ich weiter machen. Seinen Hochpunkt erlebt das Stück mit einem einfachen Stück Kreide. Ein Stuhl, ein Tisch. Dann eine Katze die nicht reagieren will – wie auch? Als Gegenpart ein Fischglas und ein Papagei, der im realistischen Fenster sitzt. Ein Traum – und wunderschön gezeichnet an die hintere Wand (auf der Bühne und im Video, die bleibt hinten ;-) ); und ja, er zeichnet um 90° gedreht! Eine Kunst. Dann das große Finale: Durch Videoanimation und überlagerte Bilder erweckt das Geschehen zum Leben…aber ich möchte nicht alles verraten, falls es noch jemand sehen will.
Zwischendurch fiel mir noch etwas auf. Anfangs versuchte ich immer beides im Blick zu haben. Bühne und Projektion. Doch dadurch das der “Witz” des Stückes erst durch die Projektion Sinn ergab, blieb man mit dem Blick dann doch dort hängen. Dennoch lohnt sich der Blick in den “Bühnenraum” durchaus auch immer mal, denn wenn Leo im Video “entspannt” an der Wand lehnt, so hat der Schauspieler die Aufgabe sich nur mit dem Arm vom Fußboden weg zudrücken und zu hoffen das die Schuhe rutsch-fest sind. Probiert es einfach mal aus ;-)
Fazit: Leo ist mit 70 Minuten Länge einfach perfekt. Das Stück bewegt sich zwischen Theater, Zirkus und “Zauber”-show und kann von 4- bis 104-jährige Zuschauer alle begeistern. Es ist einzigartig, erfindet sich alle zehn Minuten komplett neu und wird nie langweilig oder langatmig. Dem Produktionsteam ist eine wunderbare Inszenierung gelungen die wirklich neu und in keinster Weise vorhersehbar ist. Eric: Applaus, stehend; Bravo rufend!

"Leo"s Zugabe - Spontan und Witzig

"Leo"s Zugabe - Spontan und Witzig

“White Rabbit / Red Rabbit” (Nassim Soleimanpour, Iran)


“Rabbit” (ich werde den Stückname ab jetzt so abkürzen) ist bewegend und aufwühlend. Es ist die spannendste Lesung gewesen die ich je gesehen und gehört habe. Aber genau aus diesem Grund schreibe ich dazu heute noch nichts – bzw. nicht viel. Weil sie jedes Mal anders ist:
Das Stück wurde von Nassim, einem damals 29jährigen Iraner am 25. April 2010 geschrieben – zumindest eine bestimmte Textstelle. Die “Inszenierung”, oder besser gesagt das Konzept sieht vor, das der Leser, der Schauspieler, das Stück zuvor nicht lesen darf und nichts darüber weiß. Er öffnet nach Beginn der Vorstellung einen Umschlag und wird vom Autor begrüßt. Und ab diesem Moment ist jede Lesung anders. Zum einen wird das Publikum durch bzw. über den Schauspieler vom Autor aus aufgefordert Dinge zu tun oder der Schauspieler selbst wird zum “Objekt” für den Autor. Und was, schreibe ich euch nachdem ich alle fünf Lesungen gesehen habe und so berichten kann, was jede Lesung ausgemacht hat. Wo steckt der Witz, welche Sprache funktioniert besser, wie unterschiedlich reagiert das Publikum, welche Darsteller geben was wie wieder?

Rabbit (Vol. 1) - Das Ende

Rabbit (Vol. 1) - Das Ende

Damit ihr dennoch wisst, wann ich “das Stück” gesehen habe, poste ich Bilder der ja jedes mal anders laufenden Lesung. Ein Beispiel ist unter anderem das es eine Szene gibt, in der fünf Leute aus dem Publikum ausgesucht werden – für was, erfahrt ihr später – die dann fotografiert werden sollen. Hier das Bild von heute (und ich verspreche mich morgen weiter nach vorn zu setzen). Gelesen hat für das erste mal übrigens Gregor Weber, “Tatort”-Kommissar und selbst auch Autor (ganz links im Bild).

Rabbit (Vol. 1) - Die Gruppe

Rabbit (Vol. 1) - Die Gruppe

So, das war es dann für heute. Oder besser gestern.
Beste Grüße aus Oldenburg, Eric…

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*) PTSdT = Performance-Theater-Stücke des Tages

PAZZZZZZZZZZZZZZZzzzzzzzzzzz*chrrrr…zzzZZZzzz…

Sonntag, 22. April 2012

Tag eins. Oder zwei? Keine Angst. Ich zähle von nun an in Festivaltagen, also:

TAG ZZZZZZZZZWEI!*

PAZZ Blocks

PAZZ Blocks

22 Uhr. Westkreuz Oldenburg. Auf dem Weg von “Leo” zu den Hasen habe ich mich verfahren. Die Rettung: Burger King. Gegen die Abnahme einer kleinen Pommes erfahre ich den Weg zurück zur PAZZ-Container-City. Willkommen in Oldenburg – der Stadt ohne Straßensystem**.
Dagegen ist das Buchungssystem für die Performances am Nachmittag der Clou schlecht hin. Wie ihr auf dem Bild seht, gibt es feste Zeiten, Startpunkte, benötigte Personen, etc. die dann Tag-für-Tag mit Kreide abgestrichen werden, wenn man sich anmeldet. So einfach wie genial.

