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„The Select“ – zieht sich wie ein Kaugummi, aber zurück bleibt ein guter Geschmack!

Mittwoch, 15. Juni 2011

Mark Barton

An manchen Stellen wird „The Select“ für den Zuschauer zu einer Herausforderung, dreieinhalb Stunden konzentriert zu bleiben ist gar nicht so leicht. Doch immer wieder werden zur Auflockerung beeindruckende Choreographien eingebaut, die Musik hält einen wach und die Leistung der SchauspielerInnen ist einfach nur top!

Man merkt, dass dieses Stück wahrscheinlich nicht als Ausklang für einen anstrengenden Arbeitstag geeignet ist, doch es wird mit solch einer Sensibilität und Freundlichkeit erzählt, dass man überzeugt sein kann, diese fast 4 Stunden sind definitiv keine verlorene Zeit! Einfühlsam und humorvoll zugleich wird das Leben zweier Menschen protraitiert, die zwar füreinander bestimmt sind, aber partout nicht zueinander finden. Am Ende bricht tosender Applaus los, erst viel später beginnt man nachdenklich zu werden. „Nutze jede Chance, die du bekommst“, ist wohl die Aussage des Stückes und in diesem Sinne empfiehlt sich auch für jeden: Nutze die Chance „The Select“ zu sehen, es ist definitiv einen Abend wert!

Katharina Köberl


The Select – Schauspielerische Glanzleistung

Mein erster Gedanke: „Dreieinhalb Stunden können eine lange Zeit sein.“ Der zweite Gedanke: „Die Schauspieler sollen gut sein.“ Und so kam es, dass sich meine Gedanken daraufhin knapp am Bühnenrand zu ordnen begannen.

Was sofort auffiel, war die grandiose schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers. Mit Leichtigkeit wechselt er als „Jacob“ zwischen der erzählenden Funktion und seiner Figur hin und her und begeistert das Publikum mit seiner Textsicherheit und tollen Glaubwürdigkeit. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Text er problemlos in diesen dreieinhalb Stunden auf die Bühne bringt, hat er doch mit Sicherheit 80% des gesamten Textumfangs.

Das Stück war allerdings etwas langsam und hat sich an gewissen Stellen zu sehr in Kleinigkeiten vertieft, aber alles in allem fiel das nicht weiter ins Gewicht.

Eine weitere Faszination lag in der Sound-Mechanik. Scheinbar etwas an das Illustrationstheater angelehnt, wurden die Töne gewisser Handlungen, wie zum Beispiel das Einschenken der Gläser, perfekt synchronisiert – eine Sound-Technik, die man nicht sehr oft live zu sehen bekommt.

Am Ende des Stückes galt mein ganzer Respekt den Schauspielern, die wirklich eine grandiose Leistung abgeliefert, trotz der langen Spieldauer die Spannung nicht verloren haben und immer wieder mit Natürlichkeit überzeugten.

Corinna Harrer