Thema des Monats - Juli 2015

"Alles mal ausprobieren"

Das Projekt SIB - Schulen in Bewegung

 

Bei einem Theaterstück mitarbeiten, das am Ende in einem großen Theater vor 400 Zuschauern aufgeführt wird… bei dem Projekt „Schulen in Bewegung“ (SIB) des Jungen Schauspielhaus Bochum wird dieser Traum zur Realität. Jedes Jahr kommen Schülerinnen und Schüler aus allen Bochumer Schulformen zusammen, um in sieben Gruppen unter Anleitung von professionellen Theatermachern an allen Bereichen eines Theaterstückes zu arbeiten. Die Gesamtleitung übernimmt Martina van Boxen, die Leiterin des Jungen Schauspielhauses Bochum. Dieses Jahr feierte SIB sein fünftes Jubiläum mit einer Inszenierung von „Die Welle“, bekannt aus dem Roman von Morton Rhue und dem Film von Dennis Gansel.


Es war eine lange Reise bis zur Premiere am 21. Mai 2015. Schon Ende 2014 wurden Schulen aus ganz Bochum angeschrieben, die sich für das Projekt bewerben konnten. Alle weiterführenden Schulformen sollten vertreten sein, mit Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse bis hin zu Abiturienten und Berufsschülern.


Und tatsächlich kam zum „Casting“ im Januar eine Truppe von knapp 80 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus sechs unterschiedlichen Schulformen. „Casting“ ist eigentlich ein falscher Begriff, denn bei SIB darf jeder mitmachen, der Interesse hat! Es geht nur darum, die Schülerinnen und Schüler ihrem Talent entsprechend auf sieben Arbeitsgruppen zu verteilen. Es kann eben nicht jeder Schauspieler oder Tänzer sein – so viele Rollen gibt es im Stück gar nicht. Aber man kann auch in der Musikgruppe mitmachen, das Bühnenbild oder die Kostüme entwerfen, Videos erstellen oder für Berichterstattung und Werbung verantwortlich sein.

 

Die Welle; Foto: SIB


Jaqueline und Samed, beide 13 Jahre alt, gehen auf die Cruismannschule. Sie sind in der Tanzgruppe und erzählen von ihren Proben und den Erinnerungen an das erste „Casting“ am 16. Januar 2015, bei dem alle Schülerinnen und Schüler, die mitmachen wollen, auf die verschiedenen Gruppen aufgeteilt wurden.


Wir tanzen viel, so Übungen, alle zusammen. Das ist manchmal auch anstrengend, aber es geht schon. Wir haben zum Beispiel einen Cheerleader-Tanz geübt, einen speziellen „Welle-Tanz“ und einen „Welle-Gruß“. Aber der ist aus dem Film.


Beim Casting im Januar haben wir uns für die Tanzgruppe beworben, Tanz war unser Erstwunsch. Wir waren in einem Tanzraum und haben mit Arthur (Leiter der Tanzgruppe, Anm. d. Red.) ein Warm-up gemacht. Er hat Tanzschritte vorgemacht. Die mussten wir nachmachen, und er hat sich das angeguckt. Dann sind wir in einen anderen Raum gegangen und haben darüber geredet, ob wir reinkommen.


Die Proben laufen auch jetzt noch so. Arthur zeigt uns eine Schrittfolge und wir üben die dann. Manchmal dauert das schon ein paar Tage, manchmal nur Stunden. Irgendwann geht das dann. Aber meistens sind die Schritte echt sehr schwer. Dann machen wir was anderes. Aber man merkt auch: Erst denken wir, das ist zu schwer und wird nicht klappen, und dann klappt das doch. Wir proben eine halbe Stunde, dann machen wir eine Pause, denn manchmal tanzen wir alle gleichzeitig. Aber manchmal machen wir auch Gruppen. Wir teilen uns in so fünf bis sechs Leute auf. Dann macht jede Gruppe etwas Besonderes. Slides am Boden, ein bisschen Freestyle. Dann zeigen wir das alles abwechselnd hintereinander. Das macht total Spaß!


Wir haben auch beide vorher schon getanzt. Samed hat das von seiner Familie sozusagen geerbt. Er macht das schon, seit er acht ist. Sein Onkel hat viel getanzt, und Samed hat dann mit ihm getanzt. Er würde auch gerne später was mit Tanz machen, so Richtung Hip-Hop. Ja, das ist bei Jaqueline genau so, sie würde gerne Tanzlehrerin werden. Sie war neun oder zehn, als sie angefangen hat. Auf ihrer letzten Schule war sie in der Tanz-AG.


