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Die Kritikerrunde macht sich startklar – Teil I: „Interviews“

Freitag, 11. Mai 2012

Zum Start in die Kritikerrunde beschäftigten wir uns bereits Ende April in einem Workshop mit Mona Moore – landesweit bekannt für ihre Interviews und ihre raue Stimme –  eingehend mit… „Interviews“.

Auf geht´s! Nach den Einzelinterviews mit der ganzen Runde.

Zuerst wurden wir einzeln in den Seminarraum gebeten, ohne jegliche Vorbereitung oder Ahnung, was darin passieren würde. Mona Moore saß alleine an einem Tisch, bat mich mich zu setzen, schaltete ihr Aufnahmegerät ein und fing an Fragen zu stellen. Diese Übung vermittelte sofort das Gefühl eines Interviewten. Für Manche vielleicht positiv aber für mich ein definitiv negatives Erlebnis. Zuerst war ich nervös, weil ich nicht wusste, was passieren würde und dann, als sie anfing Fragen zu stellen, wurde ich panisch, dass ich hoffentlich eine Antwort auf alle Fragen hätte. Schließlich wird alles, was man sagt, aufgenommen und wenn ich nervös werde, fange ich an zu plappern, also hatte ich Angst, dass ich etwas falsches sagen würde.

Danach fing es richtig an. Mona Moore erzählte von ihrem Leben, ihren Erlebnissen und Erfahrungen mit Interviews. Sie erklärte uns zum Beispiel, dass „Off The Record“ inoffizielle aufgenommene Details sind, die aber aus privaten Respektgründen unter keinen Umständen veröffentlicht werden dürfen. Mona machte uns auch darauf aufmerksam, dass man schauen sollte, dass die Antworten immer länger als die Fragen sind und dass man keine zu langen und komplizierten Fragen stellt, da der Künstler im Vordergrund steht und nicht der Interviewer. Interessant fand ich auch, als sie uns erklärte, was eine „Gretchenfrage“ ist, nämlich eine Frage, die dem Gefragten meist unangenehm ist, da sie direkt ist und von dem Gefragten eine bisher versteckte Absicht entlarvt.

Hier sind die wichtigsten Punkte, die ich aus dem Workshop zusammenfassen konnte:

  • Hintergrundinfos und gezieltes Vorbereiten sind die Grundvoraussetzung eines gelungenen Interviews – Nichts ist peinlicher, als wenn ein befragter Autor darauf kommt, dass der Interviewer sein Buch nicht genau kennt.
  • Sicher sein, dass die Technik passt – Ein ganzes Interview umsonst, weil die Batterie des Aufnahmegeräts leer war, kann vermieden werden.
  • Gute Fragen stellen und keine Standardfragen – Der Fragende, Gefragte und das Publikum sollten daran interessiert sein und man sollte originelle Fragen stellen und definitiv Keine, deren Antworten nach einer Suche im Internet sofort herausgefunden werden können.
  • Spontan auf Antworten reagieren – Damit ein Fluss entsteht, sollte man keine „Ja oder Nein“ Fragen stellen und auf alle Antworten spontan reagieren. Man sollte auch die Antworten mit den nächsten Fragen inhaltlich verbinden, so bekommt man das Meiste aus dem Gespräch raus.
  • Körpersprache beachten – Wenn zu dem Gefragten kein Augenkontakt besteht, gibt es keinen Anhaltspunkt und somit fühlt sich der Gefragte distanziert und nicht respektiert.

Die Notizblätter füllen sich!

Obwohl der Einstieg in den Workshop mich abgeschreckt und verunsichert hat, gab er mir einen guten Einblick in das Gefühl des Interviewten. Mona Moore vermittelte uns außerdem ein Fingerspitzengefühl für Interviews in ihrem sehr informativen Workshop.

Mary Sarsam und Anastasia Lopez

Spiel des Lebens – letzter Workshoptag

Sonntag, 11. Dezember 2011

Jetzt wo es vorbei ist … bin ich schon richtig auf die Probenzeit gespannt.

Ich habe hier mal einen kleinen Emotional-Trailer… eine Impressions-Kollage … ein kleines Potpu… naja schaut es euch einfach an:

Ich verbuche das jetzt mal unter „Ernst ist das Leben, Heiter die Kunst“, oder?

