Thema des Monats - Juni 2013

Theater - Liebe, Leidenschaft und Zukunft

 

Das Theater Trier leidet unter Sparmaßnahmen, schlimmstenfalls droht ihm die Schließung. Eine Schülerin und Jugendclub-Teilnehmerin erzählt, was ihr ohne Theater fehlen würde...

 

Von Isabelle Bertges

 

Bühneneingang Theater Trier. Schon von Weitem lese ich die Aufschrift. Als ich näher komme, sehe ich schon die ersten Mitglieder des Hauses. Sie begrüßen mich fröhlich und locker. Sofort fühle ich diese Gelassenheit und ich weiß, hier bin ich richtig.

 
Ich bin Isabelle Bertges und mein Ziel ist es, einmal Schauspielerin zu werden.


Seit zwei Jahren bietet das Theater Trier mir regelmäßig die Möglichkeit, mich schauspielerisch auszuprobieren, sei es im Jugendclub oder als Statistin neben den professionellen Künstlern auf der Bühne im großen Haus. Das Dreispartenhaus bietet ein vielfältiges Programm bestehend aus Tanz, Musik und Schauspiel auf der großen Bühne, dem Studio und den diversen Außenspielstätten an. Trotz des großen Engagements seitens der Mitglieder ist das Haus durch Sparmaßnahmen, die zu einer Schließung führen könnten, bedroht. Täglich bekomme ich mit, wie die Mitglieder durch Protestaktionen und dem Sammeln von Unterschriften um den Erhalt des Theaters kämpfen.

 

Theater Trier                                                      Foto: Dominik Mock


Als Schülerin, die sich gerade durch die zehnte Klasse einer Gesamtschule mit Lehrern, frühem Aufstehen und lästigen Hausaufgaben rumschlägt, könnten solche Tatsachen eher unwichtig erscheinen, jedoch nicht wenn ich hier die meiste Zeit meines Alltags mit Begeisterung verbringe.
Die letzten zwei Jahre am Theater Trier haben mich künstlerisch und auch privat sehr gestärkt und geprägt. Das Theater ist meine Liebe, meine Leidenschaft und meine Zukunft.

 

Besonders der Jugendclub und andere Angebote für Jugendliche am Theater wie zum Beispiel Workshops leiden darunter, dass immer weniger Geld zur Erweiterung des Programms da ist. Nur sehr schwer finden sich in Trier Personen, die solche Angebote leiten und unsere Schauspieldramaturgin und Theaterpädagogin entlasten können. Das kann ich aber verstehen, da im Moment sogar nicht genügend Geld für die Produktionen im Großen Haus da ist.

 

Für mich bedeutet der Gang in das Theater nicht Arbeit, sondern Spaß. Hier kann ich unter Freunden arbeiten und fühle mich einfach am richtigen Platz. Regelmäßig gewährt mir unser Pressechef Frank Orbons Asyl in seinem Büro. Hier kann ich über alles sprechen, was mich im Zusammenhang mit dem Theater und darüber hinaus bewegt.


Außerhalb ihres stressigen Alltags bieten die TänzerInnen, SängerInnen, SchauspielerInnen sowie die Orchestermitglieder des Hauses, für Kinder und Jugendliche Tanz-, Gesangs-, Schauspiel- und Musikunterricht an, welche auch ich regelmäßig in Anspruch nehme.

 

Szene aus der Trierer Jugendclub-Inszenierung "Maria Stuart - Battle of the Queens". Foto: Marco Piecuch


Das Theater bedeutet für mich ultimative Freiheit. Ich wünsche mir, dass sie am Theater nicht auf Grund von finanziellen Nöten und weiteren Sparmaßnahmen in den kommenden Jahren schwindet.

 

Wenn ihr das Theater Trier unterstützen wollt, könnt ihr hier die Petition "Pro Ensemble - Theater Trier" unterzeichnen.

Isabelle Bertges
Isabelle Bertges