Aber das ist bei jedem in der Gruppe anders. Da gibt es echt Unterschiede, manche können es echt sofort, aber manche nicht so. Die üben dann, bis sie es auch können. Bei Arthur müssen wir eben Disziplin haben, das hilft. Er leitet uns gut, das kann er echt. Und es lohnt sich! Wenn man dann nicht mehr im Proberaum steht, sondern auf der Bühne übt, das fühlt sich schon anders an, so als wäre man ein Star. Dann ist man auch nervös! Auch jetzt schon bei den Proben haben wir ordentlich Lampenfieber, wenn wir an die Premiere denken.




Im Anschluss wurde einmal die Woche in den eigenen Gruppen geprobt und gearbeitet. Jeden Mittwochnachmittag, manchmal auch den ganzen Tag. Außerdem noch den verpassten Schulstoff aufholen, Betriebspraktika machen, fürs Abi lernen – ganz schön stressig!

 

Auf der Bühne; Foto: SIB

 

Vanessa ist 19 Jahre alt und schon zum dritten Mal bei SIB in der Musikgruppe dabei. Sie ist Schülerin am Alice-Salomon-Berufskolleg, wo sie ihre Qualifikation für das Abitur nachholt und eine Ausbildung macht. Sie erzählt uns von ihren Erfahrungen, insbesondere von der ersten gemeinsamen Probe mit den anderen Gruppen am 30. März 2015.


Vanessa, warum machst du schon zum dritten Mal bei SIB mit?


Vanessa: Weil es Spaß macht zu sehen, wie aus so einem Skript ein komplettes Stück wird und zu sehen, was wir alles leisten können. Ich war auch schon immer in der Musikgruppe.


Dann hast du ja viel Erfahrung! Was macht man denn in der Musikgruppe?


Vanessa: Man setzt sich zusammen und überlegt, wie man sich das vorstellt, in welchen Szenen, man welche musikalischen Einsätze leisten könnte. Erst mal aber welche Instrumente wir spielen können. Dann wird geguckt, worum es in dem Stück geht und dann schreiben wir die Ideen auf. Brainstorming. Ich singe und spiele an den Percussions. Aber dieses Jahr ist das ganz anders, wir übernehmen den Part der Erzähler auf der Bühne. Ich glaube wir sollen mehr unterstreichen und viel darstellen.


Und ist das anstrengend? Macht das Spaß?


Vanessa: Beides! Es ist natürlich anstrengend, heute zum Beispiel, da wir heute ja schon früher mit der Probe angefangen haben. Aber dann… so zu sehen, was aus einer Idee werden kann. Aus einem „Wir probieren jetzt mal alles aus“ zu dem, was dann tatsächlich auf die Bühne kommt, das ist schon… ziemlich geil. Wenn ich das so sagen darf. Darf ich „geil“ sagen?


Natürlich darfst du „geil“ sagen. Also, ihr habt am Anfang viel in eurer eigenen Gruppe gearbeitet. Und dann gibt es zum ersten Mal eine gemeinsame Probe. Was passiert da genau?


Vanessa: Da haben wir uns gegenseitig vorgestellt, was wir bisher so gemacht haben. Ich glaub das war die „Another Brick in the Wall“-Version von uns und „Go Gordon“. Die Schauspieler haben gezeigt, welche Szenen sie bisher bearbeitetet haben. Und die Tänzer genauso. Natürlich wurden noch ein paar Feinheiten geändert, aber so großartig geändert hat sich nichts. Aber wir haben dann immer wieder alles einstudiert und geübt.


Wie muss ich mir so eine Musikprobe vorstellen?


Vanessa: Also, bei dem Casting hat Tom (Leiter der Musikgruppe, Anm. d. Red.) uns gefragt, ob wir das Lied „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd kennen. Am Anfang wussten ein paar nicht, was das mit dem Stück zu tun hat. Ich konnte es mir schon so ein bisschen denken, wegen Ross, dem Lehrer. Aber die Proben fangen damit an, dass wir die Instrumente aufbauen und schon ein bisschen drauf rumspielen. Dann sagt Tom uns, was er als nächstes gerne proben würde, oder was bei uns noch nicht so gut sitzt und dann machen wir das auch. Es ist laut und chaotisch und in den Pausen ist es auch nicht ruhig.