Heute wie auch schon Gestern haben wir uns zuerst ein bisschen Musikalisch betätigt. Mit Torsten Kinderman (ich nehem an es besteht kein Bezug hierzu) arbeiteten wir einige Musikalische Nummern für die unsere Große Bühenschow ein – Musik ist schließlich immer beliebt beim Publikum, das kann ein Schauspieler auch schließlich.

Torsten hat uns wirklich super angeleitet und arrangiert. Denn wenn ich an die Lieder aus unserem Vordiplom vor einem Jahr zurück denke, bin ich überrascht, wie gut wir vorankamen. Gerade zu flux studierten wir zwei kleine Chorsätze ein. In insgesammt nur drei Stunden. Und so wie es aussieht werden wir sogar noch mehr unseres Musikalischen Talents entstauben müssen einbringen. Wir haben einige Blockflöten, Gitarren, ein Cello, Klavier, eine  Schifferklavier Quetschkommode Ziehharmonika. Was man damit anstellen kann? Ich würde euch ja  zu gern einen Ausschnitt von dem zeigen, was wir heute ausprobiert haben, aber da wir uns mit Klassikern der GEMA-versuchtenunterstützten Musik befassen und ich schon einmal von einem Rechteverwerter abgemahnt worden bin (verbrannte Blogger scheuen den Abmahnanwalt), müsst ihr euch halt noch gedulden, bis ihr etwas von uns erlauschen könnt.

drei Gitarristen

So widmeten wir uns nach einem beschwingten Start den „Schattenseiten“. Durchaus mit einem nicht zu verkennenden Bewusstsein für Klischees widmeten wir uns unsern zukünftigen Biographien und ließen jeweils wichtige Momente konkret werden: Single, Mutter UND Schauspieler, traue ich mich dazu? Idealistisches Projekt oder bodenständiger guter Job? Traum vom Großen Kino – Hollywood ruft an. Plötzlicher Absturz. Man fliegt sogar am Theater raus. Sollte man jetzt nicht einfach dieses Angebot für diese Werbekampagne annehmen? Wir haben auch gesponnen, ob wir schwarze Schafe unter uns haben. Woher sonst die Schlagzeile in der BILD 2028 „Avdic unter Verdacht – Hatte er ein Verhältnis mit seiner Schülerin“.

Karrieren die durchstarten und trotzdem nicht befriedigen, Aufs und Abs, Glück und Pech. Wir haben einige Entscheidungen getroffen. Und wir haben mal gesponnen was unser 50-Jahriges Ich wohl alles für Rollen aufzählen kann, die es schon gespielt hat. Meine Lieblinge waren dabei ja Performances (Match aus „Trashing the Woods“) und Nebenrollen in Filmen (Caffebesucher 1 aus „Wie ich mich in dich verliebte“)

Ich finde wir haben heute interessante Themengebiete betreten und uns dabei zwar noch etwas mit Klischees und Clownerien beschützt doch das Material hat’s in sich. Viele dieser „Bigger than Live“-Schicksale von dem man immer bei den großen Klassikern spricht. Situationen, die jedem von uns wirklich passieren oder treffen können. Schicksale von denen man vielleicht schonmal gehört hat. Die man aus Kinoklassikern, aus Abendserien, aus Nachmittags Soaps oder nur einer Scripted-Doku kennt. Die Qualität hängt letztenendes von uns ab.

Ein wunderschönes Treffen also, allerdings habe ich keine Ahnung wie Lutz daraus wirklich ein zusammenhängendes Stück schaffen will. Aber ich habe den Eindruck er weiß was er tut.

Spätestens am 16. Januar 2012 wenn dann unsere Proben beginnen, werden wir es erfahren. Mal sehen was in der Zwischenzeit noch passiert. Ich geh jetzt Text lernen – Sosias aus Amphytrion… spiel ich für mein Jodel– Schauspiel-Diplom…

Versuch eines Gruppenbilds

Der Versuch eines Gruppenfotos (v.o.l.n.u.r.u.d.d.v.P.u.d.V.): Sascha, Martina, André, Lutz, Amanda, Joachim, Mechthlild, verdeckt von meinem Arm und Mir, dann Anna, Damir, Charles, Zora. Leider fehlen Lisa und Torsten.