Täglicher PAZZ-Performance-Zeitplan und Reservierungssystem

Täglicher PAZZ-Performance-Zeitplan und Reservierungssystem

Aber hier beim PAZZ ist so vieles genial; wie zum Beispiel das erste Stück was ich gerade gesehen habe: Leo. Die “Kritik” gibt es morgen zu lesen. Dann die Pressemappen: Einfach nur schwarz aber jede handbedruckt mit PAZZ-Logo – wenn man mit dem Finger darüber fährt, erlebt man eine Sekundenperformance. Als nächstes hätten wir die Container-City (Fotos folgen morgen). Aber was ist das eigentlich alles?
Also: Das Festival wird unter der Leitung von Thomas Kraus vom Oldenburger Staatstheater organisiert und durchgeführt. Es gibt neben den normalen Spielstätten des Theaters die Container-City – zu der ich euch in den nächsten Tag noch einen eigenen Blog schreibe, weil die einfach mal HAMMER! ist – und den Stadtraum für site-specific-Projekte. Gezeigt werden Gastspiele die eingeladen werden, Stücke aus dem Repertoire des Oldenburger Theaters, sowie eigene Produktionen für das Festival bzw. die für Oldenburg geschrieben bzw. umgeschrieben wurden. Das Publikum ist international – ich stoße vor allem auf Besucher aus den BeNeLux-Staaten und dem skandinavischen Bereich — Englisch ist also Pflicht; siehe auch Programmheft. À propos Programmheft. Hier der Link zum Heft, welches noch für acht Tage mein Leben bestimmt >> http://pazzfestival.info/wp-content/uploads/2012/03/PAZZprogramm_2012_Heft.pdf Punkt!
So. Bevor ich zur zweiten Vorstellung des heutigen Abends gehe noch die Erklärung der E-Mailadresse pazz@coasteric.de – und zwar schreibt mir eine kurze Mail wenn ihr mehr wissen wollt, Fragen oder Verbesserungsvorschläge und auch Wünsche an mich habt – wie das? Zum Beispiel lest ihr im Programmheft von einer Produktion die euch extrem interessiert und möchtet darüber mehr wissen. Das könnt ihr mir dann einfach schreiben und ich werde zu eurer Wunderlampe!

Das war es dann erst einmal von heute. Morgen dann Beschreibungen zu “Leo” und “White Rabbit/Red Rabbit” – mit Video ;-)
Euer Eric…

Der P(AZZ)erformance-Plan - von hinten...

Der P(AZZ)erformance-Plan - von hinten...

*) …zet-zet-zet…überall PAZZ-Zets! Schlüsselanhänger, Taschen, Eintrittskarten, Plakate, T-Shirts, Programmhefte, … ich glaube das wird eine Fotostory!

**) Natürlich könnte es auch an mir liegen, oder daran dass es schon dunkel war, oder dass es kalt war, oder dass Aladdin gerade auf dem Teppich vorbei geschwebt kam… *hust*

PAZZ 2012 – Heute geht es los…

Freitag, 20. April 2012

Seit gespannt auf zehn volle Tage Festivalblog über Performance und Theater zum PAZZ aus Oldenburg!

In wenigen Stunden geht es los…seid bereit!

Euer Eric.

Eindrücke – Puppen- und Objekttheater

Donnerstag, 23. Juni 2011

Beginnend mit grundlegenden Puppenführungsübungen und Improvisationsspielen tasten sich die Teilnehmer des Workshops an die verschiedenen Puppentypen und deren Spiel heran. Da gibt es kleine Handpuppen, große Handpuppen, Puppen aus Zeitungspapier, die mit der Hand zusammengehalten werden müssen, Ganzkörper-puppen und schrullige Opa-Puppen mit Namen wie Wilhelm, Edmund oder Heinrich. Jeder Bewegung der Puppe geht eine Gegen-bewegung voran, das wirkt organisch, echt. Die Atmung des Spielers ist ebenso wichtig wie die richtigen Handbewegungen. Die Teil-nehmer lassen die Puppen in ihren Händen lebendig werden.

Jonas Feller

„Es ist gar nicht so schwer wie man denkt, ist alles Übungssache.

Ich hab aber echt Muskelklater. Darunter leiden wir wohl alle.“ (Sören)