Ich hab schon gehört, dass in den Pausen einige von euch auch kleine Jam-Sessions machen.


Vanessa: Ja, es ist anstrengend. Ich bin voll dagegen, ich bin eigentlich echt für ruhige Pausen. Lach nicht!


Nein, nein, verstehe ich. Machst du nochmal bei SIB mit, oder geht das nicht mehr, weil du jetzt in der Ausbildung bist?


Also dieses Jahr ist es schon sehr stressig für mich, weil ich auch gleichzeitig die Qualifikation fürs Abi nachmache, und momentan bin ich auch in der Klausurenphase. Aber wenn meine Schule nochmal mitmacht, werde ich es mir schon überlegen.


Und hast du das Gefühl, SIB hat irgendetwas verändert für dich?


Vanessa: Ich bin offener geworden! Ich hab keine Angst mehr mit fremden Leuten zu sprechen. Ja, mittlerweile… ich denke ich bin dadurch ein Stück selbstbewusster geworden im Großen und Ganzen.

 

Multimedia & PR; Foto: SIB


In den ersten Wochen hat die „Multimedia & PR“-Gruppe einen Flyer als Werbung für die Vorstellungen erstellt. Die Zeichnung auf dem Flyer kam von einer Schülerin aus der Gruppe. Das Welle-Logo (rechts im Hintergrund hinter dem Text) wurde von der Kostüm-Gruppe entworfen und dann auch im Bühnenbild, bei den Kostümen und in den Videos verwendet.

 

Flyer; Foto: SIB


In großen Schritten ging es dann auf die erste Probe auf der Bühne zu. Mit dabei: Radioreporterin Regina Völz, die Interviews für einen Bericht auf WDR5 führte, der am 21. Mai im „Morgenecho“ gesendet wurde.

 

WDR Interview; Foto: SIB

 

Auf der Bühne; Foto: SIB


Die erste Probe auf der Bühne war nicht nur für die Schauspieler und Tänzer eine ganz neue Erfahrung, sondern auch für die Bühnen- und Kostümbildgruppen, die zum ersten Mal ihre Ideen auf der echten Bühne sehen und überprüfen konnten.

 

Die Bühnenbildgruppe...; Foto: SIB

 

...beim Tüfteln; Foto: SIB


Laura-Jane und Konstantin sind beide 13 Jahre alt, gehen auf die Heinrich-Böll-Gesamtschule und sind in der Bühnenbildgruppe. Sie erzählen vom Tag der ersten Bühnenprobe am 20. April 2015.


Wir haben das Bühnenbild entworfen! Wir haben uns mit dem Skript beschäftigt: was da so passiert, welche Orte vorkommen, was man für Requisiten braucht. Das hat schon vier Stunden gedauert. Es war von Anfang an klar: Wir müssen irgendwas mit einer Klasse machen, irgendwas zum Sitzen brauchen die Schüler. Wir haben überlegt, ob es eher abstrakt sein soll oder ob wir zum Beispiel die Cafeteria irgendwohin projizieren wollen. Aber wir waren uns ziemlich einig, dass es bewegbar sein muss, denn die Cafeteria passt ja nicht zur Klasse. Die Szene vor dem Footballstadion auch nicht. Und die Tänzer brauchen irgendwas zum Draufspringen.


Dann haben wir uns für die Blöcke entschieden: Quadratische Würfel, die von einer Seite bunt sind - wobei, das muss noch werden. Man kann sie zum Beispiel verschieben oder aufeinander stapeln. Zuerst hatten wir überlegt, Stühlen zu nehmen, aber das war dann blöd - da kann man nicht so viel mit machen, die kann man nicht stapeln oder keine Wand draus machen. Konstantin und Konrad waren total für Rollrasen in der Footballszene. Das hat Amelie (Leiterin der Bühnenbildgruppe, Anm. d. Red.) so geärgert, da mussten sie einen Vertrag unterschreiben, dass sie nicht mehr „Rollrasen“ sagen. Man kann einen Wald ja auch anders darstellen als mit Bäumen oder so.