~ So jung kommen wir nicht mehr zusammen ~

Hallo Welt – Hallo „Spiel des Lebens“

Samstag, 10. Dezember 2011

Hallo, Ich bin Bernhard. Als ich heute Nachmittag die Kantine des Schauspielhauses Bochum verließ verabschiedete uns die Küchenfrau mit den Worten „Tschüss Kinder!“

Bühnen-Gang

Bühnen-Gang (Amanda, Joachim, Mechthild)

Warum?

Ich bin einer von zehn Schauspielstudenten, die im Rahmen ihres Studiums zusammen mit Lutz Hübner und Martina van Boxen ein Stück für das Schauspielhaus entwickeln, und heute war unser fünftes Treffen um Material zu Sammeln.

In drei Workshops sammeln wir die Grundlage für unsere Proben Anfang nächstes Jahr. Aber was sollte man für ein Stück das sich „Spiel des Lebens“ nennt denn sammeln?  Wie fängt man so etwas an?  Was will denn der Zuschauer sehen? Was macht eigentlich ein gutes Theaterstück aus? UND Was wollte ICH eigentlich schon immer mal im Theater machen?

Der Text aus dem Programmheft, den Sascha Kölzow, unser Dramaturg, schon gepostet hat, gibt einen guten Eindruck  von dem, was uns in unserem Stück interessiert.

In drei Workshop-Wochenenden habe wir uns nun mit jeweils einem 30 Minuten Happen unseres Stückes beschäftigt: Was gestaltet die Biographie eines Menschen so, dass er Schauspieler werden will und es dann auch noch schafft an einer Staatlichen Schule angenommen zu werden? Was sind die Formen und Geschichten, mit denen wir heute auf Bühnen konfrontiert werden? Welche Geschichten können wir in 90 Minuten einem Publikum erzählen? Das waren ein paar der Fragen, mit denen wir uns auf den letzten zwei Workshops im Juni und September beschäftigt haben.

Dieses Wochenende fragen wir uns, was unseren Biographien noch bevorstehen mag. Was werden wir erreichen, was wird uns missglücken, wie werden wir Scheitern. Wer von uns wird in 30 Jahren noch Schauspieler sein. Wer wird berühmt, wer glücklich? Diesmal standen Themen an, die ich immer nur von meiner Sicht als Beginner betrachtet hatte, aber durch Lutz nun aus der Sicht dessen höre, der all das schon hinter sich hat.

Für mich ist das wirklich mit der interessanteste Workshop bisher. Lutz der selbst als Schauspielstudent anfing, erzählt uns zu Beginn des Workshops, dass aus seiner damaligen Klasse nur noch einer Schauspieler ist. Für den Beginn der Workshops hat Lutz jedes mal eine kleine Inspiration vorbereitet. Texte  und Gedanken, die er zu dem Thema entwickelt hat und Zitate, die er für passend hält.

Er ließt uns z.B. einen kleinen Auszug aus seinem Stück „Dramoletti“ vor. Von Schauspielstudenten, die jetzt stattdessen Bioläden oder Bars betreiben. Von denen die ganz gut im Geschäft waren, aber nun doch eher auf dem trockenen sitzen. Und denen die immer noch „saufen wie ein Eimer“. Er gesteht uns dann, dass einige der Geschichten an die Leben seiner ehemaligen Studienkollegen oder anderen Menschen, die er traf angelehnt sind.

Für mich als naiver Neueinsteiger hört sich das ziemlich deprimierend an. Was wird tatsächlich aus meinen Ziel Theater zu spielen, berühmt vielleicht sogar reich zu werden. Wird er gelingen oder spielt das Leben nicht mit und am Ende versauert man als mittelmäßiger Darstellen unkreativ und unkündbar an nem kleinen Stadttheater?

Vielleicht sollte ich doch Aikido-Lehrer werden? Wir werden sehen. Morgen erfahren wir mehr.

Wer morgen beim letzten Workshop-Tag live™ dabei sein will, der folgt ab 10 Uhr einfach @BrutusD auf  Twitter

bis morgen, Bernhard

Aikido-Bernhard

Aikido-Bernhard