Eine Schulklasse wäre ja eigentlich: Wir stellen Pulte hin und Stühle. Jetzt sind es Blöcke ohne Tische. Man sieht schon, was das sein soll. Das ist ja Theater. Im Kino oder im Film wäre es ein normales Klassenzimmer. Hier im Theater kann man was anderes draus machen. Die Menschen kommen ja auch, um etwas zu sehen, was nicht im Alltag vorkommt. Die „Welle“ kam zwar im Alltag vor, aber dieses Bühnenbild ist irgendwie einmalig.


Am Ende sollen alle Blöcke weiß sein, und nur Laurie soll einen bunten Block haben. Aber wir wissen noch nicht, ob das funktioniert. Im Moment stellen auch noch alle die Seiten der Blöcke mit den Grifflöchern nach vorne, das soll ja auch nicht sein. Und hinten gibt es noch eine Wand. Es soll so aussehen, als bestünde die Wand aus noch mehr Blöcken. Das hat was mit dem Lied, das im Stück vorkommt, zu tun: „Another Brick in the Wall“ - also wie „bricks“, die Blöcke, die dann aus der Wand rausgenommen werden.


Wir haben aber noch mehr Sachen vorbereitet: Wir werden Fahnen runterhängen lassen vorne am Portal. Auf dem einen ist das Welle-Zeichen drauf, auf dem anderen steht „Stärke durch Disziplin - Stärke durch Gemeinschaft“. Da gab es zwei Möglichkeiten, wo die hängen können, entweder an diesen Hängestangen (sogenannte „Züge“, Anm. d. Red.) oder am Portal - am Portal wird das aber viel cooler beleuchtet.


Wir mussten dann zuerst ein Modell bauen - erst haben wir es aber im falschen Maßstab gebaut, und dann mussten wir die Blöcke nochmal größer bauen, in einem größeren Bühnenmodell. Zuerst dachten wir, dass wir 60 Blöcke bauen, dann brauchten wir nur noch 40, weil die Musiker doch nicht auf den Blöcken sitzen. Jetzt haben wir sogar zu viele Blöcke, aber das sieht eigentlich ganz gut aus.


Heute ist der Tag der TE - technische Einrichtung -, wo das Bühnenbild mal aufgebaut wird. Danach geht es dann zurück auf die Probebühne. Es ist spannend, das zu sehen. So ganz zufrieden sind wir noch nicht, weil wir die bunten Seiten von den Blöcken noch streichen müssen. Mehr als 22 Blöcke haben wir schon gestrichen, und dann müssen wir die weißen Seiten nochmal machen. Die sind schon wieder dunkler geworden, weil alle drauf steigen. Dabei haben wir schon Außenfarbe benutzt, die auch bei Regen nicht dreckig wird. Und die Wand müssen wir noch fertig machen - die wird schwarz gestrichen, und dann weiß drüber. Und für die Banner müssen wir die Schablonen machen.

 


 

Einen Monat vor der Premiere gab es noch viel zu tun. Jetzt begann die intensive Probenzeit, mit mehreren Probentagen in der Woche und am Wochenende. Jetzt müssen Schauspieler, Tänzer und Musiker viel gemeinsam proben, die letzten Teile von Bühnenbild und Kostüm müssen fertig werden, die Techniker des Schauspielhauses müssen dann auf der Bühne alles sichern und die Beleuchtung für das Stück entwickeln - und dann ist die Premiere ganz schnell da!

 

In der Maske; Foto: SIB


Laura ist 17 und besucht die gymnasiale Oberstufe an der Hildegardis-Schule. Celina ist 13 und Schülerin der Hugo-Schulz-Realschule. Beide sind in der Schauspielgruppe. Sie erinnern sich an die Probenzeit und vor allem an die Premiere am 21. Mai 2015.


Wie waren die Schauspiel-Proben? War das so, wie ihr es euch vorgestellt habt?


Celina: Es hat Spaß gemacht, in der Schauspielgruppe zu proben. Vorher habe ich mir vorgestellt, dass man einfach einen Text bekommt, den auswendig lernen muss und dann gesagt wird „Du musst das machen“, aber stattdessen wurde das alles Stück für Stück aufgebaut.


Laura: Ich habe mir das schon so vorgestellt, wie es war, auch wenn ich noch nie etwas mit Schauspiel gemacht habe. Aber ich habe viel dazu gelernt. Man konnte bei uns allen vom Anfang bis zur Premiere total gut sehen, wie wir uns entwickelt haben.


Celina: Stimmt. Am Anfang konnte ich auch kaum laut sprechen, ich konnte nichts auswendig lernen. Da habe ich mich verbessert, und alle anderen auch.


Verändert sich dadurch auch außerhalb der Proben etwas?


Laura: Also ich stehe mittlerweile immer in der Offenen Haltung! (lacht) Ich verschränke mich nicht mehr und ich rede lauter und deutlicher, seitdem wir die Stimmübungen machen.


Celina: Mir wurde auch schon gesagt, dass ich viel lauter rede, nicht mehr so buckelig stehe und meine Arme verschränke.


Welche Rollen spielt ihr?


Laura: Ich spiele die Rolle der Andrea. Sie ist eine Tänzerin, oder jedenfalls tut sie so. Sie hat nicht viele Freunde, nur ihre Sitznachbarn. Sie wird von den Jungs in der Klasse ein bisschen gemobbt und nachgeäfft. Wenn dann alle in der Welle sind, ist das aber weniger so. Sie freut sich deshalb auch, dass es die Welle gibt.


Celina: Ich habe meine Rolle erfinden müssen! Die Texte, die ich spreche, habe ich selbst vorgeschlagen. Meine Figur heißt Katy, ich gehöre zu einer Dreierclique. Ich bin so eine (lacht) Schickse, die nicht wirklich viel im Kopf hat, und sich ständig verspricht. Anfangs glaube ich gar nicht so an die Welle, und mache eher mit, weil die ganzen Jungs mitmachen. Später bin ich dann aber auch überzeugt.


Sind eure Rollen euch ähnlich oder seid ihr auf der Bühne ganz anders als im wirklichen Leben?


Laura: Die Andrea ist eher ruhig und genervt. Ich bin eher laut und wenn mich jemand nachäfft, dann lache ich darüber.


Celina: Ich kann mich ein kleines bisschen mit der Rolle identifizieren. Über alles Mögliche lachen und Sprüche ablassen, keinen Bock haben, das kenne ich von mir. Aber ich bin nicht doof und ich bin auch keine Tussi! Es macht Spaß, das mal zu spielen, aber ich würde niemals so sein wollen.


Hat man eigentlich die ganze Probenzeit Lampenfieber oder erst kurz vor der Premiere? Und wie ist es während der Aufführung?


Laura: So richtig los ging es morgens vor der Premiere, als wir die Generalprobe hatten. Ich habe immer großes Lampenfieber, selbst jetzt bei den Vorstellungen! Wenn’s dann anfängt, freue ich mich tatsächlich aufs Ende, auf den Applaus (lacht). Sobald man aus der Rolle rauskommt und die Leute klatschen, ist das total schön.


Celina: Ich habe das immer verdrängt, hab mir immer gedacht, dass noch genug Zeit ist. Und als es so weit war, am Tag der Premiere, habe ich gedacht: „Ich sterbe, ich muss auf die Bühne, vor ein paar Hundert Leute!“ Aber während der Vorstellung wird es dann leichter. Wenn man dann drin ist und spricht und mitspielt, dann macht es auch Spaß. Und am Ende das Gefühl, vorne zu stehen und man wird bejubelt und beklatscht, das ist wirklich wundervoll.


Waren eure Eltern oder Verwandte in der Premiere? Wie haben sie reagiert?


Laura: Meine Eltern und mein Opa. Mein Opa fands super, mein Vater auch, weil er Pink Floyd-Fan ist. Meine Mutter war einfach nur stolz.


Celina: Meine Eltern waren ähnlich drauf. Mein Vater ist auch Pink Floyd-Fan! Meine Mutter war so glücklich, dass ich endlich mal was mache. Und meine Eltern konnten sich nicht vorstellen, dass eine Jugendgruppe sowas machen kann.


Laura: Und meine Eltern haben endlich verstanden, warum wir so lange proben mussten. Das haben die nie verstanden. Nie!


Hat bei der Premiere alles geklappt, oder ist irgendwas schief gelaufen?


Celina: Als wir am Anfang auf die Bühne gekommen sind, musste ich mich echt zusammen reißen, damit ich nicht lache. Keine Ahnung, warum.
Laura: Das Problem mit dem Lachen hab ich gar nicht! Wenn ich auf der Bühne stehe, laufe ich ganz anders, ich bin dann voll in der Rolle drin. Sobald ich dann ins Licht komme, ist die Nervosität auch weg.


Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.sib-bochum.de

 

Eine Kritik zur Premiere von "Die Welle" findet ihr in der jungen bühne online.